Carmen im Stress (Juli 2016)

03. Juli 2016   Somewhere over the Rainbow

Die Aufsichtsratsvorsitzende der „Fegefeuer Köln-Innenstadt gGmbH“ fordert, zum CSD mehr Aushilfskräfte einzustellen. „An diesen Tagen platzen wir aus allen Nähten. Das ist ohne zusätzliches Personal nicht zu schaffen“, erklärt unsere christliche Sozialarbeiterin. Dann dreht sie das Feuer unter dem Kessel noch etwas höher.

Außerdem fordert sie von der Stadt mehr Geld für dringend notwendige Modernisierungsmaßnahmen: „Allein die Umstellung auf Induktionstechnologie hat uns Millionen gekostet“, beschreibt Carmen die angespannte finanzielle Lage.

Nachdem das Wasser im Kessel richtig warm ist, springen immer mehr sündige CSD-Besucher freiwillig hinein.

„Es sprudelt schon, obwohl das Wasser noch gar nicht kocht!“ wundert sich unsere kleine Satanistin.

Wuff!
Wuff!

 

07. Juli 2016   Aus der Traum

Bei einem Besuch am Krankenbett nimmt Carmen ihren Schützling Jerome Boateng ins Gebet. „Du wirst in den nächsten Wochen ungewohnt viel Freizeit haben. Dennoch: Finger weg von den weißen Frauen!“ mahnt sie mit erhobenem Zeigefinger. „Nein heißt Nein!“ schärft sie ihm noch ein.

Dann legt sie ihm eine Tüte Haribo Lakritz-Schnecken aufs Bett und eilt zum nächsten Termin.

 

08. Juli 2016   Tag der Kuh

Zum „Tag der Kuh“ schickt Carmen heute Grüße an alle Rinder in der ganzen Welt. „Lasst es krachen!“ lautet die Botschaft unserer kleinen Feierelse.

 

10. Juli 2016   Showdown

Am Morgen vor dem Endspiel der Fußball-EM 2016 zieht Carmen zur Unterstützung einen gebrauchten Schlüpfer ihres portugiesischen Lieblings an.

Bisschen zu groß: Carmen in Ronaldos Höschen
Bisschen zu groß: Carmen in Ronaldos Höschen

Nachdem er sich beim Zusammenstoß mit einem französischen Spieler einen Fingernagel abgebrochen hat, wird Cristiano Ronaldo mit dem Rettungshubschrauber ins Kosmetikstudio transportiert.

In einem Kommuniqué teilt Mannschaftsärztin Carmen de Ronda der versammelten Presse mit, er bleibe vorsichtshalber im künstlichen Koma bis Nagel und Selbstwertgefühl nachgewachsen seien.

 

15. Juli 2016   Pink in plastic

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Carmen ruft bei der Polizei an. Sie könne vielleicht zur Aufklärung des Falles beitragen. Sie stehe gerade bei Rewe vor dem Kühlregal. Darin befänden sich wahrscheinlich die noch fehlenden Teile. „Alles ebenfalls säuberlich in Plastiktüten abgepackt, in perfidester Weise umetikettiert und in fortgeschrittenen Stadien der Verwesung befindlich,“ beschreibt unsere verdeckte Ermittlerin die Crime Scene. Bis zum Eintreffen der Spurensicherung wolle sie den Markt erst einmal weiträumig absperren, verspricht sie dem sprachlosen Beamten der Notrufzentrale.

 

16. Juli 2016   Alles nur ein Spiel

Carmen startet heute in der Türkei den Vertrieb der neuen Handy-App „Pútschemon„. Für jeden gefangenen Putschisten-General gibt es hundert Payback-Punkte.

„Nicht kombinierbar mit anderen Rabatt-Aktionen“ steht im Kleingedruckten. Insbesondere die notwendigen Putzmittel für die geplanten ethnischen Säuberungen könnten leider nicht noch günstiger abgegeben werden. Da Diktator Eunerpan eine „Reinigung der Armee“ ankündigt, bietet ihm unser gewissenloses Sales-Genie Carmen mehrere Tanks „Bay Pröper“ zum Sonderpreis an.

„Aufgrund des krankheitsbedingten Ausscheidens der bisherigen Amtsinhaber“ eröffnet Head Hunterin Carmen de Ronda die Ausschreibung zahlreicher Führungspositionen in der türkischen Armee: „Arbeiten, wo andere Urlaub machen!“ lautet die verlockende Botschaft an potenzielle Bewerber. „Umzugskosten können entsprechend der türkischen Ümzügsköstenbeihilfe-verördnüng bezuschusst werden. Kostenlose mobile Unterkünfte auf beiden Seiten der tektonischen Verwerfung werden gestellt,“ preist Carmen die weiteren attraktiven Konditionen.

 

17. Juli 2016   Heile Welt

Unterhaltungschefin Carmen de Ronda übernimmt die Leitung des ZDF-Fernsehgartens.

Indem sie den kostenlosen Getränken OK-Tropfen beimischen lässt, macht Carmen das überwiegend aus Rentnern bestehende Publikum rechtzeitig vor Beginn der Übertragung gefügig.

„Und Action!“ ruft Carmen fröhlich, als die ersten Sänger in ihren Trachten die Bühne betreten. Die Kameras zeigen beim Blick ins Publikum lauter enthirnte und mit festgefrorenem Dauerlächeln willig schunkelnde Marionetten.

„Sehen doch alle ganz fröhlich aus!“ stellt Carmen zufrieden fest und lehnt sich in ihrem Sessel im Regieraum entspannt zurück.

 

23. Juli 2016   Amoklauf bei McDonalds

„Der Besuch von Schnellrestaurants gefährdet Ihre Gesundheit!“ warnt Ernährungsexpertin Carmen de Ronda, nachdem sie in München einen Amokläufer aus dem Verkehr gezogen hat. 

Unter Verweis auf das iranische Atomwaffenprogramm stellt unsere Positivistin nüchtern fest, der gestrige Abend hätte auch ganz anders verlaufen können.

 

25. Juli 2016   Carmen als Buhlschaft

Erstmals reist Carmen heute zu den Salzburger Festspielen, wo sie am nächsten Tag einen Gastauftritt in der Rolle der Buhlschaft im Traditionsschauspiel „Jedermann“ haben soll. Vor der Abreise spendet Jorge in der Frühmesse seiner treuen Dienerin den Segen.

Päpstlicher Segen für Pilotin Carmen und Purser Werner
Päpstlicher Segen für Pilotin Carmen und Purser Werner

 

Bereits unmittelbar nach der Landung in Salzburg verspürt Carmen ein Spannungsgefühl im Euter. „Aha. Die Alpenmilch schießt ein!“ weiß unsere lebenserfahrene Vielreisende.

Kurz darauf empfängt sie eine Nachricht auf ihrem Q-Phone:

„Lieber Whatsapp-Nutzer, herzlich willkommen in der Türkischen Republik Österreich! Falls Sie weitere Informationen über den aktuellen Putsch wünschen, drücken Sie bitte die 1. Wenn Ihnen sowieso alles egal ist, drücken Sie bitte die 0. Wenn Sie eine Frau sind, setzen Sie bitte hurtig Ihr Kopftuch auf. Wir wünschen Ihnen einen schönen Urlaub im gleichgeschalteten Europa! Ihr R. T. Eunerpan, König von Österreich.“

Abends besucht unsere Musikliebhaberin die Aufführung der Mozart-Oper „Cosi fan tutte.“ Anschließend gönnt sie sich vor dem Schlafengehen noch einen passenden kleinen Absacker. Oder zwei.

Carmen liebt Mozart!
Carmen liebt Mozart!

 

 

26. Juli 2016   Nicht für Jedermann

Beim Hotelfrühstück am nächsten Morgen staunt Carmen über das internationale Publikum! Bemerkenswerterweise ist sie fast die einzige Frau ohne Schleier.

Beim Anstehen vor der Kaffeemaschine spricht unsere interessierte Kulturbotschafterin eine unverschleierte Frau mit dunklem Teint und langem Kleid an, warum sie keine Burka trage. „Ich bin Inderin!“ erklärt die Dame ganz freundlich. „Oh!“ staunt Carmen mitfühlend. „Das war bestimmt eine gefährliche Flucht! Aber das Einschussloch auf der Stirn ist ja glücklicherweise schon wieder zugewachsen!“ tröstet sie die ein wenig verwundert blickende Migrantin.

Den Tag nutzt unsere Superheldin für ein wenig Sightseeing in den beschaulichen Gassen der Stadt. Besonders beeindruckt ist sie von der Plastik „Die Pieta“.  „Ist ja gar nix drin!“ beschwert sich unsere ahnungslose Pauschaltouristin.

"Ist ja gar nix drin!" wundert sich unsere Pauschaltouristin
„Ist ja gar nix drin!“ wundert sich unsere Pauschaltouristin

 

Am Nachmittag lernt Carmen im traditionsreichen Café Tomaselli die ehemalige „Miss Austria 2012“ kennen. „Die Gute hat ihre besten Zeiten nun definitiv hinter sich“, flüstert Carmen einem Journalisten der Kronen-Zeitung diskret hinter vorgehaltenem Huf zu.

Miss Austria 2012
Miss Austria 2012

 

 

27. Juli 2016   Auf Wiedersehen, Salzburg! 

Wie erwartet war Carmens Auftritt als Buhlschaft am gestrigen Abend ein großer Erfolg.

Erste Buhlschaft im Flamencokleid: Carmen de Ronda
Erste Buhlschaft im Flamencokleid: Carmen de Ronda

 

Am frühen Nachmittag begibt sich unsere charmante Künstlerin zum überschaubaren Salzburger Flughafen, um von dort die Heimreise anzutreten. Die Sicherheitskontrollen durch die österreichischen Beamten sind liebevoll konsequent. Sogar ein Abstrich von Carmens Hufen wird im Chromatographen untersucht. „Kein Sprengstoff!“ gibt die Inspektorin bekannt. „Nur Kuhscheiße. Guten Flug!“

Letzter Aufruf für Sun Express nach Antalya!

 

29. Juli 2016   Großdemonstrationen

Höchste Zeit für Carmen, wieder nach Köln zurückzukehren! Dort wird sie vom Innenminister bereits sehnlichst erwartet. Denn am Wochenende stehen in der Dom-Stadt mehrere Demonstrationen mit Befürwortern und Gegnern des türkischen Staatschefs Eunerpan bevor.

Bevor sie sich mit den Verantwortlichen für den Polizeieinsatz an einen Tisch setzt, startet unsere Geschäftsfrau allerdings eine große Promotion-Aktion auf QVC: „Unentbehrlich für die nächste Demo: Das kleidsame Halskettchen mit Eunerpan-Anhänger! Aus echtem Nickelsiliciumcarbamat! Greifen Sie jetzt zu – nur heute zum Sonderpreis von 98 statt 104 €. Zuzüglich 19,95 € Versandkosten!“

Im Fitnessstudio übt sie die schwierige „Gülen-Bewegung“ und gerät deswegen mit einigen türkischen Besuchern heftig aneinander.

Für Spiegel Online berichtet Carmen unter Pseudonym über die fortschreitende Gleichschaltung türkischer Migranten in Deutschland. Sie deckt den Fall eines türkischen Arztes auf, der kürzlich ein Recep T. ausgestellt habe. Die Kassenärztliche Vereinigung mahnt daraufhin aus Kostengründen die Verordnung von Generika an und leitet ein Regressverfahren ein.

 

31. Juli 2016   Schluss mit lustig!

Endlich findet die Kölner Polizeipräsidentin Carmen de Ronda den lange gesuchten Vorwand, um die geplante Großdemonstration von Eunerpan-Befürworten zu verbieten: „Bereits in den frühen Morgenstunden lag über der Deutzer Werft ein starker Knoblauchgeruch. Wir hatten daher Grund zu den Annahme, dass während der Veranstaltung Chemiewaffen eingesetzt werden könnten. Die Demonstration wurde daher im Interesse der öffentlichen Sicherheit kurzfristig untersagt. Die oberste Verwaltungsrichterin Carmen de Ronda hat die Entscheidung genehmigt.“ Die Kölner Oberbürgermeisterin Carmen de Ronda zeigte sich nach der Absage erleichtert. Bundespräsidentin Carmen de Ronda kommentierte, man habe in puncto Gleichschaltung von der Türkei in den letzten Wochen einiges gelernt.

Auf der linken Rheinseite führt Werner einen Demonstrationszug von Eunerpan-Gegnern an. „Sie kommen aus allen Schichten der Gesellschaft“, betont der Veranstalter.

Werners Gegendemonstration
Werners Gegendemonstration

Die Veranstalter sprechen von mindestens 50000 Teilnehmen. Die Polizei will 6 Enten gezählt haben, wobei eine siebte unterwegs von einem Motorrad überfahren worden sei.

 

 

Deutschland säuft ab (Juni 2016)

Als aber der HERR sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar, da reute es ihn, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden und es bekümmerte ihn in seinem Herzen und er sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis hin zum Vieh und bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln unter dem Himmel; denn es reut mich, dass ich sie gemacht habe.

Denn von heute an in sieben Tagen will ich regnen lassen auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte und vertilgen von dem Erdboden alles Lebendige, das ich gemacht habe.

1. Mose 6, 5-7 und 7, 4

 

02. Juni 2016   Resolution

Beim Stöbern in ihrer Lieblingsbuchhandlung erstarrt Carmen beim Anblick eines Ihr bislang unbekannten Kochbuchs.

Sie sei wohl dem größten Genozid der Geschichte auf der Spur, teilt Carmen wenig später ihrem Kumpel Jorge am Telefon flüsternd mit.

„Steckt sicher wieder dieser Lafer dahinter“, vermutet unsere scharfsinnige Detektivin.

Bitte jetzt keine Vergleiche (Foto von Purzel - Danke!)
Bitte jetzt keine Vergleiche (Foto von Purzel – Danke!)

 

03. Juni 2016   Zielsicher

Die Chefin der Raiffeisenbank Recklinghausen, Carmen de Ronda, verpflichtet für Ihre neue Marketingkampagne die Zwillinge Heckler & Koch. „Wir machen den Weg frei!“ verkündet unsere resolute Bankbetriebswirtin selbstsicher.

 

06. Juni 2016   Wachablösung

Joachim Gauck gibt bekannt, auf eine zweite Amtszeit als Bundespräsident zu verzichten.

Carmen erklärt, sich ggf. ihrer Verantwortung für Deutschland stellen zu wollen. Sie verlange nur neben der Deutschlandflagge ihr persönliches Wappen als Standarte an ihrem Dienstwagen, der darüberhinaus auch besser motorisiert werden müsse. Sonst lege sie aber wenig Wert auf Äußerlichkeiten, betont die parteilose Opportunistin mit den obskuren Kontakten zum türkischen Ministerpräsidenten.

Die ewig junge de Ronda wäre die erste Bundespräsidentin mit Migrationshintergrund.

 

07. Juni 2016   Vergiftetes Geschenk

Carmen lädt ihren aktuellen Lieblingsfeind, Diktator Eunerpan, zum Essen ein. „Schau doch einfach nach dem Freitagsgebet vorbei. Es gibt Gefilte Fisch“, schreibt ihm unsere hinterhältige Superheldin per Whatsapp.

