Carmen schämt sich (September 2015)

05. September 2015   Carmen schämt sich

Die letzten Tage hat Carmen auf dem Sofa verbracht und dabei Kaffee getrunken, Kekse geknabbert, mit ihrem Q-Pad im Internet gesurft und sich gelangweilt. Die Geschäfte stagnieren. Fast alle ihre Freundinnen sind in Ferien. Carmen hat keine Ahnung, was sie mit der vielen Freizeit anstellen könnte. Im Internet entdeckt sie einen interessanten Artikel über Indien. Besonders gefällt ihr der Abschnitt über die Heiligen Kühe. „Vielleicht sollte ich ein wenig verreisen“, denkt sie „und ein bislang unbekanntes Land entdecken!“

Bereits eine Stunde später sitzt sie in ihrem Cabrio auf dem Weg zum Flughafen. Nachdem sie in der Drohne Platz genommen hat, versucht sie die Daten ihres Zielortes Neu-Dehli in das Navigationssystem einzugeben. „Systemfehler“, erscheint auf dem Bildschirm. „Bitte kontaktieren Sie die Flugsicherung.“

„Verdammte Scheiße, funktioniert in dieser verrückten Stadt eigentlich überhaupt nichts – außer dem Bierbrauen?“ flucht unsere spanischstämmige Immigrantin auf ihre neue Heimatstadt Köln. Dabei gehen ihr nicht nur der Einsturz des Stadtarchivs beim Bau einer U-Bahn-Linie durch den Kopf, sondern auch die Verzögerung bei der Wiedereröffnung der Oper und die Absage der Bürgermeisterwahl aufgrund fehlerhafter Stimmzettel.

Sie greift nach ihrem Q-Phone und ruft im Tower an. Der Fluglotse ist freundlich und gut gelaunt, wie der überwiegende Teil der Eingeborenen der Stadt, die sich von Pleiten, Pech und Pannen nicht die Stimmung verderben lassen, solange nur das Kölsch noch fließt. „Es stimmt“, bestätigt er. „Aus bislang unbekannten Gründen haben die Amerikaner vor ein paar Stunden die Verbindung zu ihren GPS-Satelliten unterbrochen… Wohin wollen Sie denn?“

„Ehrlich gesagt, wollte ich Indien entdecken“, antwortet Carmen schlecht gelaunt, „aber unter diesen Umständen glaube ich nicht, dass das einen Sinn hat.“ – „Aber warum denn nicht?“ versucht der Fluglotse unsere enttäuschte Heldin zu trösten. „Nach Indien, das ist ganz einfach! Nehmen Sie Startbahn drei, steigen Sie bis auf 2.000 m, dann biegen Sie um 72 Grad nach links ab, steigen auf 8.500 m und dann immer geradeaus, bis sie nach ca. 10.000 km einen starken Geruch nach exotischen Gewürzen wahrnehmen – und schon sind Sie da!“

„Hm… meinen Sie wirklich, das ist so einfach?“ fragt unsere skeptische Kuh zurück. „Ja, das meine ich“, lautet die zuversichtliche Antwort des Fluglotsen. „Sie werden sehen. Sie haben Starterlaubnis auf Startbahn drei. Ich wünsche Ihnen schöne Ferien in Indien!“ – „Danke“, erwidert unsere kleine Geheimagentin artig.

„Der Kerl hat recht“, denkt sie. „Ich brauche dieses amerikanische Spielzeug nicht. Früher hatten wir auch kein GPS und sind doch geflogen. Ich nehme einfach die Karte, die Kompass-App aus meinem Q-Phone, ein Lineal und einen Zirkel, so wie ich es auf der Pilotenschule gelernt habe!“

Weil Carmen eine resolute und tatkräftige Frau ist, hebt sie nach kurzer Zeit mit ihrer Drohne vom Flughafen Köln-Wahn ab. „Auf geht’s nach Neu-Dehli!“ ruft sie fröhlich. Dann folgt sie den Anweisungen des Fluglotsen: „Auf 2.000 m steigen, dann nach links abbiegen…“

Zumindest glaubt sie das zu tun.

Nachdem sie ihre Reiseflughöhe erreicht hat, gestaltet sich der weitere Flug sehr ruhig. Unsere tiefenentspannte Entdeckerin legt die Hufe hoch, öffnet eine Flasche Champagner, schaltet das Drohnenradio ein und genießt die Vorfreude auf ihre Ankunft in Indien, wo Kühe so verehrt werden, wie sie es verdienen.

Elf Stunden später schnuppert Carmen einen intensiven Duft nach exotischen Gewürzen und nimmt am Horizont die Umrisse einer Großstadt wahr. „Das muss Neu-Dehli sein!“ stellt Carmen zufrieden fest. Sie meldet sich bei der Flugsicherung und erhält sogleich die Landeerlaubnis. Nach der Landung parkt sie die Drohne in einem leeren Hangar, dessen Türen zufällig offen stehen. Sie legt einen Zettel mit ihrer Handy-Nummer hinter die Windschutzscheibe. „Sollen sie mich anrufen, wenn die Drohne jemanden stört“, denkt sie. Sie verlässt den Hangar mit ihrem Trolley. Draußen schaut sie sich erst einmal interessiert die Umgebung an und guckt dann auf ihre Omega Seamaster.

