Die Storch bringt die Kinder… um (Februar 2016)

01. Februar 2016   Carmen besucht die AfD

Vom Fenster ihres Berliner Büros spielt Carmen von Storch heute Paintball mit Flüchtlingskindern. „Sind echt nicht leicht zu treffen, die kleinen Racker“, quietscht unsere Hochadelige vergnügt.

Im Auftrag von Präsident Putin soll Carmen dem misstrauischen russischen Volk die Änderungen im internationalen Zahlungsverkehr näher bringen. „Auch der Ivan nutzt die IBAN„, lautet der eingängige Slogan von Carmens Kampagne.

 

02. Februar 2016   Lichtmess

Zu Mariä Lichtmess zieht Carmen singend und mit einer Kerze auf dem Kopf durch die Wohnung. Jorge beobachtet das Treiben mit einer Mischung aus Besorgnis und Amüsement. „Vergiss nicht, den Tannenbaum rauszustellen“, erinnert er seine tugendhafte Ministrantin.

Bei einem tragischen Jagdunfall löst sich aus dem Gewehr von Zika von Storch ungewollt ein Schuss. Die Storch war gerade dabei, an der deutsch-österreichischen Grenze einen Hochsitz zu besteigen, um Jagd auf illegale Flüchtlinge zu machen.

Die Kugel traf von Storch mitten in die Stirn und zerstörte weite Teile ihres Großhirns.

Bei der anschließenden Pressekonferenz habe sie gewirkt wie immer, berichtet das ZDF in einer Sondersendung. Insbesondere sei ihre Mimik so sparsam und übellaunig gewesen wie man es vor dem Unfall von ihr gewohnt gewesen sei, stellt der Reporter vor Ort fest. „Es bleibt also zu vermuten, dass sie den Schuss nicht gehört hat“, resümiert der Journalist.

 

03. Februar 2016   Endlich wieder eine Seuche!

Bei Schalteröffnung steht Carmen heute als erste Kundin in ihrer Postfiliale. Wie hoch denn das Porto für ein Asylpaket 2 sei, will sie von der Postangestellten wissen. Die sucht nervös nach der versteckten Kamera.

Während Ebola noch ein Joint Venture von Kardinal Meißner und der AfD war (siehe „Outbreak: Carmen et Victor Bourrédevirus-Roussette du Sénégal (Sep. 2014)“ – wir erinnern uns), sind jetzt also Frau von Storch und ihre Spießgesellen allein aktiv.

Der Sinn der Epidemie besteht in der Vermehrung der braunen Massen. Wird eine schwangere Frau vom Zika-Virus infiziert, bringt sie nämlich später – je nach ihrer sozialen Stellung – entweder einen Skinhead oder einen AfD-Anhänger zur Welt!

„So bedingt eine Seuche die nächste“, sinniert Jorge.

„Da der Meißner diesmal nicht beteiligt war, betrifft die Epidemie ausnahmsweise vorwiegend Heterosexuelle“, stellt die Seuchenbeauftragte der WHO, Carmenzika de Ronda, nachdenklich fest.

Da das Zika-Virus nun nachweislich auch beim Geschlechtsverkehr übertragen werden könne, rät sie allen Paaren mit Kinderwunsch dringend, vorläufig auf Sex zu verzichten. Ob das nicht unlogisch sei, will Jorge wissen. Angesichts der globalen Gesundheitskrise sei dies wohl kaum der geeignete Moment für theologische Spitzfindigkeiten, weist Carmen seine Bedenken scharf zurück.

Tränenüberströmt muss Carmen zusehen, wie vier Polizisten ihren Kumpel Jorge in Handschellen zum Kölner Flughafen bringen, wo sie ihn in eine Maschine nach Rom setzen. „Wer konnte ahnen, dass sie den Vatikan als sicheres Herkunftsland einstufen würden?“ schluchzt unsere kleine Menschenrechtlerin mit dem großen Herzen.

 

04. Februar 2016   Wieverfastelovend: Hottehüh!

Um elf Uhr elf steht Carmen als Rosinante verkleidet im strömenden Regen auf dem Kölner Heumarkt.

„Ne echte Jecke kann nix erschrecke“, presst sie zähneklappernd zwischen ihrem falschen Pferdegebiss hervor.

 

05. Februar 2016   ¡Menos mal!

Abfallwirtschaftsobersekretärin Carmen de Ronda watet heute früh in der Kölner Innenstadt mit Gummistiefeln durch eine kniehohe Masse aus Glasscherben, ausgeschlagenen Zähnen und Erbrochenem.

„Ein Glück, dass es regnet“, meint sie. „Wenn das nämlich erst mal angetrocknet ist, kriegen sie es nur noch mit dem Presslufthammer weg.“

 

16. Februar 2016   Les Liaisons Dangereuses

Der verstorbene Papst Johannes Paul II. hatte laut BBC-Recherchen jahrzehntelang intensiven Briefkontakt mit einer verheirateten Frau. Darüber wird in einer Fernsehdokumentation berichtet. Wie nahe der Papst und diese Frau sich wirklich standen, bleibt in dem Dokumentarfilm offen.

Das mit den Briefen an Johannes Paul II. sei sie nicht gewesen, versichert die Marquise Carmen de Merteuil.