 

09. Juni 2016   Beurkh!

Zur Eröffnung der Fanmeile in Paris tanzt sich Carmen beim Konzert von David Guetta in Extase. Als er „Sexy Bitch“ spielt, zwinkert Jorge seiner kleinen Freundin verschwörerisch zu: „Er meint Dich!“

Verzückt wirft Carmen ihren Angora-Schlüpfer auf die Bühne.

Musik, zwei drei
Musik, zwei drei

 

12. Juni 2016   Markenware

Mit ihrem nagelneuen Rösle Edelstahl-Fleischklopfer macht sich Hooligan Carmen auf nach Lille zum EM-Spiel Deutschland : Ukraine.

„Rösle! Mit Ö!“ presst sie zwischen den Zähnen hervor, während sie auf den ersten gegnerischen Fan eindrischt. „Ist eben deutsche Wertarbeit,“ erklärt sie den über das Ausmaß der Verwüstung erstaunten Sanitätern.

 

14. Juni 2017   Düstere Aussichten

Wir schreiben das Jahr 2017. Milliardär und Comic-Figur Donald Duck ist Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

An einem Dienstagmorgen wird der erzkatholischen Spanierin Carmen de Ronda am Flughafen von Chicago die Einreise verweigert. Eine Analyse ihrer Online-Bestellungen habe ergeben, dass sie sich im Jahr 2002 die Reclam-Ausgabe des Koran angesehen habe. Darin seien schließlich genaue Anleitungen zum Bau von Sprengsätzen und zur Durchführung von Terror-Anschlägen zu finden, begründet der Immigration Officer seine Entscheidung. Da sei er sich ganz sicher. Das sei schließlich vor kurzem in einer Dokumentation auf „Duck TV“ zu sehen gewesen.

Seufzend nimmt Carmen ihren Trolley und fliegt weiter nach Brasilien.

 

15. Juni 2016   Obst Du mich liebst, hab ich mich gefragt

Was denn so falsch daran sei, Äpfel mit Birnen zu vergleichen, fragt sich unsere kleine Kognitionsphilosophin. Dann legt sie sich ein paar Gurkenscheiben auf die müden Kuhaugen.

Vergleich

 

16. Juni 2016   Sport verbindet

Nobel-Hooligan Carmen sitzt in der 1. Klasse des Thalys auf dem Weg zum Spiel Deutschland : Polen. Als der Zug nach dem Frühstück die Grenze zu Frankreich überquert, intoniert Carmen auf ihrer Vuvuzela leise die Marseillaise. Gut gelaunt summt der ganze Waggon mit. „Fußball dient eindeutig der Völkerverständigung!“ stellt unsere kleine Krawallschachtel fest, während sie ihren Cartier-Schlagring mit Silberputzmittel auf Hochglanz poliert.

Nach ihrer Ankunft in Paris besichtigt FIFA-Inspektorin Carmen de Ronda die Notaufnahme einer Klinik in der Nähe des Stadions, wo gerade mehrere Dutzend verletzte Schläger unterschiedlicher Nationen versorgt werden. „Ihre Arbeit wirkt Völker verbindend!“ lobt Carmen die erschöpften Unfallchirurgen.

Am Abend besucht Carmen das Spiel Deutschland : Polen.

In den letzten Minuten geschieht ein böses Foul an Özil. Carmen fragt: Steckt der amerikanische Rechtspopulist Donald Duck hinter diesem Hassverbrechen von Paris? Vorsorglich verhängt sie einen Einreisestop für amerikanische Hornochsen in die EQU.

Boateng im Interview: „Wir müssen mal zum Abschuss kommen.“ „Gern jederzeit bei mir!“ erwidert Carmen und leckt sich mit ihrer feuchten Zunge über die wie immer viel zu grell geschminkten Lippen.

 

17. Juni 2016   Maghreb allemand

Angesichts der zahllosen Tiermastbetriebe sei es ein verhängnisvoller Fehler, Niedersachsen als sicheres Herkunftsland einzustufen, betont die UN-Hochkommissarin für Flüchtlingsfragen, Carmen de Ronda. Auch in Bayern sei sie höchstselbst mit einer Schwarzbunten verwechselt worden und deswegen ethnischer Verfolgung ausgesetzt gewesen. Carmen plädiert daher für Freizügigkeit innerhalb der EQU. In einem symbolischen Akt zieht sie deswegen ihr Flamencokleid hoch und wirft den Angora-Schlüpfer auf die Regierungsbank.

 

23. Juni 2016   X-it

Am frühen Morgen steht Carmen auf dem Kölner Heumarkt und erklärt feierlich ihren Austritt aus der EU. „Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein“, denkt sie, während eine Kehrmaschine der Abfallwirtschaftsbetriebe an ihr vorbeibraust. „Ihr werdet schon sehen,“ brummt unsere sensible Superheldin ein wenig gekränkt. Dann geht sie erst mal einen English Breakfast Tea trinken.

 

24. Juni 2016   Carmen hält wenig von Volksabstimmungen

Mit ihrem nagelneuen Atom-U-Boot überquert Commander Carmen de Ronda im Schutz der Dunkelheit den Kanal. Sie fährt zu der Stelle, wo die Britischen Inseln im Meeresboden verankert sind. Dann legt sie ihren Taucheranzug an und schleust sich aus dem U-Boot aus. Mit ihrem ebenfalls nagelneuen Unterwassertrennschleifer sägt sie die Ankerketten durch.

„Rule, Britannia! Britannia, rule the waves!“ singt unsere kleine Superheldin fröhlich, während die Inseln halt- und führerlos von hohen Wellen auf den Nordatlantik hinausgetrieben werden.

Mit einem groooooßen weißen Taschentuch winkt sie den Briten hinterher. „Wat fott es, es fott*“, findet unsere rheinische Frohnatur während sie entspannt den Heimweg antritt. Unterwegs rettet sie nebenbei ein paar Schottische Hochlandrinder aus Seenot.

* Wörtlich: Was fort ist, ist fort. Sinngemäß: Trauere den Dinge nicht unnötig nach.

 

25. Juni 2016   Und wieder Fußball

Vor dem heutigen Spiel inspiziert Carmen die Kabine der kroatischen Nationalelf. „Irgendwie riecht es hier modrič“, rümpft unsere sensible Heldin die Nase.

 

26. Juni 2016   Prügelknaben

Als Tränengashändlerin Carmen am Wochenende ein Praktikum bei einer Hundertschaft der Istanbuler Polizei macht, steht plötzlich und unerwartet Volker Beck vor ihr. „Tritt mich, schlag mich, gib mir Tiernamen!“ fleht der Abgeordnete die Beamten an. Seine Pupillen seien auffällig groß gewesen und er habe ein wenig verwirrt gewirkt, berichtet unsere verdeckte Ermittlern später ihrer Freundin Schantall vom Drogendezernat.

Fußballstar Lionel Messi tritt zurück. Er komme damit nur seiner Verurteilung wegen Dopings zuvor, weiß WADA-Chefin Carmen de Ronda. Sie habe Auffälligkeiten in seiner B-Probe gefunden. „Schmeckte eindeutig nach verbotenen Substanzen“, verrät unsere Biochemikerin und fährt sich mit ihrer feuchten Zunge über die wie immer viel zu grell geschminkten Lippen.

 

Die Entführung: Carmen und Jorge machen Ferien (Juni 2016)

Die Entführung – Carmen und Jorge machen Ferien in Brasilien

 

Candomblé

Vorbemerkung

Der Candomblé ist eine afrobrasilianische Religion, die vom westafrikanischen Volk der Ioruba während der Zeit der Sklaverei nach Brasilien gebracht wurde und sich dort unter dem Einfluss der katholischen Kirche entwickelte. Der Candomblé ähnelt insofern der Umbanda (ebenfalls Brasilien), dem Vodoo auf Haiti und der Santería auf Cuba.

Im Candomblé gibt es einen Schöpfer des Universums, Olorum oder Olórun oder Olódùmarè. Er ist so ungeheuer mächtig, so dass es für die Menschen zu gefährlich wäre, direkt mit ihm in Kontakt zu treten. Die Kontaktaufnahme geschieht daher mittelbar über Olorums Söhne und Töchter, die ebenfalls als Gottheiten verehrten Orixás. Jede(r) Orixá hat eine Geschichte und bestimmte Charaktereigenschaften. Er ist erkennbar an seinem jeweils eigenen Kostüm in bestimmten Farben und an bestimmten Symbolen, die er mit sich trägt. Darin sind die Orixás zum Beispiel mit den griechischen Göttern der Antike vergleichbar.

Unter den Gläubigen gibt es initiierte Personen, die einem bzw. einer bestimmten Orixá geweiht sind. Während einer religiösen Zeremonie tanzen sie sich in Trance, bis sie von ihrem Orixá „besessen“ werden wie ein Pferd von seinem Reiter. Sie bewegen sich dann wie diese(r) Orixá, sie sprechen und handeln so wie er oder sie. So nehmen die Orixás mittelbar Kontakt mit den Gläubigen auf, zum Beispiel indem diese „besessenen“ Geweihten die Gläubigen während der Zeremonie umarmen.

Eine solche religiöse Zeremonie dauert in der Regel viele Stunden. Während der gesamten Zeit tanzen die initiierten Personen in den prächtigen Gewändern ihres Orixá zu Trommelrhythmen um einen Altar.

Der Chronist hatte bei einem Aufenthalt in der brasilianischen Stadt Salvador dank der Vermittlung einheimischer Freunde einmal Gelegenheit, an einer solchen Zeremonie teilzunehmen.

Es war eine unvergessliche Nacht.

1

Anfang Oktober verbrachten Carmen und ihr Kumpel Jorge ihre Ferien in Brasilien. Eine Tages, als sie gerade einen Strandspaziergang machten, begann Jorge mit schmerzverzerrtem Gesicht zu stöhnen. „Was ist los?“ fragte seine besorgte Freundin. „Aua! Ich habe wieder Schmerzen in den Hüftgelenken!“ antwortete Jorge. „Schon wieder?“ fragte Carmen voller Mitgefühl. „Diese verfluchte Arthrose, hm?“ – „Es ist eine Prüfung, die mir der Herr auferlegt“, sagte Jorge nachdenklich. „Komm her! Ich setze Dich in meinen Rucksack und trage Dich!“ schlug Carmen vor. „Echt jetzt? Mir ist nämlich nicht zum Scherzen zumute“, meinte Jorge. „Klar doch!“ gab Carmen zurück. „Ist wohl das Mindeste, was ich für Dich tun kann.“

Schließlich nahm Jorge das großzügige Angebot seiner Freundin an. Carmen stellte ihren Rucksack auf den Boden und half Jorge dabei, hineinzusteigen. „Und, geht’s Dir besser?“ fragte sie, nachdem sie den Rucksack mit Jorge darin wieder auf die Schultern gesetzt hatte. „Viel besser! Dankeschön!“ erwiderte ihr Kumpel erleichtert.

So setzten sie ihren Spaziergang am Strand fort. „Schau mal, das Meer ist ganz ruhig, wie wunderschön das doch aussieht! Und die Strahlen der Sonne, die unsere Herzen erwärmen!“ So lobte Jorge, während er im Rucksack saß und den Kopf herausstreckte, die Wunder der Schöpfung des Herrn. Carmen nickte, sagte aber nichts. Sie schwitzte. „Euphorie ist eine häufige Nebenwirkung starker Schmerzmittel“, gingen ihr die Worte ihres Pharmakologie-Professors von der Universität Tel Aviv durch den Kopf, wo sie damals einige Semester Medizin studiert hatte. „Offenbar hat der Heilige Vater zugenommen“, dachte sie schweigend. „Höchste Zeit, dass er sich künstliche Hüftgelenke einsetzen lässt, damit er wieder schmerzfrei laufen kann.“

Die Stimmung des Heiligen Vaters wurde von Minute zu Minute besser. Schon sang er mit lauter Stimme Kirchenlieder, als plötzlich aus dem Nichts zwei junge Männer auftauchten und unseren arglosen Helden den Weg versperrten. „Hände hoch!“ schrie der Eine. Carmen blieb überrascht stehen und betrachtete den Revolver, den er in der Hand hielt. In diesem Moment ärgerte sie sich, dass sie ihre Walther PPK im Zimmersafe des Hotels gelassen hatte. Sie bemerkte auch, dass ihr friedliebender Freund Jorge den Kopf eingezogen, sich zur Gänze im Rucksack versteckt und den Reißverschluss von innen zugezogen hatte.

„Her mit den Rucksack, schnell!“ befahl der Verbrecher. Carmen überlegte nervös, was sie tun könnte, aber sie sah keine Möglichkeit Widerstand zu leisten, ohne sich selbst oder ihren Kumpel Jorge in Gefahr zu bringen.

Der andere Typ nahm ihr den Rucksack ab und fluchte: „Scheiße, ist der schwer!“ – „Halt’s Maul!“ schrie der mit dem Revolver ihn an. „Los, hauen wir ab!“

Einen Augenblick später waren sie verschwunden. Unsere Superheldin blieb allein am Strand zurück.

Carmen war sprachlos. Sie spürte einen ungeheuren Schmerz.

„Jorge!“ flüsterte sie.

„Jorge!!“ sagte sie.

„Jooooooorgeeeeeeee!“ brüllte sie.

Aber sie erhielt keine Antwort.

 

2

Eine Stunde später saß Carmen bei der örtlichen Kriminalpolizei. „Bitte, erzählen Sie mir, was passiert ist“, bat der Polizist. „Wir waren auf einem Strandspaziergang, als plötzlich zwei junge Männer auftauchten und meinen Freund Jorge entführten“, berichtete Carmen. Inzwischen hatte sie wieder zur gewohnt professionellen Kaltblütigkeit der erfahrenen Geheimagentin zurückgefunden. Sie gab eine genaue Beschreibung der Verbrecher. Der Polizist zeigte ihr einige Fotos. „Der da!!“ rief Carmen, als sie einen von ihnen erkannte. „Das war der Entführer mit dem Revolver!“ – „Sind Sie sich da ganz sicher?“ fragte der Polizist höflich. „Das ist ein polizeibekannter Junkie. Normalerweise klaut er nur Geld oder Handys. Bisher ist er noch nie in eine Entführung verwickelt gewesen. Vermutlich wäre das auch viel zu kompliziert für ihn.“ – „Das ist er, ganz sicher“, antwortete Carmen nachdrücklich. „Ich erkenne diese Tätowierung am Hals. Die ist ziemlich auffällig, oder?“

Der Kripo-Beamte war nun überzeugt. Er verständigte seine Kollegen vom Streifendienst und bat sie, in die Favela zu fahren, wo der Verdächtige wohnte. „Das ist alles, was wir im Augenblick tun können“, sagte er. „Mal sehen, ob die Kollegen ihn erwischen.“

Dann bat er Carmen, ihm etwas mehr über den Vermissten zu erzählen. „Ich brauche noch mehr Informationen für den Polizeibericht, Sie verstehen“, erklärte er. Carmen hatte keine Lust, die Geschichte in den Morgenzeitungen zu lesen. Schließlich wollte sie den Heiligen Vater nicht kompromittieren. Daher entschied sie sich zur Diskretion und erzählte nicht alles.