„Heute ist Samstag, der 5. September 2015. Ich, Carmen de Ronda, habe Indien entdeckt!“ stellt sie voller Stolz fest.

„Indien habe ich mir immer ganz anders vorgestellt“, berichtet unsere kleine aufgeregte Heldin ihrem Freund Jorge am Telefon, während sie das Flughafengebäude verlässt. „Bisher habe ich weder Männer mit Turbanen noch Frauen mit roten Punkten auf der Stirn gesehen… und auch noch keine einzige Heilige Kuh…“ wundert sie sich.

„Das ist die Globalisierung“, seufzt Jorge. „Die Länder gleichen sich immer mehr an.“

Carmen steigt in einen Bus zum Stadtzentrum. Während der gesamten Fahrt schaut sie aufmerksam durchs Fenster. Keine Heilige Kuh auf der Straße. „Seltsam“, denkt unsere Weltreisende.

An der Endhaltestelle steigt unsere Entdeckerin aus dem Bus aus und sieht sich um. An einer Hausfassade gegenüber der Bushaltestelle bemerkt sie ein Schild mit der Aufschrift: „Tourist Information“. „Sehr gut“, findet Carmen, „die können mir bestimmt helfen, ein schönes und komfortables Hotel zu finden. Und vielleicht wissen sie auch, wo die ganzen Heiligen Kühe stecken…“

Stadtzentrum von...
Stadtzentrum von…

 

Als Carmen den Laden betritt, wird sie von der ganz in weiß gekleideten Dame hinter der Theke mit einem strahlenden Lächeln begrüßt:

„Bem-vinda em Salvador da Bahia!“[1] ruft die Frau fröhlich.

Carmen erstarrt.

„Wie bitte?“ haucht sie fast tonlos.

Oh, mein Gott, welche Schande.

Carmen tem vergonha
Carmen tem vergonha

 

„Geht es Ihnen nicht gut?“ fragt die besorgte Angestellte.

„Ah… hm… nein… äh, doch… es ist nur…“, stottert Carmen, der es gerade schwarz vor Augen zu werden droht.

Nach einigen Sekunden hat sie sich wieder ein wenig gefasst und sie blickt der Dame von der Touristeninformation Hilfe suchend in die Augen.

„Sagen Sie bitte“, fleht unsere verzweifelte Entdeckerin, „kennen Sie auch nur eine einzige Frau, die niemals links und rechts verwechselt hat?“

 

[1] Portugiesisch: Herzlich Willkommen in Salvador da Bahia!

 

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05 de setembro 2015   Carmen tem vergonha

Carmen passou todos os dias passados no sofa, tomando café, comendo biscoitos, navegando na internet e entediando-se. Os negocios estão estagnando. Quase todas suas amigas estão de férias. Carmen não tem nenhuma ideia o que poderia fazer. Na internet encontra um artigo interessante sobre a Índia. Gosta de ler sobre as vacas sagradas. “Talvez seja boa ideia viajar um pouco”, acha, “descobrir um país que ainda não conheco.”

Uma hora mais tarde está no caminho do aeroporto. Embarca em seu veículo aéreo já tripulado e tenta digitar os dados de seu destino Nova-Deli no sistema de navegação. “Falha de sistema”, aparece na tela. “Contate o controlador de trafégo, por favor.”

“Caralho!” Carmen grita enervada. “Por quê nesta cidade louca nada está funcionando?” nossa emigrante espanhola pragueja contra sua nova pátria Colônia. Pega seu Q-Phone e liga para o controlador. Ele está amigável e bem-humorado como a maioria dos nativos dessa cidade louca. “Está certo,” o senhor na torre diz. “Por causas desconhecidas os americanos desconectaram a transmissão pelos satélites de GPS há umas horas… Aonde a senhora quer viajar?”

“Para dizer a verdade, queria descobrir a Índia,” Carmen resposta mal-humorada, “mas nestas condições não acho que faça sentido.” – “Por quê não?” o controlador tenta consolar nossa heroína decepcionada. “Para a Índia, é muito fácil! Use a pista de decolagem número três, suba a dois mil metros de altura, depois vire à esquerda num ângulo de 72 graus, suba a 8.500 metros e depois vá sempre em frente por aproximadamente 10 mil quilômetros até que você perceba um cheiro intenso de condimentos exóticos – já estará lá!”

“Hum… você realmente acha que será tão fácil?” nossa vaca cética pergunta . “Acho, sim” é a resposta confiante do controlador. “Vai ver. Tem a permissão para decolar na pista três. Desejo a você ótimas férias na Índia!” – “Obrigada,” nossa pequena agente bem-comportada diz.

“Esse garoto tem razão”, pensa. “Não preciso desse brinquedo americano. Nos tempos antigos também não dispúnhamos de GPS. Vou utilizar o mapa, a bússola do meu Q-Phone, a régua e o compasso como o aprendi no curso para pilotos!”

