Carmen boxt sich durch (Februar 2014)

02. Februar 2014   Boxenluder

Das schöne Wetter nutzt Carmen zum Frühjahrsputz in der Drohne. Von den Ausdünstungen der Reinigungsmittel wird ihr ein wenig plümmerant. „Dieses Meister Poppers ist schon ein Teufelszeug“, stellt sie beeindruckt fest.

Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz findet heute Carmens Schaukampf gegen Vitali Klitschko statt, der am Abend im Fernsehen live übertragen wird.

Wettbüros melden bereits kurz nach Öffnung ungewöhnlichen Andrang.

Wegen Carmens gefürchteter Tiefschläge sorgt sich die Gattin von Vitali Klitschko, Doris Klitschko (genannt „Klitdoris“), um die Kronjuwelen ihres Gatten. Carmen beruhigt: „Was soll da noch kaputt gehen?“

Den Kampf gewinnt Carmen durch Punktsieg. Die Siegerin atemlos in einem Interview mit der ARD-Sportschau: „Er ist ein harter Brocken. Aber gegen meine Tiefschläge hatte er keine Chance.“

Jetzt gehöre die Ukraine ihr, so die Carmenownaja.

Nach dem Kampf tut unserem Boxenluder nun doch alles weh und sie erholt sich ein wenig auf dem Sofa.

Boxenluder
Boxenluder

 

03. Februar 2014   Personalentscheidungen

Carmen Ripley trauert um ihren großen Schauspielerkollegen Philip Seymour Hoffman. „Und ich sach noch, nimm dat Zeuch nich pur, hab ich gesacht…“ erinnert sich die Diva, die in den letzten Jahren ebenfalls vier Mal für den Oscar nominiert war.

Eiskunsttieffliegerin Carmen Neureuther – de Ronda wird die deutsche Fahne beim Einmarsch der Sportler in Со́чи tragen. In einem interview zeigt sie sich tief befriedigt über diese Entscheidung des nationalen Olympischen Komitees und kommentiert zackig: „Die Fahne hoch!“

Zum 60. Geburtstag von Dieter Bohlen tanzt Carmen zu „You’re my heart, you’re my soul“ über die Treppe vom Bad in Richtung Ankleidezimmer und beklagt innerlich den Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Ãœber Fleurop schickt sie Bohlen einen Strauß Fliegenpilze mit einer silbernen Gabel.

Dann rollt sie die deutsche Fahne zusammen, packt ihren Trolley, steigt in die Drohne und los geht’s zur Eröffnungsfeier nach Со́чи.

Mit einer angemessenen Ãœberweisung auf das Privatkonto des ADAC-Präsidenten bewirkt Carmen, dass ihre Drohne auf Platz 1 der umweltfreundlichsten Verkehrsmittel „gewählt“ wird.

Nach der Ankunft in Со́чи wirft Carmen eine Handvoll russischer Münzen über den Boden. „Der Rubel rollt!“ stellt die Euro-Skeptikerin vergnügt fest.

Zum Todestag von Dr. med. Josef Mengele, der heute vor 35 Jahren vor der Küste Brasiliens beim Schwimmen ertrunken ist, blickt Ex-Medizinerin Carmen nur betreten zu Boden und sagt ausnahmsweise lieber nichts.

 

09. Februar 2014

In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung benennt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Carmen, die Herausforderungen der Zukunft: „Insbesondere das Weihnachtsfest und die Hüttengaudi sind eindeutig Gefahren für die Volksgesundheit“, so die sozialkritische Stellungnahme unserer vergnügten Abstinenzlerin.

Carmen lobt das Engagement von Peter Maffay für traumatisierte Kinder: „Es ist ein klein wenig Wiedergutmachung für das, was er mit seiner Musik angerichtet hat“, betont die PTSD-Spezialistin bei einer Feierstunde in der Berliner Nikolaikirche. Dabei stellt sie ausdrücklich fest, dass es hier nicht um einen Angehörigen der Familie Krauss-Maffai gehe.