„Sein Name ist Pater Jorge Mario. Er arbeitet als Priester in Italien.“ – „Als Priester? In Italien? Ist er reich? Kann es sein, dass die Entführer sich ein üppiges Lösegeld versprechen?“ Carmen war beunruhigt. „Hm…“, murmelte sie, „ich weiß nicht… Nein, das glaube ich nicht… Er ist Mitglied eines Bettelordens… Eigentlich ist die Armut sein wichtigstes Ideal…“, widersprach Carmen. Obwohl die Kirchen dieses Ordens ziemlich protzig ausgestattet sind, dachte unsere kritische Katholikin im Stillen. „Naja, ergibt wohl wirklich keinen Sinn, einen so armen Geistlichen zu entführen“, sagte der Polizist leise und mehr zu sich selbst.

„Aber lassen sie uns mit dem Bericht fortfahren“, sagte er. „Sie sagten, er arbeite in Italien? Und heißt Mario? Also ist er Italiener?“ – „Nein“, antwortete Carmen. „Er arbeitet nur dort. Pater Jorge Mario ist Argentinier.“

„Was?“ schrie der Polizist, der schlagartig blass geworden war.[1] „Argentinier? Oh, mein Gott! Der arme Entführer… Jetzt hat er einen argentinischen Pfarrer im Haus… Oh, wie schrecklich! Wenn er gewusst hätte, dass sein Opfer Argentinier ist, hätte er ihn bestimmt noch an Ort und Stelle erledigt!“

In diesem Moment erhob sich Carmen gekränkt und verließ die Amtsstube ohne sich zu verabschieden. „Sieht wohl so aus als ob ich den Fall ohne die Hilfe der brasilianischen Polizei lösen muss“, flüsterte sie bitter.

 

3

„Warte! Ich kann nicht mehr!“ keuchte der zweite Entführer, der den Rucksack schleppte. „Was ist los?“ fragte sein Kamerad. „Dieser verfluchte Rucksack ist so schwer“, antwortete der erste. „Drogenkonsum gefährdet Ihre körperliche Leistungsfähigkeit“, dachte Jorge im Inneren des Rucksacks. Die beiden Verbrecher blieben stehen und der erste stellte den Rucksack auf dem Boden ab. „Lass mal sehen, was da drin ist“, sagte er. Er öffnete den Reißverschluss und erschrak. „Guck mal!!! Aber… wer bist denn Du?“ fragte er Jorge mit offenem Mund.

Der Heilige Vater schwieg. Besser, ich sage nichts, dachte er ängstlich. „Wer bist Du?“ brüllten ihn die beiden Entführer an. „Lo siento, no los entiendo, no hablo portugues“,[2] sagte Jorge auf Spanisch. Die Entführer waren verwirrt. „Scheint Ausländer zu sein“, sagte der erste. „Schau mal, was für merkwürdige Klamotten! Sehen arabisch aus… obwohl, die Sprache klingt nicht arabisch…“ fügte der zweite hinzu. „Drogenkonsum gefährdet auch Ihr Bildungsniveau“, dachte Jorge, schwieg aber weiter hartnäckig. „Jedenfalls können wir ihn nicht mitnehmen!“ entschied der zweite Entführer.

Der erste bekam es mit der Angst zu tun. „Los, knall ihn ab!“ befahl er. „Spinnst Du jetzt komplett? Dann haben wir gleich die Bullen auf dem Hals! Hör zu, das ist doch nur ein klappriger Alter. Wir lassen ihn hier in den Büschen liegen und hauen ab!“ – „Okay“, stimmte der erste zu und kippte Jorge aus dem Rucksack auf den Boden. Der Heilige Vater sah Sterne. „¡Ay!“[3] schrie er auf Spanisch, indem er das umgekehrte Ausrufezeichen vor dem Wort betonte, damit sie weiterhin glaubten, er sei Ausländer. Die Entführer wirkten verwirrt. Sie schnappten sich den Rucksack und wollten schon zur Flucht ansetzen.

In diesem Moment fielen dem ersten die roten Sportschuhe des Heiligen Vaters auf. Sie waren nagelneu und von Prada. Carmen hat sie ihrem Freund vor der Abreise in den Urlaub geschenkt. „Warte!“ rief der Verbrecher. „Ich will seine Schuhe!“

„¡Puta madre!“[4] murmelte Jorge als die Entführer verschwunden waren. „Es wird wirklich höchste Zeit, mir künstliche Hüftgelenke einsetzen zu lassen.“

 

4

In der Zwischenzeit war Carmen ins Hotel zurückgekehrt, wo sie ihren Computer hochfuhr. Sie loggte sich in die VatiCloud ein und machte sich daran, das VatiPhone des Heiligen Vaters zu lokalisieren. Das System funktionierte tadellos. Jorges Handy befand sich in einer Favela unweit der Stelle, wo der Überfall stattgefunden hatte. Carmen schnappte sich ihr Q-Phone und schickte eine Whatsapp-Nachricht an ihren Kumpel: „Olá amigo!“[5] Sie wartete einige Sekunden, bis beide Häkchen blau wurden. Aber es kam keine Antwort. Carmen wurde noch besorgter. „Es gibt zwei Möglichkeiten“, überlegte unsere schlaue Agentin. „Entweder kann er aus irgendeinem Grund nicht antworten. Möglicherweise haben die beiden Typen aber auch sein Handy geklaut und er befindet sich ganz woanders. Jedenfalls muss ich zuerst das Handy suchen. Und zwar sofort.“

Carmen holte ihre Walther PPK und noch eine automatische Waffe aus dem Zimmersafe und versteckte beide unter ihrem Flamencokleid. Außerdem packte sie eine ausreichende Menge Munition in ihre Prada-Handtasche. Sie ging hinaus auf die Straße, wo ein abgestelltes Motorrad stand. Sie sprang auf und in weniger als einer Sekunde hatte sie die Zündung kurzgeschlossen. Dann raste sie los zu der Favela, wo sie Jorges Handy lokalisiert hatte.

 

5

Nachdem die beiden Männer die Flucht ergriffen hatten, meditierte Jorge über seine Situation. „Welche Versuchung, einfach hier im Wald zu bleiben, an diesem friedlichen Ort, anstatt wieder in den Vatikan zurückzukehren, wo all diese ermüdenden Verpflichtungen auf mich warten“, dachte er. „Wie auch immer, ich bin ganz sicher, dass meine treue Freundin schon nach mir sucht. Ich sollte versuchen, sie anzurufen.“ Jorge griff mit der Hand in die Tasche seines Gewands, um das VatiPhone herauszuholen. „Mein Gott! Jetzt fällt es mir wieder ein. Ich habe es kurz vor dem Überfall aus der Tasche genommen und in den Rucksack gelegt. Jetzt wird es wohl in den Händen der Entführer sein und ich kann meine liebe Freundin nicht anrufen. Also muss ich dringend ins Hotel zurück, damit sie sich nicht unnötig Sorgen macht! Oder noch besser, ich gehe zur nächsten Polizeistation!“

Jorge versuchte, sich aufzurichten. Aber vergeblich. Die Schmerzen in den Hüftgelenken waren unerträglich. Er versuchte es erneut. Es war unmöglich.

„Vielleicht ist das eine weitere Prüfung, die mir der Herr auferlegt“, dachte Jorge und begann zu beten.

 

6

„So ein Scheiß! Dieses Mistding ist durch ein Passwort geschützt!“ ärgerte sich einer der Entführer, der nach der Rückkehr Jorges VatiPhone im Rucksack entdeckt hatte. „Zeig mal“, bat sein Komplize. „Komisches Ding. So ein Handy hab ich ja noch nie gesehen. Sieht aus wie ein iPhone, ist aber keins. Kein Apfel auf der Rückseite. Nur ein Kruzifix…“

„Ein Kruzifix?“ erschrak der erste. Obwohl er ein übler Verbrecher war und zudem der Kopf einer berüchtigten Gang, war er doch sehr abergläubisch. „Um Himmelswillen! Glaubst Du, der Typ war ein Priester? Dann ist es besser, wir schalten das Ding aus. Es bringt Unglück, einen Priester zu überfallen!“

„Du laberst Scheiße!“ antwortete der zweite. „Wie soll denn das Handy eines Priesters Unglück bringen?“

„Du schnallst doch überhaupt gar nichts! Natürlich bringt das Unglück! Vielleicht versuchen sie schon, uns zu orten!“

„Wer, sie?“

„Seine Kollegen, der Papst, die Heiligen, die Engel… weiß der Geier“, schrie der Kopf der berüchtigten Gang hysterisch. „Mach das Ding aus! Sofort!“

„Geht nicht“, antwortete sein Kollege und zuckte mit den Schultern. „Dazu bräuchte man das Passwort.“

„Dann müssen wir es hier wegschaffen, bevor sie uns lokalisiert haben!“

„Zu spät“, sagte Carmen mit ironischem Unterton. Sie stand in der Tür, in jedem Huf eine Waffe, und zielte auf die Verbrecher.

 

7

„Du hast Recht. Es bringt wirklich Unglück, einen Priester zu überfallen. Und jetzt: keine Bewegung! Und denkt nicht mal daran, zu fliehen!“ fügte Carmen hinzu.

„Wer bist Du, dass Du mich in meinem eigenen Revier bedrohst?“ fragte der Kopf der berüchtigten Gang mit vor Wut zitternder Stimme.

„Ich bin Carmen. Der Racheengel“, antwortete unsere gut gelaunte Superheldin.

„Siehst Du, ich hab’s Dir gesagt…“ flüsterte der Entführer seinem Freund zu. Nach einem Moment der Stille machte er ein Angebot. „Okay, sieht wohl so aus, dass Du gerade die besseren Argumente hast. Wir geben alles zurück, den Rucksack, die Brieftasche, das Handy und Du verschwindest, okay?“ Insgeheim plante der Verbrecher schon, Carmen mit seiner Gang zu verfolgen. Er war der Boss und konnte nicht zulassen, dass ihm eine Kuh Befehle erteilte, nicht einmal eine bewaffnete Kuh im Flamencokleid!

 

8

Unvermittelt erwachte Jorge aus einem tiefen Schlaf. Er sah sich um und bemerkte Blitze und Donnerschläge eines nahenden Gewitters. Die Nacht brach schon über den Wald herein. Nach und nach erinnerte er sich daran, was geschehen war. Es herrschte eine unheimliche Atmosphäre in diesem verlassenen Wald.

„Ich bin nicht allein“, dachte Jorge. „Der Herr ist mit mir“, versuchte er sich zu trösten.

In diesem Moment schlug ein Blitz ganz in seiner Nähe ein. Als sich seine Augen von der Intensität des Lichts erholt hatten, erblickte Jorge die Konturen eines Mannes, der vor ihm aufgetaucht war. Er trug ein prächtiges Kostüm in den Farben rot und weiß. In der Hand hielt er eine Axt mit zwei Schneiden. Jorge erinnerte sich an ein Buch über die afrobrasilianischen Religionen, das er im Flugzeug gelesen hatte. Der Mann ähnelte einer Illustration in diesem Buch. „Es muss wohl ein Traum sein“, dachte er. „Oder eine Halluzination. Mein Arzt hat mich gewarnt, dass so etwas bei alten Menschen passieren kann, wenn sie nicht genügend Flüssigkeit zu sich nehmen.“ Jorge schloss die Augen und wartete, dass die Halluzination verschwinden möge.

Xangô

„Fürchte Dich nicht“, hörte Jorge den Mann sagen. Seine Stimme klang sehr freundlich. „Ich bin Xangô, der Herr der Gerechtigkeit. Ich bin gekommen, um Dich zu retten.“

Jorge öffnete die Augen. Er wusste nun, dass er weder träumte noch halluzinierte. „Kawô Kabiesilé“, begrüßte Jorge den Orixá.

Xangô lächelte. „Komm, ich bringe Dich nach Hause“, sagte er.

„Hoch leben die afrobrasilianischen Joint Ventures!“ dachte Jorge erleichtert und fiel wieder in den Schlaf.

 

9

Nachdem sie die beiden Verbrecher in ihrem Haus gefesselt hatte, schlüpfte Carmen durch die Tür ins Freie. Aber welcher Schrecken! Vor ihr stand die gesamte Gang, die sich vor dem Haus versammelt hatte und sie mit allen vorstellbaren Arten von Feuerwaffen bedrohte. „Scheiße“, schimpfte Carmen leise.

cidade de deus 4

„Macht die Schlampe fertig!“ hörte sie den Kopf der Gang aus dem Inneren des Hauses brüllen.

Unsere Superheldin sah sich um und suchte nach einer Möglichkeit zu fliehen. Sie bemerkte hinter der Gang einen kleinen Wasserfall. Sie schloss die Augen und überlegte, welche Möglichkeiten es gab, dorthin zu gelangen. Aber es fiel ihr keine ein. Es waren einfach zu viele Gangster. Die Situation erschien hoffnungslos. „Was würde mein Freund Jorge an meiner Stelle tun?“ fragte sie sich. Und begann, einen Rosenkranz zu beten.

Als Carmen die Augen wieder öffnete sah sie, wie sich vom Wasserfall her eine Frau näherte. Sie trug ein prächtiges Kostüm in den Farben rot und weiß. In einer Hand trug sie eine Lanze und in der anderen ein Schwert. Carmen erinnerte sich an ein Buch über die afrobrasilianischen Religionen, das Jorge im Flugzeug gelesen hatte. Die Person ähnelte einer Illustration in diesem Buch. Sie stellte sich unbemerkt hinter die Gang. Einen Augenblick später stieß sie einen markerschütternden Schrei aus, der die ganze Favela erzittern ließ. Die Mitglieder der Gang ließen schlagartig die Waffen fallen und zitterten vor Angst. „Das ist Obá! Schnell, nichts wie weg!“ brüllten sie. Wenige Sekunden später waren alle verschwunden.

Obá

„Hi!“ begrüßte Carmen ihre Retterin. „Ich meine: Obá Xirê!“ – „Ah so?“ fragte die Orixá mit einem Lächeln. „Sie kennen mich?“ – „Klar“, antwortete Carmen. „Ich kenne alle Kriegsgöttinen. Wir sind gewissermaßen Kolleginnen, oder?“

Die beiden Superheldinnen schüttelten sich die Hand. „Sehr erfreut, sie kennenzulernen!“ sagte Carmen. „Ganz meinerseits“, antwortete Obá lächelnd. „Also gut. Kommen Sie, ich bringe sie nach Hause“, schlug die Orixá vor.

 

10

Jorge, begleitet von Xangô, und Carmen, in der Gesellschaft von Obá, trafen fast gleichzeitig in der Pension unserer Superhelden ein. Carmen und Jorge umarmten sich und kämpften beide mit den Tränen.