Como Carmen é uma mulher resoluta e enérgica, demora pouco até seu veículo decolar. “Vamos para Nova-Dehli!” exclama alegremente. Segue os avisos do controlador: “Subir a dois mil metros de altura, depois virar à esquerda…”

Pelo menos isso é o que ela acredita fazer.

Após chegar na altura de viagem, torna-se um vôo tranquilo. Nossa conquistadora profundamente relaxada põe os cascos para cima, abre uma garrafa de espumante, liga o rádio e desfruta do antegosto de chegar na Índia onde as vacas são adoradas como o merecem.

Onze horas mais tarde Carmen percebe um cheiro intenso de condimentos exóticos e vê no horizonte uma cidade muito grande. “Deve ser Nova-Deli!” Carmen fica contente. Contata o controle de trafégo aéreo e recebe a permissão para pousar. Estaciona o VAJT num hangar vazio cujas portas estão abertas por casualidade. Deixa o número do Q-Phone atrás da pára-brisa. “Que me liguem se o avião incomodar alguém,” pensa. Sai do hangar e olha primeiro ao redor e em segundo lugar o seu relógio Omega Seamaster. “Hoje é o dia cinco de setembro. Eu, Carmen de Ronda, descobri a Índia,” constata orgulhosamente.

“Sempre imaginava a Índia totalmente diferente,” nossa pequena heroína entusiasmada conta a seu amigo Jorge por telefone enquanto sai do aeroporto. “Ainda não vi nem homens com turbantes nem mulheres com ponto vermelho na frente… nem nenhuma vaca sagrada…” admira-se.

“É por causa da globalização,” Jorge suspira. “Os paises se assimilam.”

Carmen pega um ônibus para o centro. Durante todo o caminho olha pela janela. Nenhuma vaca sagrada na rua. “Estranho,” Carmen pensa.

Na estação terminal sai do ônibus. Na façada dum prédio perto vê uma placa indicando “Tourist Information.” “Muito bem,” Carmen acha, “podem me ajudar a encontrar um hotel comfortável. E talvez saibam onde ficam as vacas sagradas…”

Quando Carmen entra na loja, a mulher atras do balcão a cumprimenta com um sorriso radiante: “Bem-vinda em Salvador da Bahia!” exclama alegremente.

Carmen fica paralisada: “O que?” sussurra.

Ai que vergonha.

“A senhora não está se sentindo bem?” a empregada preocupada pergunta.

“Ah.. hm… não… mas sim… é só que…,” Carmen gagueja.

Depois de alguns segundos Carmen olha direitamente aos olhos da senhora.

“Diz-me,” Carmen urge, “a senhora conhece uma só mulher que nunca tenha confundido o lado esquerdo com o lado direito?”

 

 

13. September 2015   Klarer Sieg

Bei den Kommunalwahlen in NRW wird die parteilose Einzelbewerberin Carmen de Ronda zur Bürgermeisterin von Düsseldorf gewählt. Ihr Gegenkandidat ist chancenlos.

„Es war eine Stichwahl“, erklärt unsere siegreiche Kandidatin, während sie das Blut von ihrem Dolch leckt.

Carmen besucht die Muhna Lisa (August 2015)

02. August 2015

Psychiatrie-Pflegerin Carmen de Ronda langweilt sich in der Spätschicht. Daher rennt sie mit einer Trillerpfeife durch die Flure, hämmert gegen alle Zimmertüren und schreit: „Zombie-Alarm! Zombie-Alarm!“

„War eine Belastungserprobung“, erklärt sie dem Chefarzt als der sie nach einem Großeinsatz später zur Rede stellt.

 

03. August 2015   Vernunftehe

In der Mittagspause kommt Carmen zu Jorge ins Arbeitszimmer geschlurft, kuschelt sich an ihn und summt: „Lieber Wolke vier mit Dir als unten wieder ganz allein…“

 

06. August 2015   Virtual Reality

Im Baumarkt erwirbt Carmen heute eine leistungsfähige Kettensäge im Sonderangebot. Die probiert sie direkt nach dem Bezahlen auf dem Kundenparkplatz aus.

„Ist massakertauglich“, stellt unsere kleine Straßenreinigerin zufrieden fest.

Dann zieht sie weiter auf die Gamescom, wo die Ereignisse über Stunden hinweg für eine großartige Animation gehalten und gebührend bestaunt werden.

Erst nachdem Carmen auch die ersten Ordner massakriert hat, kommt jemand auf die Idee, dass es sich vielleicht doch nicht um ein Spiel handelt.

 

07. August 2015   Luxusprobleme

Als der Erzähler aus dem Bad kommt, hat Carmen all seine Laufschuhe liebevoll geputzt. „Sollst ja ordentlich dastehen“, meint sie in mütterlichem Ton. „Das machst Du doch nicht ohne Absicht“, vermutet er misstrauisch. Auf dem Frühstückstisch findet er wie zufällig den neuen Luxusuhrenkatalog von Rüschenbeck. „Daher weht der Wind“, murmelt der Chronist unserer Heldin, während Carmen wieder einmal vorgibt, nichts zu hören. „Netter Versuch – da, für’s Recycling“, kommentiert er nur und drückt Carmen den Katalog in den Huf.