Sie habe nur ein paar Mal Telefonsex mit ihm gehabt. „Ich war jung und brauchte das Geld“, rechtfertigt sie ihr verderbtes Tun.

Sein polnischer Akzent habe sie damals allerdings schon ziemlich scharf gemacht, gesteht unser kleines Luder.

 

18. Februar 2016   Familienzuwachs

Es klingelt. Carmen öffnet. Vor der Tür steht ein etwas verschüchterter junger Stier. Offenbar kommt er vom Land.

Familienzuwachs: Valentin Blasius
Familienzuwachs: Valentin Blasius

 

„Hallo“, sagt er mit großen Augen. „Darf ich reinkommen?“

„Bitte!“ antwortet Carmen, die von dem kleinen Kerl spontan ganz angerührt ist. Sie führt ihn ins Wohnzimmer. „Bitte, nehmen Sie doch Platz. Möchten Sie mir ein wenig von sich erzählen?“

„Mein Name ist Valentin  Blasius“, beginnt der junge Stier zunächst stockend und dann immer flüssiger zu berichten.

„Ich wurde als zwölftes Kind meiner Mutter Magda und meines Vaters Xaver auf einem Bio-Bauernhof in den mittelfränkischen Hochlagen geboren. Neben vielen Reisen nach Indien und unzähligen Urlauben in unserer Finca auf Gomera habe ich eine pazifistische Grunderziehung genossen. Fundamental gestärkt und ausgebaut wurde das durch den Unterricht an unserer ortsansässigen Waldorfschule.

Neben Sanskrit und Nepalesisch spreche ich natürlich Spanisch und Mapudungun, einen Dialekt aus Argentinien, den ich von meinem Onkel Juan Domingo gelernt habe. Mein Onkel Juan Domingo leitet nämlich ein Zentrum für Geistheilung in Tilcara im Norden, an der Grenze zu Bolivien. Von dort habe ich auch meine revolutionäre Gesinnung erhalten und mich schon früh mit dem  politischen Widerstand auseinandergesetzt. Für eine Sache einzutreten und diese bis aufs Blut zu verteidigen wurde mir dort durch die ausgeprägte Ungleichheit zwischen Ober- und Unterklasse beigebracht.

Eine kleine Waffenkunde erhielt ich in  Bolivien bei den Leuten meines Cousins Carlos, der früher einer Organisation namens „Junta“ angehörte. Heute ist er aber ganz friedlich und hat sich der biologischen Landwirtschaft verschrieben. Aber er behauptet noch immer, seine Pflanzen seien so wertvoll, dass sie mit Waffengewalt geschützt werden müssten. Vielleicht hat er auch nur Angst, dass irgendso ein kapitalistischer Großkonzern ihm die Pflanzen stehlen und das Heilpulver selbst vermarkten möchte. Gerade der biologische Piraterismus von Unternehmen wie Monsanto boomt ja gerade.

Von Dir, liebe Carmen, hat mir meine Großmutter immer erzählt und die Geschichten von Deinen Abenteuern klingen noch immer in meinen Ohren. Ich kann es kaum fassen, Dich nun endlich persönlich kennenzulernen!“

Gerührt schließt Carmen ihren neuen Mitstreiter in die Arme. „Willkommen in der Familie, mein Lieber!“ sagt sie feierlich und wischt sich dann lachend die Augen trocken.

(Tausend Dank an unseren gemeinsamen Freund Oliver G.-S. aus M., der Valentin Blasius die abenteuerliche Flucht aus Franken nach Köln zu seinem großen Vorbild Carmen ermöglicht und seine oben wiedergegebene Geschichte aufgezeichnet hat!)

 

24. Februar 2016   Grauer Star

Nach einem langen Tag im OP bereitet Augenärztin Carmen de Ronda am Abend einen schmackhaften Linsensalat.

 

27. Februar 2016   Stockholm-Syndrom

Auf dem Heimweg von einem Philharmoniekonzert wird die Liebhaberin der schönen Künste, Carmen de Ronda, in der Fußgängerzone von einem jungen Türken angetanzt und zu unsittlichen Handlungen eingeladen.

Reflektorisch zieht unsere kleine Musikfreundin die Schöße ihres Flamencokleids nach oben, wirft sich auf den Rücken und schreit: „Schbin deine Bitsch, Efendi!“ Dabei leckt sie sich lasziv mit der Zunge über die wwie immer viel zu grell geschminkten Lippen.

Verstört sucht der junge Osmane das Weite.

 

29. Februar 2016   Beruf und Berufung

„Was mache ich nur falsch?“ fragt Schauspielerin Carmen de Ronda, nachdem ihr Film „Die Kuhvernante“ bei den Oscar-Verleihungen leer ausgegangen ist. Dann gratuliert sie mit säuerlichem Lächeln ihrem Rivalen Leonardo di Caprio und fliegt mit leeren Hufen wieder zurück nach Deutschland.

Zurück in Deutschland holt Steuerfahnderin Carmen als Taxifahrerin verkleidet Uli Hoeneß aus dem Knast ab. „Wenn Du keine Quittung brauchst, fahr ich dich für 30 € heim“, lautet ihr Lockvogel-Angebot.