Im Garten der Pension wurden sie bereits von einer großen Menschenmenge erwartet. Alle waren weiß gekleidet und begrüßten die beiden respektvoll, als wären sie Orixás einer fremden Religion. Die Gläubigen bestaunten ihre ungewöhnlichen Kostüme: das Papstgewand des Heiligen Vaters und Carmens Flamencokleid.

Carmen und Jorge erhielten Plätze in der ersten Reihe. Es herrschte eine sehr festliche Atmosphäre. Eine Musikgruppe begann zu trommeln und es dauerte nicht lang, bis die ersten Geweihten um einen Altar zu tanzen begannen, der mitten auf dem Rasen stand.

Im Verlauf der religiösen Zeremonie wurden Carmen und Jorge eingeladen, mit zu tanzen. Anfänglich hatte Jorge Zweifel wegen seiner Arthrose, aber zu seiner Überraschung waren die Schmerzen gänzlich verschwunden und er tanzte wie ein junger Mann. „Das muss eine Folge des Blitzes sein, der im Wald neben mir eingeschlagen ist“, vermutete er. In Wahrheit war er schon in Trance gefallen, wodurch, wie man aus der Psychologie weiß, manchmal jede Art von Schmerzen zum Verschwinden gebracht wird. Während sie tanzte, fiel Carmen ebenfalls in Trance. Sie schüttelte den Kopf und die Hufe und schrie schreckenerregend wie eine wahre Kriegsgöttin. Schließlich umarmten sie die Gläubigen.

Es wurde eine unvergessliche Nacht für unsere Superhelden.

 

11             

Am nächsten Tag, als Carmen erwachte und nach draußen ging, schien im Garten alles wie immer. Nichts mehr war von den Ereignissen der Nacht zu sehen, nichts von der Feier oder von den Orixás. „Habe ich das alles etwa nur geträumt?“ fragte sie sich.

Kurz darauf erschien Jorge an der Gartentür. „Guten Morgen, meine Liebe“, sagte er und breitete die Arme aus. „Ich hatte einen sehr seltsamen Traum. Aber wie auch immer, heute ist der erste Tag, an dem ich keine Schmerzen habe! Und jetzt habe ich einen Bärenhunger!“

So gingen die Ferien unserer ebenso sympathischen wie mutigen Helden zu Ende. Am Nachmittag, als sie im Flugzeug auf dem Heimweg saßen, zog Jorge ein Buch aus seinem Handgepäck und begann, darin zu blättern.

„Merkwürdig“, sagte er beim Betrachten einer Illustration, auf der eine Person in einem prächtigen Kostüm in den Farben rot und weiß zu sehen war. „Kommt mir irgendwie bekannt vor.“

Carmen nickte ein wenig abwesend.

[1] Die traditionelle Abneigung von Brasilianern gegenüber Argentiniern beschränkt sich definitiv nicht auf den Fußball.

[2] Tut mir leid, ich verstehe Euch nicht, ich spreche kein Portugiesisch.

[3] Aua!

[4] Ein nicht unbedingt würdiger Ausruf. Sinngemäß etwa: Verdammte Scheiße!

[5] Hallo, mein Freund

Segue a versão em Português

O Sequestro

1

No começo de outubro Carmen e seu amigo Jorge estavam passando suas férias no Brasil. Um dia, quando estavam dando um passeio na praia, Jorge gemeu e ficou com cara de dor. „O que é?“ sua amiga preocupada perguntou. „Ai! Estou com dor nos quadris!“ Jorge respondeu. „De novo?“ Carmen disse compassivamente. „Essa maldita artrose, hein?“ – „É uma prova que o Senhor me inflige“, Jorge disse pensativamente. „Venha! Vou colocar você na minha mochila e carregar-lhe!“ Carmen sugeriu. „Sério? Não estou para brincadeira“, Jorge perguntou. „Claro!“ Carmen replicou. „É o mínimo que posso fazer por você.“

Finalmente, Jorge concordou com a oferta amigável de sua amiga e Carmen pôs a mochila na areia. Assistiu Jorge subir dentro dela. „Tá melhor?“ Carmen perguntou depois de pôr a mochila nos ombros. „Tô muito melhor, obrigado“, seu amigo aliviado respondeu.

Continuaram o passeio pela praia. „Olhe o mar calmo, que lindo! E o sol radiante que aquece nossos corações!“ Jorge, estando sentado na mochila, louvou os milagres da criação do Senhor. Carmen fez que sim com a cabeça mas não disse nada porque estava transpirando. „Euforia pode ser um efeito colateral de certos analgésicos”, lembrou as palavras do seu professor da farmacologia na universidade onde tinha estudado alguns semestres de medicina. “Parece que o Papa ganhou peso“, pensou muda. „Já não é sem tempo para implantar protéses para que possa recomeçar a caminhar sem dores.“

O Papa ficou mais e mais alegre. Já estava cantando músicas religiosas quando, de repente, dois garotos apareceram do nada e bloquearam o caminho de nossos heróis cândidos. „Levantem as mãos!“ um deles gritou. Carmen parou surpreendida e avistou o revolver que ele tinha na mão. Neste momento ficou danada por ter deixado sua Walther PPK no cofre do hotel. Notou que seu amigo pacifista Jorge tinha se escondido dentro da mochila.

„Me dê a mochila, rápido!“ o criminoso ordenou. Carmen refletiu nervosamente sobre o que poderia fazer mas não viu nenhuma chance de opôr resistência sem expor ela mesma ou seu amigo Jorge ao perigo. O segundo garoto pegou a mochila e pragejou: „Caralho! Está pesada!“ – „Cala a boca!“ o garoto com o revolver gritou. „Vamos dar no pé!“

Um momento mais tarde eles tinham fugido, deixando nossa super-heroína na praia, sozinha.

Carmen ficou sem fala. Sentiu uma dor imensa.

„Jorge!“ murmurou.

„Jorge!!“ disse.

„Joooooooorgeeeeeee!!!“ gritou.

Mas não ouviu resposta nenhuma.

 

2

Uma hora mais tarde Carmen estava sentada num posto da Polícia Civil. „Por favor, conte-me o que aconteceu“, o policial pediu. „Estava dando um passeio na praia quando de repente dois garotos apareceram e sequestraram meu amigo Jorge“, Carmen relatou. Entretanto tinha recuperado o sangue frio da agente profissional. Deu uma descrição exata dos criminosos. O policial lhe mostrou uma série de fotos. „Esse!!!“ Carmen gritou quando reconhecou um deles. „Esse foi o sequestrador com o revólver!“ – „A senhora tem certeza?“ o policial bem-educado perguntou. „É um viciado bem-conhecido. Normalmente só rouba dinheiro e celulares. Até agora nunca envolveu-se num sequestro. Acho que seria complicado demais para ele.“ – „É ele, com certeza“, Carmen respondeu com firmeza. „Reconheço a tatuagem que tem no pescoço. É bem espalhafatosa, não é?“

O policial ficou convencido e ligou para a Polícia Militar para eles se dirigirem à favela onde o suspeito morava. „É tudo o que podemos fazer neste momento“, disse. „Vamos ver se os colegas o encontram.“

Depois ele pediu para Carmen contar um pouco mais sobre o desaparecido. „Preciso de mais informações para o Boletim de Ocorrência, sabe,“ ele explicou. Carmen não gostaria de ler a história nos jornais da manhã para não comprometer seu amigo. Por isso, decidiu-se por ser discreto e não contar tudo.

„Seu nome é Padre Jorge Mario. Trabalha de sacerdote na Itália.“ – „Um sacerdote? Na Itália? É rico? Pode ser que os sequestradores esperem um resgate exuberante?“ Carmen ficou preocupada. „Hm…“, murmurou, „não sei… Não, não acho… É membro de uma ordem muito pobre… Na verdade, a pobreza é seu ideal mais importante…“, Carmen contradisse. „Embora as igrejas dessa ordem pareçam bem esnobes“, nossa católica crítica pensou em segredo. „Então, não acho que faça sentido sequestrar um sacerdote tão pobre“, o policial falou em voz baixa, mais para si mesmo.

„Mas vamos começar com o boletim“, adicionou. „A senhora disse que trabalhava na Itália? Se chama Mario? Logo sua nacionalidade é italiana?“ – „Não, não é“, Carmen respondeu. „Só trabalha lá. Padre Jorge Mario é argentino.“

„O que?“ o policial gritou empalidecendo. „Um argentino? Nossa! Pobre criminoso… Agora tem um sacerdote argentino na sua casa… ai, que susto! Se ele tivesse sabido que sua vítima era argentina, com certeza o teria matado no próprio local!“

Neste momento, Carmen levantou-se, magoada, e saiu da delegacia sem despedir-se.

„Parece que tenho que resolver o caso sem a ajuda da polícia brasileira“, sussurou amargurada.

 

3

„Espere! Não aguento mais!“ o sequestrador arrastando a mochila arquejou. „O que é?“ seu camarada perguntou. „Esta maldita mochila é pesada demais“, primeiro respondeu. „O consumo de drogas pode prejudicar gravemente sua capacidade esportiva“, Jorge pensou dentro da mochila.

Os dois criminosos pararam e o primeiro pôs a mochila na terra. „Deixe-me ver o que tem dentro“, disse. Abriu o zíper e assustou-se. „Olhe!!! Mas… quem é você?“ perguntou boquiaberto a Jorge.

O Santo Pai ficou calado. „Melhor não falar“, pensou intimidado. „Quem é você???“ os dois sequestradores gritaram com ele. „Lo siento, no los entiendo, no hablo portugues“ („Lamento, não entendo vocês, não falo português“), Jorge disse em espanhol. Os sequestradores ficaram desorientados. „Ao que parece é estrangeiro“, o primeiro disse. „Olhe que vestido estranho! Parece árabe… embora seu idioma não soe árabe…“ o segundo adicionou. „O consumo de drogas pode também prejudicar seu nível educacional“, Jorge pensou mas ficou calado. „De qualquer forma não devemos levá-lo conosco!“ o segundo sequestrador decidiu.

O primeiro ficou com pavor. „Vá, baleie ele!“ ordenou. „Você está maluco? Isso só chamaria a atenção da polícia! Não, ele é um ancião decrépito; deixamos ele aqui na mata e vamos dar no pé!“ – „Tá“, o primeiro disse e jogou Jorge à terra. O papa viu estrelas. „¡Ay!“ gritou em espanhol acentuando o primeiro ponto de exclamação invertido para eles acreditarem que ele é estrangeiro. Os sequestradores ficaram ainda mais confusos mas pegaram a mochila e preparam-se para fugir.

Nesse momento o primeiro olhou os tênis vermelhos do Papa. Eram novinhos em folha e da marca Prada. Carmen os tinha dado de presente a seu amigo antes de partirem para as férias. „Espere!“ o criminoso ordenou. „Preciso desses tênis!“

„¡Puta madre!“ („Caralho!“) Jorge murmurou quando os sequestradores tinham desaparecido. „Já não é sem tempo para implantar protéses…“.

 

4

No entretanto Carmen tinha voltado ao hotel onde ligou o computador. Logou na VatiCloud e tentou localizar o Vatifone (celular do provedor do vaticano) do Papa. O sistema funcionou perfeitamente. O celular de Jorge estava numa favela perto do lugar do assalto. Pegou seu Vacafone (celular do provedor especial dos agentes secretos bovinos) e mandou uma mensagem por Whatsapp para o Papa: „Olá amigo!“ Esperou uns segundos até que o segundo gancho ficou azul. Mas não recebeu resposta nenhuma. Carmen ficou ainda mais preocupada. „Tem duas possibilidades“, nossa agente esperta pensou. „Talvez não possa responder por uma causa qualquer“, pensou. „Ou possivelmente aqueles caras roubaram o celular e Jorge esteja ficando noutro lugar. De qualquer maneira tenho que pesquisar o celular primeiro, quer dizer, imediatamente.“

Carmen buscou sua pistola Walther PPK e mais uma arma de fogo automática do cofre do quarto e as ocultou sob seu vestido flamenco. Também colocou munição suficiente na sua bolsa da marca Prada. Foi à rua onde viu uma moto estacionada. Montou nela e em menos de um segundo conseguiu arrancá-la com curto-circuito. Logo depois correu para a favela onde tinha localizado o Vatifone do Papa.

 

5

Depois dos garotos fugirem, Jorge ficou meditando sobre sua situação. „Que tentação ficar aqui na mata, neste lugar pacífico em vez de voltar ao Vaticano onde todas essas obrigações cansativas estão me esperando! Mas seja como for, tenho certeza que minha amiga fiel está me procurando. Tenho que ligar para ela.“ Jorge pôs a mão no bolso do sua bata. „Deus me livre! Agora me lembro. O colocou na mochila uns momentos antes do assalto. Agora estará nas mãos dos assaltantes. Não posso ligar para minha querida amiga. Tenho que voltar ao hotel já para ela não ficar preocupada! Ou ainda melhor, ir ao posto de polícia mais perto!“

Jorge tentou levantar-se. Mas não consegiu. A dor nos quadris foi insuportável. Tentou de novo. Foi imposível.

„Talvez seja mais uma prova que o Senhor me inflige“, Jorge pensou e começou a rezar.

 

6

“Que saco! Esse troço tá protegido por um código!” um dos sequestradores enervou-se com o Vatifone que tinha descoberto na mochila depois de voltar para casa. “Deixe-me ver”, seu cúmplice pediu. “Que coisa estranha. Nunca vi um celular assim. Parece-se com o iPhone, mas não é. Não tem maçã no verso. Só vejo um crucifixo…”

“Um crucifixo?” o primeiro levou um susto. Na verdade, embora ele seja um criminoso viciado e ao mesmo tempo o cabeça de uma quadrilha de má fama, também era muito supersticioso. “Puxa vida! Você acha que esse cara era padre? Então é melhor desligá-lo! Dá azar assaltar um padre!”

“Tá falando besteira!” o segundo respondeu. “Como você pensa que o celular dum padre dá azar?”

“Mas você não saca nada! Com certeza dá azar! Talvez eles já estejam tentando localizar-nos!”

“Quem, eles?”

“Seus colegas, o Papa, os santos, os anjos… sei lá”, o cabeça da quadrilha de muita má fama gritou quase histericamente. “Desligue-o! Já!”

“Não posso”, seu colega respondeu encolhendo os ombros. “Sem código não é possível desligar.”

“Então, temos que levá-lo para fora antes que eles nos localizem!”

“Tarde demais!” Carmen disse num tom irônico. Estava na porta, tinha uma arma em cada casco e apontava para os dois criminosos.

 

7

“Tem razão! Realmente dá azar assaltar um padre. E agora: Não se mexam! Nem pensem em fugir!”, Carmen adicionou.

“Quem é você para me ameaçar no meu próprio território?” o cabeça da quadrilha de má fama ficou com raiva.

“Eu sou Carmen. O anjo da vingança”, nossa super-heroína bem-humorada respondeu.

“Eu te disse…”, o sequestrador murmurou para seu amigo. Depois de um momento de silêncio ele fez uma oferta. “Tá certo, parece que no momento você tem os melhores argumentos. Vamos devolver tudo, a mochila, a carteira, o celular, e você some, de acordo?” Em segredo, o criminoso já estava planejando perseguir Carmen com sua quadrilha. Ele era o cabeça e não podia tolerar uma vaca dando ordens a ele, nem sequer uma vaca armada e vestida com um vestido de flamenco!