Damit geht sie leicht angezickt weiter zu Jorge, der im Studierzimmer über seiner Sonntagspredigt zum Thema soziale Ungleichheit brütet. „Guck mal, ist die nicht göttlich?“ zeigt sie ihm ihr Lieblingsmodell.

„Was kostet denn sowas?“ will Jorge wissen. „Sagen wir mal so“, erklärt unsere korrupte Verführerin, “ wenn Du das von der Spende abzweigst, die Du letzte Woche vom FC Bayern bekommen hast, fällt das gar nicht weiter ins Gewicht.“

 

08. August 2015   Carmen rät: Lieber mit wärmen Händen geben

„Siehst müde aus“, sagt Carmen mit gespielter Sorge und schiebt dem Erzähler einen Organspendeausweis hin. „Du bist so rachsüchtig“, seufzt der geplagte Chronist.

 

09. August 2015   Überholtes Geschäftsmodell

Zum Schulbeginn in NRW begleitet Inklusionsbeauftragte Carmen de Ronda persönlich eine Herde verängstigter Kälbchen in ihre Klassen in einer Gesamtschule im Kölner Stadtteil Muhlheim. „Es geht doch überhaupt nicht darum, ob das sinnvoll ist“, bügelt sie anlässlich einer Feierstunde kritische Fragen von Bildungsexperten bereits im Vorfeld ab.

Zur Einschulung der neuen Erstklässler postiert sich Carmen mit ihrer Foto-Ausrüstung am Schultor, um Erinnerungsfotos für die Kleinen und ihre Eltern zu schießen. „Pixifoto“ steht auf dem Schild unserer Franchise-Nehmerin.

Als die ersten ABC-Schützen eintreffen, vertreiben Sie unsere verstörte Heldin auf ruppige Art mit ihren Selfie-Stangen vom Schulhof.

Pixifoto

 

12. August 2015

Auf der Jagd nach ihrem Erzrivalen Nullnulldleizehn sprengt Carmen kurzerhand die chinesische Hafenstadt Tschentschin in die Luft.

„Tschintschin!“ prostet sie sich angesichts des Infernos zufrieden selber zu.

Ihre gute Laune verfliegt, als das Q-Phone klingelt und sie am anderen Ende eine wohlvertraute Stimme hört: „Kliegst mich ja nicht, du blöde lachsüchtige Kuh!“ Wütend legt Carmen auf und macht einen ihrer Nuklearsprengköpfe klar.

„Hiiiiiii-roshima“, tönt es aus dem Drohnenradio.

 

15. August 2015   Noch ’ne Panne

In Köln muss die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl wegen fehlerhafter Stimmzettel abgesagt werden. 50.000 bereits abgegebene Briefwahlstimmen werden für ungültig erklärt.

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„Ihre Stimme für den Arsch“, erklärt Wahlleiterin Carmen de Ronda den genervten Bürgern.

 

22. August 2015

Im Louvre verharrt Carmen fasziniert vor der Muhna Lisa. „Ein Meisterwerk!“ stellt sie begeistert fest.

Carmen dankt dem Künstler Christoph S. aus K.
Carmen dankt dem Künstler Christoph S. aus K.

A esperança vem do lixo* (Juli 2015)

* Die Hoffnung kommt aus dem Müll (Brasilianischer Film, in D unter dem Titel „Trash“)

 

01. Juli 2015   Nicht lustig

„Grexit!“ sagt Carmen und hebt ihr Ouzo-Glas.

„Es heißt: Prosit!“ korrigiert Jorge und trinkt mit. Dann bietet ihm Carmen ein paar schwarze Oliven an, die sie gestern noch mit ihrer Drohne am Zoll vorbei nach Deutschland geschafft hat.

„Kuh macht Hamsterkäufe…“ sinniert Jorge, der schon etwas zu tief ins Glas geschaut hat.

 

05. Juli 2015   Carmen chillt nicht mit Hatern

Am Morgen der CSD-Parade sitzen Carmen und CSD-Tourist Jorge beim Frühstück. Da greift Carmen spontan zu ihrem Q-Phone und wählt eine gespeicherte Nummer.

„Meißner“, schnarrt es am anderen Ende übellaunig.

„Hallo, ich bin’s, Carmen. Moin. Wollte nur Happy Pride wünschen!“

Kurze Stille am anderen Ende. Dann ein hektisches Keuchen. „Weiche, Satan!“ krächzt der Kirchenrentner erregt und legt auf.

„Aufgelegt“, sagt Carmen zu Jorge. „Hm, scheint wohl immer noch ein schwieriges Thema zu sein.“ – „Lass mich mal“, bittet Jorge kurz entschlossen und greift zu Carmens Q-Phone.

„Meißner!“

„Bergoglio.“

Kurze Pause.