 

10. Februar 2014

Mit der knappen, aber juristisch einwandfreien Begründung „Nix gibt’s!“ weist die Vorsitzende Richterin am OLG Carmen de Ronda-Piëch, die Schadenersatzklage gegen Porsche ab. Revision lässt sie nicht zu: „Was ich sage, wird gemacht!“

Danach steigt sie in den neuen Cayenne, dessen Schlüssel sie am Wochenende in ihrem Briefkasten gefunden hatte, und fährt damit durch die Fußgängerzone zu ihrem Lieblingsschuhgeschäft, wo sie den Gutschein einlöst, der am Porscheschlüssel hing.

 

11. Februar 2014   Wintersport

Mit einem Bein auf einer halben Riesenkastagnette balancierend erreicht Carmen beim Rodelwettbewerb der Damen in Со́чи eine hervorragende Zwischenzeit! In einem kleinen Tannenwäldchen verliert sie dann allerdings die Orientierung und landet schließlich eine Stunde später Wellen reitend im Schwarzen Meer.

Nachdem sie sich abgetrocknet und die Rodelsurfriesen-kastagnettenhälfte im Kofferraum ihrer vom ADAC prämierten Umweltschutzdrohne verstaut hat, geht Carmen, frisch blondiert, in weißer Bluse und hohen Stiefeln mit Blutins vierter Ex-Frau, der stadtbekannten Lesbe Nadja Blutana, in einem Café am Strand von Со́чи Latte macchiato trinken.

Eine nach Kohlsuppe riechende ältere Polizistin mit Kurzhaarfrisur tritt zu den Freundinnen an den Tisch und kontrolliert ihre Ausweise. Dann ermahnt sie die beiden, nicht mehr so laut in der Öffentlichkeit zu lachen. Dies würde den völlig falschen Eindruck erwecken, dass man als Lesbe glücklich sein könne und sei daher als homosexuelle Propaganda zu bewerten. Außerdem habe in Russland seit Jahren niemand mehr laut gelacht. Es gebe schließlich auch keinen Grund dazu.

Bei einem tiefen Blick in das verhärmte Gesicht und die durch ein hartes Leben voller Selbstverleugnung verhärteten Augen der Polizistin spürt Carmen eine tiefe Verbundenheit mit dem Universum.

Sie streicht der Beamtin sanft und liebevoll über die Wange und schenkt ihr einen fast noch neuen Lippenstift von Chanel.

 

12. Februar 2014   Wat fott es, es fott

Mit einer Packung Mon Cherie und einem herzlichen Händedruck gratuliert Carmen heute früh ihrem Erzfreund, Kardinal Keifner, zu seinem 25-jährigen Amtsjubiläum.

In einer Laudatio würdigt sie ihn und seine Lebensleistung. Bei allen persönlichen Differenzen sei er doch anzuerkennen als unerschrockener Streiter für die Überzeugungen seines früheren Chefs.

Eminenz nimmt die Glückwünsche dankbar entgegen und schiebt sich gleich ein paar Mon Cherie in den Mund, während einige pfirsischfarbene Ministranten katzengleich und schnurrend um seine Beine streichen.

„Sicher war er nicht immer unumstritten. Leider hat er auch diesmal durch frühere Erfahrungen wieder nichts gelernt – er glaubt wohl weiterhin zu sehr an das Gute im Menschen“, bemerkt Carmen in einer kritischen Stellungnahme gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger unter Verweis auf den letztjährigen CSD.

Was sie in die Pralinen gefüllt habe, bleibe jedoch ihr Geheimnis, so die Carmencita während der Kardinal bereits halluzinierend durch sein Palais schwebt.

 

17. Februar 2014

Die parteilose Carmen de Ronda, bisher Staatssekretärin im Justizministerium, wird Nachfolgerin des zurückgetretenen Landwirtschaftsministers Friedrich. Dadurch wird eine weitere Politikerin mit Migrationshintergrund ein Ministeramt übernehmen.