 

8

De repente, Jorge acordou dum sono profundo. Olhou para trás e notou os raios e os trovões duma tempestade aproximando-se. A noite já estava caindo sobre a mata. Pouco a pouco se lembrou do que tinha acontecido. Tinha uma atmosfera assustadora nesta mata abandonada.

“Não estou sozinho”, pensou. “O Senhor está comigo”, Jorge tentou consolar-se.

Neste mesmo momento um raio caiu ao lado dele. Quando seus olhos tinham recuperado-se da intensidade da luz, Jorge viu os contornos duma pessoa que tinha aparecido em frente dele. Estava vestindo uma vestimenta esplendorosa de cor vermelha e branca. Tinha na mão um machado de dois gumes. Jorge se lembrou dum livro sobre as religiões afrobrasileiras que tinha lido no avião. A pessoa parecia-se com uma ilustração nesse livro. “Deve ser um sonho”, pensou. “Ou uma alucinação. Meu médico me advertiu que isso podia acontecer nas pessoas idosas quando elas não bebem o bastante.” Jorge fechou os olhos e esperou que a alucinação desaparecesse.

“Não tenha medo”, Jorge ouviu a pessoa falar num tom muito amigável. “Sou Xângo, o Senhor da Justiça. Vim para cá para salvar você.”

Jorge abriu os olhos. Sabia que não estava nem sonhando nem alucinando. “Kawô Kabiesilé”, Jorge cumprimentou o orixá.

Xângo sorriu. “Vem, te levo para tua casa”, disse.

“Vivam as cooperações afrobrasileiras!” Jorge pensou e voltou a cair no sono.

 

9

Depois de amarrar os dois criminosos na casa deles, Carmen saiu pela porta. Mas que susto! Se viu confrontada pela quadrilha que tinha reunido-se na frente da casa, ameaçando ela com todo tipo de armas de fogo. “Merda”, Carmen rosnou.

“Acabem com essa canalha”, ouviu gritar o cabeça da quadrilha de dentro da casa.

Nossa superheroína olhou para trás à procura duma possibilidade de fugir. Notou atrás do grupo uma pequena queda d’água. Fechou os olhos e pensou sobre suas oportunidades de chegar lá mas não viu nenhuma. Os gângsteres eram demasiados. A situação pareceu sem esperança. “O que meu amigo Jorge faria se estivesse em meu lugar?” se perguntou. E começou a rezar o terço.

Quando Carmen abriu os olhos, viu uma mulher aproximando-se daquela queda d’água. Estava vestindo uma vestimenta esplendorosa de cor vermelha e branca. Levava numa mão uma lança e um escudo na outra. Carmen se lembrou dum livro sobre as religiões afrobrasileiras que Jorge tinha lido no avião. A pessoa parecia-se com uma ilustração nesse livro. Se colocou atrás da quadrilha sem estar apercebida. Um momento mais tarde, ela emitiu um grito fazendo toda a favela vibrar. Os membros da quadrilha deixaram cair as armas e começaram a tremer de medo. “É a Obá! Vamos dar no pé!” gritaram. Dentro de poucos segundos, todos tinham fugido.

“Oi!” Carmen cumprimentou sua salvadora. “Quer dizer: Obá Xirê!” – “Ah é?” a orixá perguntou sorrindo. “A senhora me conhece?” – “Claro”, Carmen respondeu. “Conheço todas as rainhas guerreiras. Somos quase colegas, não é?”

As duas superheroínas se deram um aperto de mão. “Muito prazer em conhecê-la!” Carmen disse. “O prazer é todo meu”, Obá respondeu sorrindo. “Tá bem. Vamos, vou levar você para casa”, a orixá propôs.

 

10

Jorge, acompanhado por Xangô, e Carmen, na companhia da Obá, chegaram quase ao mesmo tempo na pousada de nossos super-heroís. Carmen e Jorge se abraçaram, ambos lutando para conter as lágrimas.

No jardim da pousada, já estavam sendo esperados por uma grande turma, todos vestidos de branco, que cumprimentou os dois com respeito como se fossem orixás duma religião estrangeira. Os fiéis admiraram seus hábitos extraordinários: a vestimenta do Papa e o vestido de flamenco de Carmen.

Carmen e Jorge receberam cadeiras na primeira fila. Havia um ambiente muito festivo. Uma banda começou a tocar tambores e demorou pouco até os primeiros filhos de santo chegarem dançando em torno de um altar que estava na grama.

Na decorrência do ritual, Carmen e Jorge foram convidados para dançar também. Inicialmente, Jorge tinha dúvidas por causa da artrose, mas de surpresa suas dores tinham desaparecido completamente e dançou como um jovem. “Deve ser um efeito colateral do raio que caiu ao meu lado naquela mata”, ele achou. Na verdade, já tinha entrado em transe que, como se sabe na psicologia, as vezes serve para aliviar todos os tipos de dores. Dançando, Carmen também caiu em transe. Sacudiu a cabeça e os cascos e gritou assustadoramente como uma verdadeira rainha guerreira. Finalmente, eles deram abraços nos fieis.

Foi uma noite inesquecível para nossos heróis.

 

11

No dia seguinte, quando Carmen acordou e foi para fora, no jardim, lá tudo parecia normal. Não havia nem sombra da noite passada, da festa, dos orixás. “Isto não passou de um sonho?” ela se perguntou.

Um momento mais tarde, Jorge apareceu na porta da varanda. “Bom dia, querida”, disse esticando os braços. “Tive um sonho muito estranho. Mas seja como for, hoje é o primeiro dia de nossas férias em que estou ficando sem dores! E agora, estou com uma fome de leão!”

Assim terminaram as férias de nossos heróis tão simpáticos quanto corajosos. De tarde, quando estavam sentados no vôo de regresso, Jorge tirou um livro de sua bagagem de mão e começou a folhea-lo.

“Que coisa estranha”, disse olhando uma ilustração que mostrou uma pessoa vestindo uma vestimenta esplendorosa de cor vermelha e branca. “De certa forma me parece familiar.”

Carmen, um pouco avoada, fez sim com a cabeça.

 

Märchen, Mythen, Muh-Maschinen (April – Mai 2016)

07. April 2016   Innovation

In Mühkene beleuchtet Elektra-Ingenieurin Carmen de Ronda den Agamemnon-Tempel mit der innovativen und energiesparenden Glühtämnestra.

 

08. April 2016   Sport ist Mord

Aktueller Trend auf der Kölner Fitnessmesse Fibo ist EMS, die elektrische Muskelstimulation. Damit könne das Training auch im Freizeitbereich viel effektiver gestaltet werden, erklärt EMS-Trainerin Carmen de Ronda.

Sie habe persönlich viele Jahre intensiver Forschungsarbeit in die Entwicklung der Methode investiert, erläutert sie. „Angefangen haben wir in der Death Row eines Gefängnisses im US-amerikanischen Bundesstaat Florida, wo die Menschen bekanntlich besonders körperbewusst sind. Es hat eine Weile gedauert, bis wir uns an für die Athleten verträgliche Stromspannungen herangetastet hatten“, schildert sie die anfänglichen Schwierigkeiten. „Hier mussten in der Anfangszeit leider einige Opfer auf dem Altar der Wissenschaft dargebracht werden. Aber auch heute ist die Anwendung von elektrischem Strom am Körper nicht ganz ungefährlich. Sie sollte daher nur unter kompetenter Aufsicht durchgeführt werden“, warnt unsere verantwortungsvolle Sportskanone eindringlich.

„Dass auch bei sachgemäßer Durchführung der ein oder andere Trainierende auf dem Ergometer verschmurgelt, mag andererseits den Reiz des Trainings für die Sensation Seeker unter unseren Kunden sogar eher erhöhen“, fügt sie augenzwinkernd hinzu und wischt sich eine Rußspur aus dem  Gesicht.

Prof. Dr. Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln: "EMS-Training gehört in gute Hände!"
Prof. Dr. Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln: „EMS-Training gehört in gute Hände!“

 

21. April 2014   Frühes Ende

The cow formerly known as Carmen trauert um einen weiteren großen Kollegen.

Tot: Prince
Tot: Prince

 

Fidel: Castro
Fidel: Castro

 

03. Mai 2016   Spekulationen

Bei einem Flug über die Kölner Innenstadt verliert Carmen die Kontrolle über ihre Drohne. Das Flugerät kracht in ein Geschäftshaus, in dem sich zum Unfallzeitpunkt glücklicherweise keine Menschen befinden. Das Haus stürzt kurz nach dem Unglück ein. Unsere waghalsige Pilotin kann sich  in letzter Sekunde mit dem Schleudersitz retten.

Verwüstung nach Absturz

Interessanterweise sei das Grundstück schon längere Zeit Ziel von Immobilienspekulanten gewesen. Die Besitzer des Hauses hätten sich alllerdings bislang geweigert, zu verkaufen. Es sei interessant, dass bereits auffällig kurz nach dem Absturz die ersten Bagger an der Unglücksstelle mit den Aufräumarbeiten begonnen hätten, teilt ein Mitarbeiter des Bauamtes mit.

Carmen, die mit ihrem Fallschirm im Rhein gelandet ist, genießt bei schwül-warmem Wetter erst einmal die Abkühlung und steckt sich dann eine Zigarre an, während sie von einem Rettungsboot der Feuerwehr zum Ufer gebracht wird.

 

06. Mai 2016   Margot Honecker stirbt in Chile

Carmen ist erschüttert. „Ach Gott, die Margot!“ wispert sie mit Tränen in den Augen. Noch vor wenigen Wochen habe sie im  Salon von Udo Walz neben ihrer ehemaligen sozialistischen Kampfgefährtin  gesessen und sich die Haare schön machen lassen.

 

09. Mai 2016   Strafe muss sein

In einem weiteren spektakulären Raser-Prozess muss sich heute der Heilige Vater vor dem Kölner Landgericht verantworten.

Staatsanwältin Carmen de Ronda wirft ihm vor, am Pfingstsonntag 2015 mit seinem Fiat Lux mit 14 km/h durch eine Spielstraße in einer Kölner Favela auf der rechten Rheinseite gefahren zu sein. „Er war damit doppelt so schnell wie erlaubt“, stellt unsere Prädikatsjuristin mit dem Mathe-Diplom nüchtern fest.

„Ich war unterwegs zur Frühmesse in Köln-Kalk und musste noch einmal umkehren, weil ich die Hostien vergessen hatte“, versucht sich der zerknirschte Jorge zu verteidigen. „Dann wurde leider die Zeit knapp.“

„Am Ende war es nur einer glücklichen Fügung zu verdanken, dass keine Kinder zu Schaden gekommen sind!“ beschließt Carmen ihr Plädoyer.

„Das war keine glückliche Fügung, sondern Gottes Wille!“ ruft Jorge empört dazwischen. „Ach so?“ erwidert unsere Staatsanwältin ebenso ungerührt wie zynisch. „Aber wenn ein Flugzeug mit 200 unschuldigen Menschen an Bord abstürzt, dann, ja dann war es sicher technisches Versagen?“

Im Fall einer Verurteilung droht dem Hl. Vater ein Bußgeld bis zu 30€. „Dann ist die Kollekte vom letzten Sonntag schon wieder futsch“, kommentiert Carmen mit gehässigem Grinsen.

Der Vorsitzende Richter hat jedoch ein Einsehen mit dem Bettelmönch und schlägt einen Vergleich vor: man könne den Hl. Vater als Ersttäter doch zu zwanzig Sozialstunden verurteilen. „Meinetwegen. Aber wenn schon, dann bitte bei der Diakonie!“ fordert Carmen, die heute irgendwie nicht gut auf ihren Kumpel zu sprechen ist.

 

10. Mai 2016   Bis zum Abwinken

Nachdem bekannt wurde, dass die Zufuhr künstlicher Vitamine zu einer Verkürzung der Lebenserwartung führt, lanciert Marketing-Genie Carmen de Ronda eine neue Produktlinie: „Das neue Orthomol letal: Topfit in den Sarg!“

 

16. Mai 2016   Off with a bang

Unerwartet verstirbt Carmens Mentorin Erika Berger im Alter von 76 Jahren unter unklaren Umständen. „Alles, was ich über die Liebe weiß, habe ich von ihr gelernt“, würdigt Carmen die Verdienste ihrer erfahrenen Freundin.

Während die Kölner Feuerwehr sich über die Todesumstände in Schweigen hüllt, gibt die Leiterin der Spurensicherung, Carmen de Ronda, hinter vorgehaltenem Huf einige pikante Details preis: „Totgefickt,“ stellt unsere kleine Labertasche nüchtern fest und fährt sich dabei lasziv mit ihrer feuchten Zunge über die wie immer viel zu grell geschminkten Lippen. „Fünf brasilianische Callboys auf einmal waren wohl zwei zuviel“, flüstert ihr ein Kollege zu.

„Jedenfalls war es das Ende, das sie sich immer gewünscht hat“, lautet Carmens abschließender Kommentar. Dann wischt sie sich eine Träne aus dem Augenwinkel und geht wieder an die Arbeit.

 

21. Mai 2016   Jugend forscht

Per Notstandsregelung verbietet Ministerpräsident Eunerpan ab sofort die Grippe-Impfung für Kurden. Das Parlament habe schließlich der Aufhebung ihrer Immunität zugestimmt. „Mit der nächsten Grippewelle ist das Kurden-Problem gelöst“, freut sich der listige Türke.

Berichte, wonach das türkische Militär unter Leitung der skrupellosen Virologin Carmen de Ronda-Semmelweis an einem passenden Laborvirus arbeite, will er nicht kommentieren. 💉

 

23. Mai 2016   Übernahme

Warum sie sich entschieden habe, ihre Firma zu verkaufen, wird Carmen de Ronda-Monsanto von einem Journalisten des Wall Street Journal gefragt.

„Wissen Sie, irgendwann hat man einfach alles schon einmal gemacht: Kühe mit Zebramuster, Kälber mit zwei Köpfen, Bullen mit drei Penissen… und dann wird es eben nur noch ermüdend, Schöpfer zu spielen.“

Daher habe sie sich jetzt entschieden, erst einmal ein Sabbatical zu nehmen und sich danach wieder ihrem Kerngeschäft zu widmen. „Auftragsmorde“, sagt unsere kleine Wirtschaftsführerin mit den traurigen Kuhaugen, „damit habe ich angefangen und das ist einfach meins: mit den eigenen Hufen etwas gestalten zu können!“

Nur aus Eitelkeit und Habgier sei sie von diesem Weg abgekommen und habe sich mit der Gentechnik eingelassen. „Mein Beichtvater hat mir die Augen geöffnet, dass es so nicht weitergeht“, beendet Carmen das Interview.

Was sie denn während des Sabbatical zu tun gedenke, will der Journalist noch wissen. „Achtsam Flutschmoppen backen“, antwortet Carmen im Weggehen.