„Heiliger Vater!“ freut sich der Rentner fast sprachlos. „Lieber Bruder“, setzt Jorge an, „ich wollte Dir und Deinen pfirsischfarbenen Ministranten Happy Pride wünschen!“

Erneut kurze Stille in der Leitung. „Oh, ja, Heiliger Vater, gehorsamsten Dank. Ich bin Euer ergebener Diener. Wenn Sie meinen, ja, dann wird es wohl recht sein. Happy äääh, also happy, äh… Amen!“

„Prima. Dann Schöntachnoch, Bruder Jochen!“ beendet Jorge zufrieden das Gespräch. Dann grinst er Carmen an. „Also wie Du das immer hinkriegst!“ flötet unsere Ko-Narzisstin bewundernd.

Kurz darauf werfen sich unsere beiden Helden Blumenketten um den Hals und spazieren gemütlich zur VIP-Tribüne.

 

09. Juli 2015   Plagiat

Wegen der Sommerflaute in ihrem Puff startet Bordellchefin Carmen heute eine große Werbeaktion. Der Slogan „Einmal hin – alles drin!“ bringt ihr allerdings die Abmahnung einer großen Supermarktkette ein.

 

12. Juli 2015    Konsequent

Nach dem Frühstück wirft Carmen ihren Router in hohem Bogen aus dem Fenster. „Free WiFi!“ brüllt unsere Menschenrechtsaktivistin.

 

13. Juli 2015   Kein Grexitus

Palliativmedizinerin Dr. Carmen de Ronda verweigert dem griechischen Patienten jede Form der Sterbehilfe und freut sich mit sadistischem Grinsen an der Verlängerung seines Todeskampfs.

„Solange die Krankenkasse zahlt, bleibt er am Tropf“, lautet die Strategie unserer Gesundheitsökonomin.

 

14. Juli 2015   Akropolis Adieu

Carmen berichtet von schweren Übergriffen der Sicherheitskräfte auf Demonstranten in Athen.

„Verantwortlich ist die gefürchtete Aggro-Police“, erklärt unsere Auslandskorrespondentin.

 

17. Juli 2015   Verkehrte Welt

Als die Dämmerung hereinbricht, zieht Carmen ihren Camouflageanzug über und legt sich am Clarenbachkanal in die Uferböschung, wo sie eine Weile reglos verharrt.

Als ein argloses Krokodil vorbeischwimmt, schnappt Carmen blitzschnell zu. „Das war für meine afrikanischen Verwandten!“ kommentiert sie rülpsend, als nur noch die Schwanzspitze des Reptils aus Ihrem wie immer grell geschminkten Mund blickt.

 

19. Juli 2015   Nur Hohn und Spott

Heute bereitet sich der sparsame Jorge schwäbische Maultaschen mit Mindesthaltbarkeitsdatum 10.07.15 zu und öffnet dazu eine Bionade Ingwer-Orange mit Mindesthaltbarkeitsdatum 07/14.

„Deine Lebensmittel sind fast so verdorben wie Du!“ kommentiert unsere kleine Grasfresserin.

 

20. Juli 2015

Auf den Spuren von Michael Jackson besucht Elendstouristin Carmen heute die befriedete Favela Santa Marta in Rio de Janeiro. „Befriedet heißt, man wird hier nicht mehr von verwahrlosten Kindern oder Drogendealern überfallen und erschossen“, erklärt unsere Südamerika-Kennerin.

„Sondern von der Polizei“, fügt sie ergänzend hinzu.

21. Juli 2015

Nachdem er die Braut seinen Vorstellungen entsprechend umgestaltet hat, heiratet der berühmte Schönheitschirurg Prof. Mang heute zum dritten Mal. „Ein künstliches Hymen ersetzt das ius primae noctis“, schwärmt der Zauberer.

Währenddessen feiert Carmen feiert ihre Jugend im Kölner Großbordell „Pascha“.  💃💃💃 „Koks und Bullen“ lautet das Motto ihrer Party, zu der sie auch den Polizeipräsidenten eingeladen hat.

Carmen: Schießt ins Knie und beißt ins Herz! (Juni 2015)

07. Juni 2015   Probefahrt

In einem riesigen SUV der Firma Audi fährt Carmen heute zu Sonnenaufgang auf die Zugspitze. „Ist mein persönlicher Q7-Gipfel!“ stellt unsere Automobilfetischistin zufrieden fest.

 

08. Juni 2015   MEADS soll Patriot ersetzen

„Miez Miez Miez!“ versucht Carmen eine russische Mittelstreckenrakete in die Falle zu locken.

In der Mittagspause spielt sich unsere gelangweilte Heldin mit einer kleinen Flugabwehrrakete unter dem Flamencokleid. „MEADS MEADS MEADS“, keucht sie erregt.

 

09. Juni 2015   Carmen wird filosofisch

„Life laughs last“, stellt Carmen anlässlich des Todes ihres Musikerkollegen betroffen fest.

„Jeder tote Reiche bedeutet zehn lebendige Arme.“
(João Ubaldo Ribeiro, + 2014)

„Zehn lebendige Arme bedeuten zehn lebendige Unterarme.“ (Carmen de Ronda, * 20??)