Die ledige Mutter ungezählter Kälber war bisher vor allem durch eher widersprüchliche Positionen aufgefallen. So setzt sich die Vegetarierin einerseits für ein Verbot der Massentierhaltung aber auch für die verstärkte Anpflanzung von Gen-Mais ein. „Gen-Mais macht schön!“ so ihre provozierende These in einer Anzeigenkampagne. Dabei weist sie Vorwürfe scharf zurück, diese Haltung habe mit ihrem privaten Besitz an BASF-Aktien zu tun.

Zuletzt hatte sich die Juristin durch ihr Engagement in der Rinderpornoaffäre des Abgeordneten Muhbarthy hervorgetan, als sie die Wiedereinführung der Todesstrafe für Rinderschänder forderte.

 

23. Februar 2014   This is the End

Mit einem feinen Aerosol aus dem Drohnenklo bringt Carmen das Olympische Feuer zum Erlöschen. Der Präsident des IOC wischt sich die Tropfen vom Gesicht, die von den Massenmedien fälschlich als Tränen der Rührung interpretiert werden.

 

26. Februar 2014   Verluste

Kurz vor dem EU-weiten Verbot von Zusatzstoffen besorgt Carmen im Auftrag von Helmut Schmidt 1.000 Stangen Menthol-Zigaretten aus Polen. „Das sollte seinen Bedarf für die nächsten Wochen decken“, hustet Carmen nach der Landung in Berlin und steckt sich ein Fisherman’s Friend zwischen die Lippen.

Als sie den Container mit den 340.000 polnischen Kippen bei der Zollkontrolle durch den grünen Ausgang schiebt, antwortet sie auf die Frage des Beamten, ob sie etwas zu verzollen habe, nur cool: „Eine Packung Fisherman’s Friend ist doch frei, oder?“

Nach dem Fallen der Dreiprozenthürde kandidiert Carmen mit ihrer Partei „Muh-ve On!“ für das Europaparlament.

Carmen zum Tod ihres engen Freundes, des berühmten Flamenco-Gitarristen Paco de Lucia zutiefst betrübt: „Ich werde nie wieder tanzen!“

 

27. Februar 2014   Weiberfastnacht

Mit jeweils einer roten Rose quer zwischen den Lippen haben sich Carmen und Jorge als Tangotänzer verkleidet und gehen als Argentinier zum Straßenkarneval.

 

28. Februar 2014   Krisen

Für 12 Uhr wird der Rücktritt von Kardinal Keifner erwartet. Carmen kommt aus dem Feiern nicht raus.

Krimtartaren verarbeiten Janukowitsch zu rohem Hackfleisch. Ein Tartaren-Häuptling: „Er war immer ein Pinkel!“ Carmen belässt es heute bei Grünkohl. Breaking News: Abtrünnige Krimsekten verspeisen Tartaren!

Ernesto zum Rücktritt von Keifner: „In meim nächsten Leben werd‘ ich Cardenal!“

 

03. März 2013   Rosenmontag

Am Rosenmontag streift Carmen durch ihren Zen-Garten und schneidet die Rosen. Im Hintergrund intoniert der Chor der Abtei St. Martin in the Fields die Choralversion von „Viva Colonia“.

 

05. März 2014   Aschermittwoch

Als am frühen Morgen zwei blutjunge Amerikaner in weißen Hemden, Elder Jimmy und Elder Johnny, an Carmens Tür klingeln und sie nach durchfeierter Karnevalsnacht aus dem Schlaf wecken, um sie über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage zu informieren, bittet Carmen – noch im Morgenrock – die beiden freundlich herein.

Im Gespräch erzählt unsere ebenso listige wie rachsüchtige Doppelagentin den jungen Männern mit feurigen Blicken von ihrer eigenen Religion. Deren bevorzugte Meditationshaltung sei die sogenannte Missionarsposition, die sie ihnen gern beibringen wolle. Die beiden blicken sich kurz an und versuchen dann unter allerlei Ausreden etwas überstürzt, Carmens Wohnung zu verlassen. Während Jimmy gerade noch entwischen kann, stellt sich Carmen Johnny in den Weg. Sie packt ihn an seiner Krawatte, schleudert ihn zu Boden und zieht ihn durch. Anschließend wirft sie ihn aus der Wohnung.

Dann macht sie sich seufzend erst einmal einen doppelten Espresso.