 

24. Mai 2016   Hofer unterliegt

„Bitte, nicht schon wieder ein Österreicher!“ betet Carmen kurz vor der Bekanntgabe, wer neuer Bundespräsident der Alpenrepublik wird. „Heute ist das Land nur mit äußerster Knappheit einer Wiederholung der Geschichte entgangen, “ seufzt sie anschließend erleichtert auf.

 

28. Mai 2016   Backe backe Kuchen

Auf dem Parteitag der Linken in Magdeburg möchte Alt-Linke Carmen de Ronda ihrer Parteifreundin Sahra Wagenknecht eine selbstgebackene Schokoladentorte überreichen. Leider stolpert unsere kleine Superheldin auf den letzten Schritten über ihre neuen Manolos.

Als Sahra nach dem Unglück verärgert schimpft, schaut Carmen sie mit großen und traurigen Kuh-Augen an: „Aber die hast Du doch immer so gern gegessen?“ bringt sie halb beleidigt hervor.

Um ihre Torte sei es irgendwie Schade, findet Carmen. „Jedenfalls mehr als um Sahras selbstgehäkelten Öko-Fummel“, twittert sie kurz nach dem peinlichen Zwischenfall.

Um die Stimmung zur retten, bietet sie der verstörten Parteichefin eine Flasche von Jorges sensationellem Allzweckfleckenweihwasser an, die sie zufällig in ihrer Tasche entdeckt hat. „Damit gehen sogar Spermaflecken aus Messgewändern“, preist Carmen das praktische Produkt.

 

29. Mai 2016  

Wie jetzt erst bekannt wird, war das Kleid von Sahra Wagenknecht keineswegs selbstgehäkelt. Vielmehr habe es sich um ein aktuelles Modell aus der Nobelserie „kik exclusiv“ gehandelt. Der finanzielle Schaden sei dennoch überschaubar, teilt Textilreinigungsfachfrau Carmen de Ronda-Primark zum Ende des Parteitags mit.

 

30. Mai 2016   Wassermassen verwüsten Süddeutschland

Nach fast 20 Jahren verlässt Äbtissin Carmencita von den Heiligen Wassern ihr Kloster und eröffnet eine Cocktailbar. „Kirschwasser statt Weihwasser“ lautet ihr neues Credo.

Auf dem Milchgipfel schildert Lobbyistin Carmen in eindrucksvollen Worten, dass sie sich aufgrund des Milchpreisverfalls persönlich zum Rückzug aus der Milchproduktion entschlossen habe. Gerüchten, wonach das in Wahrheit wohl eher mit ihrer  postmenopausalen Zwangslage zu tun habe, tritt sie empört entgegen.

 

 

 

Donald Duck erobert Amerika (März 2016)

02. März 2016   Geile Friese

Nach dem Super-Dienstag lässt sich Valentin Blasius beim Friseur die Haartracht seines großen Idols Donald Duck nachbilden.

Schick: Valentin Blasius
Schick: Valentin Blasius

 

Carmen fürchtet sich nicht vor der Präsidentschaft von Donald Duck. Sie meint, die amerikanische Demokratie sei recht robust. Schließlich habe sie schon mehr debile Präsidenten überstanden. „Leider muss jedesmal ein anderes Land im Nahen Osten dran glauben“, seufzt unsere Politikwissenschaftlerin.

 

03. März 2016   Drogenprobleme

Als Volker Beck am Morgen ins Büro kommt, sitzt Carmen de Ronda-Roja schon mit professioneller Betroffenheitsmine am Schreibtisch.

„Möchtest Du mir vielleicht etwas sagen?“ fragt sie im Ton der betroffenen Grundschullehrerin, während sie unauffällig den Flyer der Drogenberatung über den Katalog von Jacques‘ Weindepot schiebt.

 

04. März 2016   Just do it!

Nachdem sie  ihre Freundin Angie in Paris zu einem Treffen mit François Hollande abgesetzt hat, überfliegt Carmen mit ihrer Drohne das Atomkraftwerk Fessenheim. Mit einem elektromechanischen Impuls legt sie den Pannenreaktor lahm.

Dann schickt sie eine SMS an ihre Auftraggeberin: „Während Ihr beiden Hübschen Händchen haltet und Macarons fresst, hab ich mal wieder die Drecksarbeit gemacht. Hole Dich um 21 Uhr in Orly ab. Gruß Carmen.

 

07. März 2016   Erneuerbare Energien

Für den Fall einer Abschaltung des Pannenreaktors Tihange bietet Carmen den Belgiern eine schnell verfügbare Alternative:

„Flüchtlingsstrom ist ökologisch einwandfrei und wird so bald nicht versiegen!“ verspricht unsere skrupellose Schlepperin.

„Gebt mir 3 Milliarden und ich baue die Balkan-Pipeline bis nach Brüssel!“

 

08. März 2016   Zähe Verhandlungen

Die UN-Hochkommissarin für Flüchtlingswesen und Verbraucherschutz, Carmen de Ronda, einigt sich mit dem türkischen Ministerpräsidenten auf ein zweijähriges Umtauschrecht für Flüchtlinge. „Insbesondre falsch deklarierte Ware muss innerhalb dieser Frist vom zuständigen Schlepper kostenlos zurückgenommen oder nachgebessert werden.“

Im Gegenzug bietet Carmen ihm die vorübergehende Aussetzung der Pressefreiheit. „Damit haben wir kein Problem“, lehnt der listige Türke das Angebot lächelnd ab. „Meine Presse ist frei.“

 

09. März 2016   Carmen under ground

Troglodytin Carmen de Ronda steht in einer Tropfsteinhöhle und lässt im Minutenabstand je einen Tropfen Milch aus ihrem rot angemalten und noch immer jugendlich prallen Euter zu Boden fallen.

„Das sind echte Stahllacktitten!“ erklärt sie stolz den staunenden Touristen.

 

12. März 2016

Vergeblich weist Carmen am Tag vor der Wahl noch einmal eindringlich auf das Euthanasie-Programm der AfD hin. Wieder werden die Deutschen hinterher behaupten, sie hätten von nichts gewusst.

Ihre Lebensmitteleinkäufe tätigt Carmen heute beim Syrer um die Ecke. Besonders angetan haben es ihr die leckeren Falafel-Kugeln. „Bratling vom Flüchtling!“ schwärmt unsere sympathische Vegetarierin.

 

13. März 2016   Anachronismus

Beim Düsseldorfer Rosenmontagszug steht Carmen als Rosinante verkleidet in der ersten Reihe und winkt vergnügt den Zugteilnehmern. Als ein WDR-Reporter sie mit anzüglichem Blick und entsprechendem Kommentar „En Föttche wie en Sesterpäd!“* auf ihr Hinterteil fragt, ob er ihren Auftritt als Brauereigaul im Fernsehen zeigen dürfe, stellt unsere sensible Heldin das ohnehin schale Alt-Bier beiseite, packt spontan ihre Sachen zusammen und fliegt zurück nach Köln.

„Du hattest Recht“, stimmt sie ihrem Kumpel Jorge schmallippig zu. „Man sollte die Fastenzeit wirklich nicht grundlos unterbrechen.“

Bei frühlingshaftem Wetter sitzt Carmen später friedlich in einem italienischen Straßencafé und studiert die Speisekarte. Da beobachtet sie eine Frau in Burka, die mit einer Maschinenpistole Amok läuft.

Carmen winkt den Kellner herbei. „Einmal Spaghetti Allahrabiata!“ gibt sie mit zweideutigem Lächeln ihre Bestellung auf.

Nachdem die AfD bei der Landtagswahl in Thüringen 24 % der Wählerstimmen erreichte, fährt Carmen mit dem Betonmischer an die Landesgrenze. „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten“, beruhigt sie die fragend blickenden Eingeborenen.

*Kölsch: „Ein Arsch wie ein Brauereipferd.“

 

14. März 2016   Keine Schwalbe, kein Sommer

Die zweite Vorsitzende der AfD, Beatrix von Storch, weist Vergleiche zwischen ihrer Partei und den Nationalsozialisten als unzutreffend und absurd zurück.

Dann lässt sie sich von zwei glatzköpfigen Angehörigen der Storch-Abteilung zur Vereidigung der Storch-Jugend eskortieren.

In ihrem Ferrari rast Carmen mit hoher Geschwindigkeit an Magdeburg vorbei. „Sachsen ist, wo ich nicht anhalt!“ steht in großen Lettern auf der Heckscheibe.

Konsequent: Der Vorsitzende der AfD in Magdeburg, Herrmann-Adolf von Storch, lässt in ganz Sachsen-Anhalt alle Nistkästen für Zugvögel entfernen. Wer illegal einen Zugvogel in seinem Garten verstecke, müsse mit empfindlichen Strafen rechnen, warnt der Politiker die wenigen Gutmenschen unter der Bevölkerung. Angehörige der Storch-Abteilung fletschen drohend ihre braunen Zähne.

 

15. März 2016   Neue Enzyklika

In Magdeburg stellen Carmen und Jorge heute ihre neue Enzyklika „Von der großen Sorge um die kleinen Arschlöcher“ vor.

Darin geht es um die Frage der spirituellen Betreuung von AfD-Sympathisanten und ihrer Angehörigen.

„Wir müssen sie liebend annehmen, so wie gute Eltern es mit ihrem geistig behinderten Kind tun“, erklärt Jorge seine erste These.

„Auch wenn wir uns häufig fragen müssen, ob wir es nicht doch besser abgetrieben hätten“, ergänzt Carmen seufzend.

 

17. März 2016   Wachstumsbremsen

Regierungssprecherin Carmen Seibert stellt in der Bundespressekonferenz den neuen Maßnahmenkatalog zur beschleunigten Bearbeitung von Asylanträgen vor:

  1. Alle Sachbearbeiter wurden angewiesen, ab sofort mit zehn Fingern zu tippen.
  2. Abschiebungen werden ab sofort mit dem ICE durchgeführt.

Leider hätten sich nach dem ersten Tag des Inkrafttretens der Maßnahmen bereits zahlreiche Sachbearbeiter wegen Burnout krankgemeldet. Ver.di prüfe eine Sammelklage schwerbehinderter Sachbearbeiter mit weniger als zehn Fingern.

Zudem gebe es Widerstände seitens des Fahrgastverbandes Pro Bahn, der um den Komfort regulär zahlender Fahrgäste fürchte und daher eine einstweilige Verfügung beim Bundesgerichtshof erwirkt habe.

Der für die Asylanträge zuständige Innenminister lasse die rechtliche Situation prüfen. Dies werde jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen, da sich der verantwortliche Referent seit Jahren beharrlich weigere, mit zehn Fingern…

 

22. März 2016

Wegen der Anschläge in Brüssel bricht Carmen ihren Cuba-Besuch vorzeitig ab. Am Steuer der Air Force One nimmt sie Kurs auf Belgien.

„Sorry, aber nimm Dir halt nen günstigen Flug über Mexiko“, simst sie an ihren alten Freund Barrack. „Nix für ungut!“ schickt sie noch hinterher. „Aber DU kannst eh nicht wiedergewählt werden.“

 

23. März 2016   Die ebenso obligatorische wie sinnlose Frage

Ob die Anschläge in Brüssel zu verhindern gewesen seien, wird Terrorismusexpertin Carmen de Ronda in einem Radio-Interview gefragt. Das sei schwer zu sagen, antwortet Carmen. Offenbar seien jedoch im Vorfeld untrügliche Merkmale für erhöhte Gewaltbereitschaft bei den Tätern übersehen worden. „Immer, wenn jemand mit einer Primark-Tüte herumläuft, ist erhöhte Wachsamkeit geboten“, warnt unsere Sicherheitsexpertin eindringlich. „Verständigen Sie in solchen Fällen am besten unverzüglich die Polizei!“

Carmen fragt: Wer kennt diesen Mann?
Carmen fragt: Wer kennt diesen Mann?

 

24. März 2016   Gründonnerstag: Spinat ist für Pazifisten

Sterneköchin Carmen empfiehlt zu Ostern Carpaccio vom marinierten Salafistenhoden an Mousse von der gesteinigten Ehebrecherin.

Und als Karfreitagsmenu nach dem Ostermarsch gehobelte Friedensmorchel mit Harmonie-Illusionskirschen.*

*Menüvorschlag mit freundlicher Unterstützung von Carmens Anti-Aggressions-Trainerin Christiane I.-F. aus M.

 

25. März 2016   Karfreitag: Regenwetter

Wegen des Regenwetters stellt Carmen  am Carfreitag ihre Carre in den Carport.

„Karfreitag ist ein stiller Feiertag!“ sagt sie nickend, während sie den Schalldämpfer auf ihr Präzisionsgewehr schraubt.

Da Karfreitag ein stiller Feiertag ist, müssen heute alle Kinos geschlossen bleiben. Die Leiterin des Ordnungsamtes, Carmen de Ronda, erteilt allerdings eine Ausnahmegenehmigung für Porno-Kinos. „Es dürfen aber nur SM-Filme vorgeführt werden“, schränkt sie ein. „Die Szenen am Andreaskreuz sollen nämlich ausschließlich der Erbauung der Gläubigen dienen“, begründet sie ihre Entscheidung.

„Kreuzige ihn, kreuzige ihn!“ ruft Carmen bei einer Wahlkampfveranstaltung ihrer Freundin Hillary. Dann setzt sie ein Bild von Donald Duck in Brand und sichert sich damit den Beifall der Menge.

 

26. März 2016   Osternacht

Wie sie denn das Ende der Fastenzeit zu begehen gedenke, erforscht Jorge beiläufig das Gewissen seiner frommen Ministrantin.

„Komasaufen!“ antwortet diese wie aus der Pistole geschossen.

Die Storch bringt die Kinder… um (Februar 2016)

01. Februar 2016   Carmen besucht die AfD

Vom Fenster ihres Berliner Büros spielt Carmen von Storch heute Paintball mit Flüchtlingskindern. „Sind echt nicht leicht zu treffen, die kleinen Racker“, quietscht unsere Hochadelige vergnügt.

Im Auftrag von Präsident Putin soll Carmen dem misstrauischen russischen Volk die Änderungen im internationalen Zahlungsverkehr näher bringen. „Auch der Ivan nutzt die IBAN„, lautet der eingängige Slogan von Carmens Kampagne.

 

02. Februar 2016   Lichtmess

Zu Mariä Lichtmess zieht Carmen singend und mit einer Kerze auf dem Kopf durch die Wohnung. Jorge beobachtet das Treiben mit einer Mischung aus Besorgnis und Amüsement. „Vergiss nicht, den Tannenbaum rauszustellen“, erinnert er seine tugendhafte Ministrantin.

Bei einem tragischen Jagdunfall löst sich aus dem Gewehr von Zika von Storch ungewollt ein Schuss. Die Storch war gerade dabei, an der deutsch-österreichischen Grenze einen Hochsitz zu besteigen, um Jagd auf illegale Flüchtlinge zu machen.

Die Kugel traf von Storch mitten in die Stirn und zerstörte weite Teile ihres Großhirns.