Es sei doch merkwürdig, findet Wahrnehmungsfilosofin Carmen de Ronda, dass die Tauben so viel Lärm machen könnten, aber die Blinden kein Licht.

„Wie jede unterdrückte Klasse lernen Frauen, den eigenen Zorn zu fürchten.“
(Laurie Penny)

Carmen sagt, sie fürchte sich nicht. Dann knallt sie mit ihrem Bärentöter zwei Machos ab.

 

10. Juni 2015   Sportunfall

Nachdem sie am Vorabend beim Bouldern aus der Wand gestürzt war, sitzt Carmen heute mit mehreren Eisbeuteln auf dem Sofa und kühlt ihre Hämatome. „Warum musste der Typ, auf den ich gefallen bin, so unglaublich spitze Knochen haben“, hadert unsere Sportskanone mit dem Schicksal.

„Jetzt nicht mehr“, murmelt Jorge zerstreut, während er gerade Texte für eine Trauerfeier zusammenstellt.

 

11. Juni 2015   Atomare Aufrüstung

Gefährliches Säbelrasseln: Carmen schickt ihre Nuklearsprengköpfe zum Friseur.

Bei einem Urlaub in Brasilien lässt sich Michelle Obama von Ivo Pitanguy einen Atombusen machen.

Carmen hält Michelles Foto neben eines von Putins Frau und stellt fest, jetzt sei das Gleichgewicht des Schreckens wiederhergestellt.

 

19. Juni 2015   Hell’s Bells

Am Abend werden im Bistum Köln zur Erinnerung an die im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge die Kirchenglocken läuten.

Headbangerin Carmen besucht stattdessen eine andere Gedenkfeier: sie geht zum AC/DC-Konzert auf die Jahn-Wiesen. „Hell’s Bells!“ brüllt sie nach Leibeskräften und schüttelt dabei wild ihre Wasserwelle im Takt.

Um 22 Uhr stellt die Leiterin des Ordnungsamtes, Carmen de Ronda, auf dem Festival-Gelände den Strom ab. „Könnt ja a capella weitermachen“, erlaubt sie den Rockern großmütig. „AC/DC unplugged“, steht im Kölner Stadtanzeiger.

Am Tag nach dem Konzert hilft Carmen beim Abräumen der Dixie-Klos. „80.000 Liter Rockerpisse!“ stöhnt sie erregt und knotet das gelbe Tuch enger um den Hals.

 

20. Juni 2015

„Natürliche Schönheit kommt von innen!“ behauptet Carmen und gießt sich noch einen Gin Tonic ein.

 

21. Juni 2015   Sommeranfang

Carmen hat sich die ganze Nacht auf einer Waldlichtung mit zahllosen paarungsbereiten Glühwürmchen in Trance getanzt. „Es war ein unglaubliches spirituelles Ereignis“, schwärmt unsere besessene Drogenhändlerin.

 

23. Juni 2015   Tricky!

Religiöse Führer weisen darauf hin, dass bei gesundheitlichen Problemen das Essen und Trinken auch im Ramadan erlaubt sei. „Hatschi!“ schreit Carmen demonstrativ und beißt genüsslich in ihr Nutella-Brötchen.

 

25.6.2015   Die Griechenland-Krise spitzt sich zu

Auf Anfrage des IWF reformiert Carmen das griechische Rentensystem. „Diesen Monat die Rentner mit den geraden Hausnummern, nächsten Monat die mit den ungeraden“, lautet ihr verblüffend einfacher Vorschlag.

Wenige Stunden später gehen in den Baumärkten doppelseitig bedruckte Hausnummernschilder weg wie warme Bifteki.

„Ich hab’s kommen sehen!“ reibt sich Baumarktbesitzerin und Nummernschildproduzentin Carmen die Hufe.

 

26. Juni 2015   Große Ereignisse

Der Wecker klingelt. Carmen streckt und räkelt sich noch ein bisschen. Dann steht sie auf und zieht die Jalousien hoch. „Die Tage werden schon wieder kürzer“, stellt sie seufzend fest. Dann geht sie nach nebenan ins Bad. „Sentinel“ steht auf den Handtüchern.

Das Satellitentelefon klingelt. Der Direktor der ESA ist dran. „Gut, dass Sie anrufen!“ sagt Carmen. „Ich wollte mal fragen, wie ich hier eigentlich wieder runter komme.“ Längeres Schweigen am anderen Ende. „Sind Sie noch dran?“ fragt Carmen verunsichert.

„Ich muss nämlich um fünf im Adlon sein“, fügt Carmen erklärend hinzu.

„Well, I thought you had some experience in HALO jumps, hadn’t you“, antwortet der Direktor schließlich. „Das gibt aber einen Zuschlag beim Honorar“, brummelt Carmen zickig und legt auf. “ Was hab ich Dir eigentlich getan?“ schnauzt sie das Kruzifix an der Wand an. Dann macht sie sich seufzend auf die Suche nach dem Fallschirm.

Bevor sie abspringt, entdeckt Carmen noch einen Steinschlag auf der Windschutzscheibe des Satelliten. „Carmen repariert, Carmen tauscht aus“, summt sie, während sie ein Spezialharz aufträgt. „Setz ich der ESA alles auf die Rechnung“, reibt sie sich vergnügt die Hufe.

Nach ihrer wohlbehaltenen Ankunft auf der Erde speist Carmen eine Kleinigkeit im Lokal eines vietnamesischen Geschäftspartners. Es gibt Summer Salad mit totem Huhn von Carmens Hühnerfarm in Uruguay. Die Dame am Nebentisch erzählt mit osteuropäischem Akzent interessante Details über ihre Gebärmutter. Die Sonne scheint. Es ist mild. Alles wird gut, denkt unsere zufriedene Heldin.

Später hüpft Carmen vor dem Kleiderschrank nervös von einem Bein aufs andere. „Soll ich lieber den roten Hut oder doch eher den weißen?“ fragt sie ihren Kumpel und Stilberater Jorge. Der rät zu etwas Schlichtem, was Carmen nur mit einem kurzen „Hab‘ ich nicht“ abtut. Schließlich packt sie vorsichtshalber mehrere Garnituren zur Auswahl in den Schrankkoffer und fliegt zum Staatsbesuch von Königin Elizabeth II. nach Berlin.

„Sind zum Tee im Adlon verabredet“, erzählt Carmen ihrer Freundin Abigail von unterwegs.

 

30. Juni 2015

Hochsensible Carmen fürchtet sich vor der Schaltsekunde, die für nächste Nacht angekündigt ist. „Da hab ich wieder tagelang Jet Lag und Kopfschmerzen“, stöhnt unsere kleine Diva.

 

 

 

 

Letztes Wiedersehen mit Sepp (Mai 2015)

01. Mai 2015   Politisch korrekte Kinderarbeit 

Den Feiertag nutzt Carmen, um das Betriebssystem ihrer mobilen Endgeräte wie Q-Pad und Q-Phone zu aktualisieren. Dabei fällt ihr auf, dass der Hersteller Pebble aus Kalifornien auch die Icons verändert hat. Zum Beispiel gibt es jetzt die meisten menschlichen Piktogramme in diversen Hautfarben. Von kreidebleich bis pechschwarz.

Unsere neugierige Superheldin guckt sich das genauer an. Gelinde gesagt, erkennt sie im Ergebnis des Updates zahlreiche „Opportunities for Improvement“.

„Die spinnen doch bei Pebble“, brummelt sie nach einer Weile in sich hinein. “ Ein Chinese mit Turban!!! Warum dann nicht auch einen polnischen Flamencotänzer?  Warum keinen Aborigine im Dirndl?  Warum keinen skalpierten Armenier am Marterpfahl eines turko-brasilianischen Kannibalenstamms?  Ist doch inkonsequent!“ 

Genervt setzt sich Carmen hin und schreibt eine E-Mail an den offenbar in political correctness erstickenden Softwarehersteller. Darin listet sie alle Inkohärenzen minutiös auf und droht mit einer Klagewelle.

„Ich will mindestens einen transidenten Neger mit gebrochenen Handgelenken im Tütü sehen! Und einen arabischen Schneemann mit beschnittener Möhre (denn wir wissen, dass es in Teheran bitter kalt werden kann!).“

Schließlich kommt Carmen zum Höhepunkt ihrer Mail: „Und ich will die chinesischen Kinderhände sehen, die als Zwangsarbeiter in den Pebble-Fabriken in Asien die Geräte mit der ganzen Scheiße zusammenbauen!“ lautet ihre abschließende Forderung.

Während die Worte voller Hingabe nur so aus ihr herausfließen, hat unsere kleine Künstlerin ein vertrautes Lied ihres alten Freundes Milton Nascimento auf den Lippen: „Inca, maia, pigmeu, minha tribo me perdeu, quando entrei no templo da paixão…“ (Inka, Maya, Pygmäe, mein Stamm hat mich verloren als ich eintrat in den Tempel der Leidenschaft.“)

Dann drückt sie auf „Senden“.

 

05. Mai 2015   Die Rache des Ho-Ho-Ho-Chi-Minh

Am „Tag des deutschen Brotes“ kauft Carmen bei „Backwerk“ haufenweise Brötchenrohlinge, die am Vorabend tiefgekühlt aus Fernost angeliefert worden waren. Die wirft sie beim französischen Bäcker durch das geschlossene Schaufenster. Die in den Rohlingen enthaltenen Enzyme und Zusatzstoffe fressen innerhalb kürzester Zeit den Bäcker, dessen Familie und seine gesamte Ware auf. Dann wechseln sie automatisch ihre Farbe in „durchgebacken“ und legen sich zum Verkauf ins Regal.

Carmen bringt neue Preisschilder an und verkauft die von ihr so getauften „Kannibalenbrötchen – für den Riesenhunger“ zu Schleuderpreisen. Zu den begeisterten Kunden zählen vor allem junge Menschen, denen sie die Brötchen in ihre riesigen „Primark“-Tüten packt. Denn, so sagt unsere tief religiöse Betriebswirtschafterin, Asche zu Asche und Dreck zu Dreck.