Bei der anschließenden Pressekonferenz habe sie gewirkt wie immer, berichtet das ZDF in einer Sondersendung. Insbesondere sei ihre Mimik so sparsam und übellaunig gewesen wie man es vor dem Unfall von ihr gewohnt gewesen sei, stellt der Reporter vor Ort fest. „Es bleibt also zu vermuten, dass sie den Schuss nicht gehört hat“, resümiert der Journalist.

 

03. Februar 2016   Endlich wieder eine Seuche!

Bei Schalteröffnung steht Carmen heute als erste Kundin in ihrer Postfiliale. Wie hoch denn das Porto für ein Asylpaket 2 sei, will sie von der Postangestellten wissen. Die sucht nervös nach der versteckten Kamera.

Während Ebola noch ein Joint Venture von Kardinal Meißner und der AfD war (siehe „Outbreak: Carmen et Victor Bourrédevirus-Roussette du Sénégal (Sep. 2014)“ – wir erinnern uns), sind jetzt also Frau von Storch und ihre Spießgesellen allein aktiv.

Der Sinn der Epidemie besteht in der Vermehrung der braunen Massen. Wird eine schwangere Frau vom Zika-Virus infiziert, bringt sie nämlich später – je nach ihrer sozialen Stellung – entweder einen Skinhead oder einen AfD-Anhänger zur Welt!

„So bedingt eine Seuche die nächste“, sinniert Jorge.

„Da der Meißner diesmal nicht beteiligt war, betrifft die Epidemie ausnahmsweise vorwiegend Heterosexuelle“, stellt die Seuchenbeauftragte der WHO, Carmenzika de Ronda, nachdenklich fest.

Da das Zika-Virus nun nachweislich auch beim Geschlechtsverkehr übertragen werden könne, rät sie allen Paaren mit Kinderwunsch dringend, vorläufig auf Sex zu verzichten. Ob das nicht unlogisch sei, will Jorge wissen. Angesichts der globalen Gesundheitskrise sei dies wohl kaum der geeignete Moment für theologische Spitzfindigkeiten, weist Carmen seine Bedenken scharf zurück.

Tränenüberströmt muss Carmen zusehen, wie vier Polizisten ihren Kumpel Jorge in Handschellen zum Kölner Flughafen bringen, wo sie ihn in eine Maschine nach Rom setzen. „Wer konnte ahnen, dass sie den Vatikan als sicheres Herkunftsland einstufen würden?“ schluchzt unsere kleine Menschenrechtlerin mit dem großen Herzen.

 

04. Februar 2016   Wieverfastelovend: Hottehüh!

Um elf Uhr elf steht Carmen als Rosinante verkleidet im strömenden Regen auf dem Kölner Heumarkt.

„Ne echte Jecke kann nix erschrecke“, presst sie zähneklappernd zwischen ihrem falschen Pferdegebiss hervor.

 

05. Februar 2016   ¡Menos mal!

Abfallwirtschaftsobersekretärin Carmen de Ronda watet heute früh in der Kölner Innenstadt mit Gummistiefeln durch eine kniehohe Masse aus Glasscherben, ausgeschlagenen Zähnen und Erbrochenem.

„Ein Glück, dass es regnet“, meint sie. „Wenn das nämlich erst mal angetrocknet ist, kriegen sie es nur noch mit dem Presslufthammer weg.“

 

16. Februar 2016   Les Liaisons Dangereuses

Der verstorbene Papst Johannes Paul II. hatte laut BBC-Recherchen jahrzehntelang intensiven Briefkontakt mit einer verheirateten Frau. Darüber wird in einer Fernsehdokumentation berichtet. Wie nahe der Papst und diese Frau sich wirklich standen, bleibt in dem Dokumentarfilm offen.

Das mit den Briefen an Johannes Paul II. sei sie nicht gewesen, versichert die Marquise Carmen de Merteuil.

Sie habe nur ein paar Mal Telefonsex mit ihm gehabt. „Ich war jung und brauchte das Geld“, rechtfertigt sie ihr verderbtes Tun.

Sein polnischer Akzent habe sie damals allerdings schon ziemlich scharf gemacht, gesteht unser kleines Luder.

 

18. Februar 2016   Familienzuwachs

Es klingelt. Carmen öffnet. Vor der Tür steht ein etwas verschüchterter junger Stier. Offenbar kommt er vom Land.

Familienzuwachs: Valentin Blasius
Familienzuwachs: Valentin Blasius

 

„Hallo“, sagt er mit großen Augen. „Darf ich reinkommen?“

„Bitte!“ antwortet Carmen, die von dem kleinen Kerl spontan ganz angerührt ist. Sie führt ihn ins Wohnzimmer. „Bitte, nehmen Sie doch Platz. Möchten Sie mir ein wenig von sich erzählen?“

„Mein Name ist Valentin  Blasius“, beginnt der junge Stier zunächst stockend und dann immer flüssiger zu berichten.

„Ich wurde als zwölftes Kind meiner Mutter Magda und meines Vaters Xaver auf einem Bio-Bauernhof in den mittelfränkischen Hochlagen geboren. Neben vielen Reisen nach Indien und unzähligen Urlauben in unserer Finca auf Gomera habe ich eine pazifistische Grunderziehung genossen. Fundamental gestärkt und ausgebaut wurde das durch den Unterricht an unserer ortsansässigen Waldorfschule.

Neben Sanskrit und Nepalesisch spreche ich natürlich Spanisch und Mapudungun, einen Dialekt aus Argentinien, den ich von meinem Onkel Juan Domingo gelernt habe. Mein Onkel Juan Domingo leitet nämlich ein Zentrum für Geistheilung in Tilcara im Norden, an der Grenze zu Bolivien. Von dort habe ich auch meine revolutionäre Gesinnung erhalten und mich schon früh mit dem  politischen Widerstand auseinandergesetzt. Für eine Sache einzutreten und diese bis aufs Blut zu verteidigen wurde mir dort durch die ausgeprägte Ungleichheit zwischen Ober- und Unterklasse beigebracht.

Eine kleine Waffenkunde erhielt ich in  Bolivien bei den Leuten meines Cousins Carlos, der früher einer Organisation namens „Junta“ angehörte. Heute ist er aber ganz friedlich und hat sich der biologischen Landwirtschaft verschrieben. Aber er behauptet noch immer, seine Pflanzen seien so wertvoll, dass sie mit Waffengewalt geschützt werden müssten. Vielleicht hat er auch nur Angst, dass irgendso ein kapitalistischer Großkonzern ihm die Pflanzen stehlen und das Heilpulver selbst vermarkten möchte. Gerade der biologische Piraterismus von Unternehmen wie Monsanto boomt ja gerade.

Von Dir, liebe Carmen, hat mir meine Großmutter immer erzählt und die Geschichten von Deinen Abenteuern klingen noch immer in meinen Ohren. Ich kann es kaum fassen, Dich nun endlich persönlich kennenzulernen!“

Gerührt schließt Carmen ihren neuen Mitstreiter in die Arme. „Willkommen in der Familie, mein Lieber!“ sagt sie feierlich und wischt sich dann lachend die Augen trocken.

(Tausend Dank an unseren gemeinsamen Freund Oliver G.-S. aus M., der Valentin Blasius die abenteuerliche Flucht aus Franken nach Köln zu seinem großen Vorbild Carmen ermöglicht und seine oben wiedergegebene Geschichte aufgezeichnet hat!)

 

24. Februar 2016   Grauer Star

Nach einem langen Tag im OP bereitet Augenärztin Carmen de Ronda am Abend einen schmackhaften Linsensalat.

 

27. Februar 2016   Stockholm-Syndrom

Auf dem Heimweg von einem Philharmoniekonzert wird die Liebhaberin der schönen Künste, Carmen de Ronda, in der Fußgängerzone von einem jungen Türken angetanzt und zu unsittlichen Handlungen eingeladen.

Reflektorisch zieht unsere kleine Musikfreundin die Schöße ihres Flamencokleids nach oben, wirft sich auf den Rücken und schreit: „Schbin deine Bitsch, Efendi!“ Dabei leckt sie sich lasziv mit der Zunge über die wwie immer viel zu grell geschminkten Lippen.

Verstört sucht der junge Osmane das Weite.

 

29. Februar 2016   Beruf und Berufung

„Was mache ich nur falsch?“ fragt Schauspielerin Carmen de Ronda, nachdem ihr Film „Die Kuhvernante“ bei den Oscar-Verleihungen leer ausgegangen ist. Dann gratuliert sie mit säuerlichem Lächeln ihrem Rivalen Leonardo di Caprio und fliegt mit leeren Hufen wieder zurück nach Deutschland.

Zurück in Deutschland holt Steuerfahnderin Carmen als Taxifahrerin verkleidet Uli Hoeneß aus dem Knast ab. „Wenn Du keine Quittung brauchst, fahr ich dich für 30 € heim“, lautet ihr Lockvogel-Angebot.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prost Neujahr! (Januar 2016)

01. Januar 2016   Leeve un leeve losse

„Aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund“, betet der Kölner Erzbischof in der Neujahrsmesse.

„Ficken!“ schreit Feme Carmen und springt mit entblößtem Euter auf den Altar.

„Ach, du wieder…“, zwinkert ihr der Kardinal gelassen zu und betet dann einfach weiter.

Sie möge sich mit ihrem Anliegen an das Priesterseminar wenden, empfiehlt ihr einer der Domschweizer hinter vorgehaltener Hand.

„In solchen Momenten fehlt mir der Meißner dann doch“, denkt Carmen, die sich manchmal etwas mehr Reibungsfläche wünscht.

 

02. Januar 2016   Pfälzicher Chprachfehler

In einem Radio-Interview mit Musikredakteurin Carmen de Ronda äußert sich Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl zum Tod seiner Cousine, der Jazz-Sängerin Natalie Kohl.

„Genau wie ich hat auch sie Gechichte gechrieben“, lautet das Fazit des greisen Narzissten.

 

03. Januar 2016   Peroxid

Als Carmens Blick morgens im Bad in den Spiegel fällt, erschrickt sie zunächst heftig. Über Nacht sind ihre Haare plötzlich hellblond geworden.

Während sie später im Internet die Nachrichten liest, fällt es ihr wie Schuppen von den Augen: „Der Zusammenhang mit der nordkoreanischen Wasserstoffbombe ist ja wohl eindeutig“, stellt sie fest.

„Die neue Farbe passt immerhin ausgesprochen gut zu meinem Flamencokleid“, freut sich unsere kleine Superheldin, die kürzlich in der Flughafenbuchhandlung in einem Buch über „Positives Denken“ geblättert hat.

 

04. Januar 2015   Geschäftstüchtig

Zu Jahresbeginn startet Carmen den Verkauf ihrer ersten Merchandising-Artikel.

Merchandising
Zum Fressen gern: Foto-Pralinen mit Carmens Konterfei

 

05. Januar 2016   Doppelagentin

In einer Pressekonferenz verurteilt die Polizeipräsidentin von Köln, Henriette de Ronda, in aller Schärfe die Übergriffe auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof in der Neujahrsnacht.

Sie fordert die Bürger zur Zivilcourage auf: „Seid nicht feige!“ lautet ihr Appell, der gleichzeitig Slogan einer medienwirksamen Werbekampagne werden soll.

Carmen Feige
„Seid nicht feige!“

Danach macht sie leise ihre Bürotür zu und bietet eilig 30 gebrauchte Smartphones auf eBay zum Verkauf an.

 

06. Januar 2016   Unwirksam

Nach den Übergriffen nordafrikanischer Männer auf deutsche Frauen in der Silvesternacht rät die Kölner Oberbürgermeisterin ihren Geschlechtsgenossinen, unbekannte Männer immer eine Armlänge von sich entfernt zu halten.

Das nütze wenig, entgegnet die Beauftragte für den Zivilschutz, Carmen de Ronda. Schließlich wisse sie aus Erfahrung, dass der Penis eines durchschnittlichen Nordafrikaners deutlich länger sei als der Arm einer durchschnittlichen deutschen Frau.

 

07. Januar 2016   Körperwelten

Erstmals nach ihrer Totaloperation lässt sich unsere kleine Künstlerin jetzt wieder zu einer Ausstellung überreden.

Inwieweit die Krankenhauserfahrung ihre Kunst beeinflusst habe, will ein Journalist bei der Vernissage wissen. „Welches Ressort sind sie denn? Tierfilme?“ fragt Carmen zickig zurück.

Körperwelten
Frauensache

 

11. Januar 2016   China Girl

Carmen bittet ihren Kumpel Jorge, die Beerdigung von David Bowie persönlich zu leiten.

In den 80-er Jahren des vorigen Jahrhunderts habe der verstorbene Musiker seinen späteren Hit „China Girl“ nur für sie geschrieben und gesungen.

„Es war eine poetische Anspielung auf meine porzellanhafte Zartheit und Zerbrechlichkeit“, erklärt Carmen und wischt sich die feuchten Augen ab.

 

12. Januar 2016   Hüzün

Nach dem Terroranschlag in Istanbul verfallen die Istanbul-Liebhaber Carmen und ihr Chronist in einen tiefen Hüzün.*

„Ich werde nicht zulassen, dass diese Vollpfosten die Welt mit ihrem Hass vergiften“, beschließt Carmen nach dem vierten Glas Raki.

Je suis Raki
Je suis Raki

* Zum Phänomen des Hüzün siehe: Pamuk O (2003), Istanbul

 

13. Januar 2016   Neue Verkehrsregeln

In der emotional aufgeheizten Debatte um eine Verschärfung des Sexualstrafrechts fordert Frauenrechtlerin Carmen de Ronda-Schwarzer bei einer Anhörung im Bundestag die Einführung eines „Informed Consent“ für den nichtehelichen Verkehr.

Sie stelle sich die Regelung so ähnlich vor wie in der Medizin vor einer Operation. Dies schließe eine vorherige dokumentierte Aufklärung über Nutzen und Risiken der geplanten Maßnahme ebenso ein wie eine ausreichende Bedenkzeit und die schriftliche Einwilligung der zu Beschlafenden. Die Dokumentation sei 10 Jahre aufzubewahren. Die Beweispflicht liege beim Beschläfer.

Bezüglich einer analogen Regelung für den ehelichen Verkehr lehnt Carmen eine pauschale Einwilligung bei Eheschließung als unzureichend ab und fordert eine Gesetzesinitiative.

 

14. Januar 2016   Tatütata

Das Land NRW will kurzfristig 500 neue Polizisten einstellen. „Ich werde jeden einzelnen persönlich auswählen“, verspricht die Leiterin der Landespolizeischule, Carmen de Ronda.

Dazu würden in den nächsten Wochen mindestens 1500 Bewerber über ihre Casting-Couch gehen und dabei auf Herz und Nieren getestet.

„Aber auch die übrigen Organe werden wir einer eingehenden Funktionsprüfung unterziehen“, beschreibt die wackere Beamtin ihren selbstlosen Einsatz für die nationale Sicherheit.

Sobald ein Bewerber sie im Rahmen dieses neu entwickelten „Harassment Centers“  (HC) zum Höhepunkt gebracht habe, schalte sich automatisch ein Blaulicht auf ihrem Schreibtisch ein.

„Dann hat er den Job“, erklärt unsere kleine Superheldin ihr innovatives HR-Konzept.

 

21. Januar 2016   Fernsehterror

Johann Lafer, der berüchtigte Kopf der ZDF-Terrormiliz „Die Fernsehköche“, köpft mit debilem Dauergrinsen vor laufenden Kameras ein unschuldiges Suppenhuhn.

Most wanted
Wanted – dead or alive!

„Ich muss ihm dringend das Handwerk legen!“ ruft Carmen empört und macht ihre Drohne startklar.

 

25. Januar 2016   Empathie

Die oberste Bundespolizistin Carmen de Ronda wirft Flüchtlingen grenzüberschreitendes Verhalten vor.

„Das liegt aber doch in ihrem natürlichen Wesen“, gibt Jorge zu bedenken.

 

27. Januar 2016   Prost Neujahr!

πάντα ῥεῖ“ (Panta rhei), sinniert Altphilologin Carmen-Retsina dos Rondos-Imiglykos. Dann lässt sie achtsam den Atem ausströmen, während sie mit einem deutlich hörbaren ‚Plopp‘ ihren Tampon herauszieht.

 

 

Es weihnachtet. Sehr. (Dezember 2015)

01. Dezember 2015   Vorweihnachtliche Rabattaktion

Im heute beginnenden Heiligen Jahr dürfen katholische Priester auch Abtreibungen vergeben, was ihnen sonst nicht gestattet ist. Tief verschleiert schlurft Carmen in den nächsten Beichtstuhl. „Kann ich eine Zehnerkarte haben?“ fragt unsere fromme Katholikin, die den Sinn des Systems offenbar missverstanden hat.

 

05. Dezember 2015   Ich geh Eff-Zeh!

In einem Fachgeschäft für Terroristenbedarf erwirbt Carmen heute günstig einen Sprengstoffgürtel aus chinesischer Produktion. „Keine Sorge, der funktioniert eh nicht“, beruhigt sie ihren Kumpel Jorge. Dann knotet sie ihren FC-Schal um den Hals, nimmt eine Bierflasche in den Huf und quetscht sich in die überfüllte Straßenbahn zum Stadion, wo sie im Auftrag des ARD-Magazins „Monitor“ die Effizienz der Sicherheitskontrollen testen soll.

 

06. Dezember 2015   Jetzt!

In einer Mußestunde beobachtet Carmen, wie ihr Zierkarpfen Eckart im Teich behände seine Bahnen zieht. Als sie die Augen schließt und sich ganz konzentriert, hört sie ihn leise singen:

„Hallo Lieblingskuh,
mach noch einmal Muh,
bei dir kann ich Fisch sein,
verträumt und verrückt sein…“

Von einem warmen Glücksgefühl durchflutet beschließt Carmen, sich häufiger zu fokussieren.

Ende eines Zierkarpfens
Ende eines Zierkarpfens

 

09. Dezember 2015   Nicht nur Volkswagen

Die Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses, Carmen de Ronda, berichtet auf einer Pressekonferenz über systematisch erhöhte Abgaswerte.

Die anwesenden Journalisten wirken irritiert.

 

10. Dezember 2015   White Crystmas

Nachdem Carmen an der tschechischen Grenze eine LKW-Ladung Crystal Meth in Empfang genommen hat, verspricht sie all ihren Kunden „Weiße Weihnachten“.

Für einen von ihnen, einen prominenten Ex-Tennis-Profi, packt sie noch ein paar Injektionsspritzen dazu.

„Wird vermutlich sein letzter Grand Slam“, seufzt unsere Drogenbeauftragte.

 

11. Dezember 2015   Konsumrausch

An diesem Adventssamstag macht sich Carmen in der Kölner Innenstadt auf die Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für ihren Kumpel Jorge.

Als sie bei Kaufhof die Durchsage hört „Der kleine Orhan sucht seine Mutti“, hält sie kurz inne. „Da ist mir bei der Abschiebeaktion heute früh wohl einer durchgegangen“, grübelt sie und begibt sich betont unauffällig zur Information.

Nach zwei Stunden Einkaufsbummel kann sie den Trubel nicht mehr ertragen. Sie spielt mit dem Gedanken, in der nächsten Apotheke zwei große Flaschen Wick MediNait zu erwerben und die zuhause auf Ex zu trinken. „Noch einmal ausschlafen und es ist Weihnachten“, brummelt unsere Sozialphobikerin.

Auf Ex!
Auf Ex!

 

12. Dezember 2015   Autonomie

Bei einem Spaziergang durch die Vatikanischen Gärten beobachtet Carmen einen Kardinal hinter dem Gebüsch bei der Sünde der Selbstbefleckung. Diskret zieht sie sich wieder auf ihr Zimmer zurück und schaltet das Radio ein, wo gerade die Werbung für eine große Baumarktkette läuft: „Respekt, wer’s selber macht“, verkündet der Sprecher.

„Das müsst ihr denen gerade noch sagen“, brummelt Carmen und nickt wissend.

 

13. Dezember 2015   Weil ich mich schäme

Carmen trifft sich mit einem bekannten Heiligen auf dem Weihnachtsmarkt zum Glühwein. „Hoch die Tassen!“ ruft unsere beschwipste Heldin. Dann weist sie wie ein typischer Alkoholiker alle Schuld von sich. „Er hat bestellt!“ zeigt sie auf ihren Zechkumpan. „Ist nämlich Johannes der Säufer“, fügt sie erklärend hinzu.

 

17. Dezember 2015   Selfies gefährden ihre Gesundheit

Als Carmen nach dem neuen Star-Wars-Film aus dem Kino kommt, befindet sie sich in einem tiefen Entspannungszustand. „Hab die ganze Zeit über Yoda gemacht“, erklärt unsere Meditationsmeisterin.

Aus der Zeitung erfährt Carmen, dass im vergangenen Jahr weltweit mehr Menschen beim Schießen von Selfies ums Leben gekommen sind als bei Hai-Angriffen. Haupttodesursache waren Abstürze. Etwas weniger Personen wurden von Zügen erfasst.

„Selfies gefährden ihre Gesundheit“, stellt unsere Heldin fest.

Andererseits findet sie es auch wieder besser, dass sich die Todsünde der Eitelkeit  nicht vollständig unkontrolliert fortpflanzt.

 

19. Dezember 2015   Rien de rien!

„Moi aussi, schönörögrätterieng!“ lallt Carmen und gießt sich zum hundertsten Geburtstag der Piaf noch einen Glühwein hinter die Binde.

 

21. Dezember 2015   Letzte Vorbereitungen

An der Feinkosttheke gibt Carmen ihre Bestellung auf: „Ich hätte gern zwei Scheiben Putensalami. Aber bitte fein geschnitten. Und könnten sie mir die als Geschenk verpacken?“

Im Norden der Türkei kommt es nach Carmens Informationen wieder zu heftigen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und der verbotenen Arbeiterkrankenkasse BKK.

In ihrer letzten Türkisch-Stunde vor Weihnachten lernt Carmen heute das Vokabular der Vergebung kennen. „Emal is Kemal!“ verzeiht unsere gelehrige Elevin ihrem Sprachlehrer.

 

25. Dezember 2015   Paradigmenwechsel

In ihrer Weihnachtsansprache an die Nation rät Carmen dem Volk, über die Feiertage Smartphones und andere elektronische Unterhaltungsgeräte öfter mal beiseite zu legen und stattdessen die reale Interaktion mit den Angehörigen zu suchen. 

„Sie werden die heilsame Erfahrung machen, dass man zum Töten keine PlayStation benötigt!“ lauten die abschließenden Worte unserer Aggressionstrainerin.

Um die Mittagszeit spendet Carmens Kumpel Jorge den Weihnachtssegen „Urbi et orbi“, der Stadt und dem Erdkreis.

„Ich möchte betonen, dass zu keiner Zeit von einer Kugel die Rede war!“ verweist die Vorsitzende der Kongregation für Glaubensfragen, Monsignorita Carmencita de Ronda, auf den Katechismus.

 

28. Dezember 2015

Am ersten Werktag nach den anstrengenden Weihnachtsfeiertagen hat Jorge heute früh die Schnauze gründlich voll vom vielen Frömmeln.

Daher tauscht er nach dem Frühstück das Papstgewand gegen die flotte Lederjacke, die ihm Carmen zum Fest geschenkt hat. Er leiht sich Carmens Maserati aus und brettert zur Entspannung mit 250 Sachen über die A3.  

Derweil räkelt sich Carmen gemütlich auf dem Sofa und blättert interessiert in Jorges Umwelt-Enzyklika „Laudato Si – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“.

„Wir alle bleiben zwangsläufig immer wieder hinter unseren eigenen Idealen zurück“, denkt unsere verständnisvolle Freundin, als Jorge mit quietschenden Reifen vor der Haustür zum Stehen kommt.

„Hasse getankt?“ fragt sie ihn beiläufig, als er ihr den Autoschlüssel in den Huf drückt.

„E 10“, antwortet Jorge, den jetzt doch ein bisschen das schlechte Gewissen plagt.

 

30. Dezember 2015   Alles wird gut

Bei einer Routine-Inspektion werden in den Hüllen der beiden belgischen Kernkraftwerke erneut zahlreiche Haarrisse entdeckt.

„Kein Grund zur Beunruhigung“, entwarnt die belgische Energieministerin Carmène du Rondois. Es handle sich lediglich um leichten Spliss. „Da packen wir einen feinen Conditioner drauf und schon ist es wieder gut“, erklärt die Ex-Friseuse, die den Job vor allem wegen ihres beeindruckenden Atombusens bekommen hat.

 

Im Neuen Jahr auf dieser Seite:

Carmens Top Ten der fiesesten Klischees

Stay tuned!

 

Der Tod ist ein Meister aus Deutschland (November 2015)

10. November 2015   Publicity

In einer Talkshow auf Hartz V berichtet Carmen de Ronda mit grell geschminkten Lippen über ihre enge Beziehung zum verstorbenen Helmut Schmidt. „Jeden Monat habe ich ihm persönlich eine Drohnenladung unversteuerter Menthol-Zigaretten aus Polen in sein Haus in Hamburg gebracht. Danach hat er mich immer die paar Schritte bis zum Gartentor begleitet. Von daher kann man schon sagen, dass wir langjährige Weggefährten waren“, berichtet unsere gefallsüchtige Diva unter Hervorpressen einiger falscher Tränen.

 

12. November 2015   Reue

Nachdem sie beim gestrigen Start der Karnevalssession heftig über die Stränge geschlagen hat, stellt Carmen heute fest, dass es so nicht weitergehen kann.

Carmen meditiert über Ursache und Wirkung
Carmen meditiert über Ursache und Wirkung

 

12. November 2015   Peinlich

In der üblichen Hektik kurz vor Redaktionsschluss unterläuft der Chefredakteurin der Hamburger Wochenzeitung „DER RAUM“, Carmen Gräfin de Ronda, ein folgenschwerer Fehler. So wird statt des geplanten Nachrufs auf Helmut Schmidt einer auf seinen Amtsnachfolger Helmut Kohl gedruckt.

„Kann ja mal passieren“, rechtfertigt sich die Skandaljournalistin unwirsch. „Schließlich liegen beide Dateien schon seit Jahren druckreif nebeneinander im selben Ordner.“

Carmen und die Flüchtlingskrise (September 2015)

01. September 2015   Irány Magyarorszá

In einer Rede anlässlich der Wiedereröffnung des ungarischen Konzentrationslagers Walldorf betont Ministerpräsident Viktor Orbán, selbstverständlich seien Flüchtlinge auch in Ungarn jederzeit herzlich willkommen. Hinsichtlich ihrer Unterbringung habe man in der Vergangenheit viel von Deutschland gelernt, fügt der Diplomat lächelnd hinzu.

 

02. September 2015   Mieser Trick

Der bayerische Ministerpräsident bittet Carmen um Hilfe wegen der Flüchtlingskrise. Nachdem Carmen die Ortsschilder am Münchner Hauptbahnhof überschrieben hat, weigern sich die Flüchtlinge kollektiv, dort auszusteigen. „Mügyar“ steht da in großen Lettern.

 

03. September 2015   Win-Win-Situation

„Deutschkurs für Flüchtlinge“ steht auf dem Schild, mit dem Carmen am Münchner Hauptbahnhof auf die Neuankömmlinge aus Budapest wartet.

„Be-sen“ erklärt sie und drückt jedem einen Feger in die Hand. „Laub!“ sagt sie und zeigt auf den herbstlichen Asphalt. „Fe-gen“, fügt sie mit übertriebenen Wischbewegungen hinzu. „Ich sammle das Laub, Du sammelst das Laub, er sie es sammelt das Laub…“ bringt sie den dankbaren Asylanten anschließend die erste Konjugation bei.

„Morgen um 09:00 Uhr im Englischen Garten!“ verabschiedet sie sich von lauter strahlenden Gesichtern.

Später schreibt sie Rechnungen an das Ausländeramt für den Sprachkurs, an die Abfallwirtschaftsbetriebe für die Straßenreinigung und an die Bezirksregierung für Ausländersozialarbeit.

„Wir Frauen können eben Multitasking“, erklärt sie ihrem staunenden Kumpel Jorge.

 

08. September 2015

Die Stifterin des radikal-feministischen Ikonoklasmus, Carmen de Ronda, begrüßt den jüngsten Bildersturm durch den Islamischen Staat. Mit viel Liebe zum Detail klebt sie in jede frei gewordene Nische abwechselnd eine kleine Schleich-Kuh und ein kleines Schleich-Schweinchen. „Sitzen bombenfest“, freut sich unsere Religionsführerin während sie den Sekundenkleber wieder im Werkzeugkasten verstaut.

 

10. September 2015   Kernphysik

Im Kernforschungszentrum Jülich entdeckt Quantenphysikerin Carmen de Ronda ein neues Teilchen:

„Histrionen sind die kleinsten Elemente, aus denen temperamentvolle und willensstarke Frauen wie ich bestehen“, erklärt unsere kluge Forscherin.

„So ein Quark“, brummt der Leiter der Anlage skeptisch.

 

 11. September 2015   Jahrestage haben’s in sich

„Glücksspiel kann süchtig machen!“ warnt Carmen, nachdem sie mit ihrer nagelneuen Kalaschnikow wahllos in die Menge geballert hat.

 

15. September 2015   Schutzkleidung

Carmen sitzt heute früh mit Neoprenanzug, Taucherbrille und Schnorchel am Internet. Nur so sei sie der Informationsflut gewachsen, erklärt unsere Medienexpertin.

 

16. September 2015   #Carmen

Wegen des herbstlichen Regenwetters beschließt Carmen, heute zu chillen. Mit einem dicken Joint macht sie es sich auf dem Sofa gemütlich.

„Haschtag Carmen“ twittert sie doppeldeutig.

 

17. September 2015   Was wirklich zählt

Während Jorge ratlos vor dem Kleiderschrank steht, kommt Apothekerin Carmen und hält ihm seine Herztabletten hin: „Tromcardin statt Pierre Cardin!“ lautet das Memento Mori unserer endzeitlich gestimmten Stilberaterin.