Besonders gut angenommen wird die Möglichkeit der Ratenzahlung per Handy-App. „Null Anzahlung!“ lächelt Carmen, während sie einem Kunden die Tüte mit zwei Kannibalenbrötchen überreicht. „Hammse ne Paybackkarte?“ fragt sie routinemäßig nach. Als sich der Kunde vor dem Bezahlen mit der Tüte aus dem Staub macht, bleibt Carmen gelassen. „Er wird nicht weit kommen. Die Brötchen sind gechipt.“ Mit ihrem Q-Pad aktiviert sie die Schläferbrötchen, so dass der Dieb noch an der nächsten Ampel von den Kannibalenteiglingen überwältig und bei lebendigem Leib verschlungen wird.

„Der Kapitalismus frisst seine Kinder“, stellt Carmen nüchtern fest.

 

10. Mai 2015   Muttertag

Am heutigen Muttertag gedenkt Engelmacherin Carmen in der Frühmesse all ihrer ungeborenen Kälbchen.

„Was hätte ich heute Blumen geschenkt bekommen…“ sagt Carmen nachdenklich zu Jorge.

„Das ist eben so“, antwortet der Heilige Vater. „Kesse Väter kriegen nichts zum Muttertag. Mach Dir nichts draus. Wir beide sind Christi Himmelfahrt an der Reihe!“ tröstet er seine ebenfalls kinderlose Freundin.

 

Sally Io und Osama feiern Muttertag
Sally Io und Osama feiern Muttertag

 

Mutterliebe könne manchmal auch einengend wirken, räumt Osama ein. Dann kramt er sein Asthmaspray hervor und inhaliert tief.

Heute Fußballspiel Köln gegen Schalke. Nach Polizeiangaben werden 900 Hooligans erwartet. „901“, korrigiert Carmen und knotet ihren FC-Schal fester um den Hals.

Warum sie den Airbus in Spanien abgeschossen habe, wird Carmen gefragt. „Einfach so“, lautet die knappe Antwort. Ihr breites Grinsen beim Blick auf den Kurs der Boeing-Aktie verrät jedoch die wahren Motive unserer kleinen Insiderhändlerin.

Auf die Frage, womit sie das Flugzeug abgeschossen habe, erklärt Carmen, sie habe die Klöten eines frisch kastrierten Bullen benutzt. „Der letzte Schrei auf dem Waffenmarkt: eine sogenannte Hoden-Luft-Rakete“, erläutert unsere Ballistikerin.

 

15. Mai 2015   Späte Rache

Am gestrigen Abend musste das Finale von Germany’s Next Top Model wegen einer Bombendrohung abgebrochen werden. Bei der Evakuierung brach sich Heidi Klum einen Fingernagel ab und musste mit dem Rettungshubschrauber ins Kosmetikstudio gebracht werden. MIttlerweile sei sie außer Lebensgefahr, teilt ihre Familie auf einer Pressekonferenz mit.

Als Jorge Carmen heute früh auf das Ereignis anspricht, schaut sie nur kurz auf ihre Hufe, murmelt etwas von „Maniküretermin“ und verlässt ohne weitere Kommentare die Wohnung.

Beichtvater Jorge erinnert sich, dass unsere sensible Heldin vor vielen Jahren eine stürmische Affäre mit Seal gehabt hatte, die der damals wegen Heidi beendete.

 

26. Mai 2015   Spaß op Kölsch

„Oh Mann, mir ist voll langweilig!“ nölt die Chefin des Kölner Kampfmittelräumdienstes, Carmen Bombita de Ronda. Dann versteckt sie einen Blindgänger in Kölner Norden und startet eine spektakuläre Evakuierungsaktion, an der sie sich mit ihrem Behindertenfahrdienst nebenbei eine goldene Nase verdient.

 

27. Mai 2015   Kriminelle Vereinigung mit vier Buchstaben?

Chefermittlerin Carmen de Ronda teilt mit, bei der letzten WM seien Argentinien und Brasilien bestochen worden. „Nur so konnte die deutsche Mannschaft Weltmeister werden“, ist das erschütternde Fazit der Sichtung geheimer FIFA-Dokumente.

Beim letzten Ölwechsel an Blatters Dienstfahrzeug seien in der Werkstatt Schmiergeldzahlungen geleistet worden, will Carmen außerdem erfahren haben.

 

29. Mai 2015  

„Komm doch übers Wochenende nach!“ schlägt Carmen ihrem Kumpel Jorge vor. „Im Baur au Lac wird heute noch eine Suite frei!“ Dann schultert sie ihr frisch geputztes Präzisionsgewehr und fliegt nach Zürich.

Bombendrohung gegen FIFA-Kongress. Carmen verärgert, weil man ihr die Show stehlen will.

 

03. Juni 2015   Ende gut, alles gut

Zwei Anrufen bringen Carmen in einen moralischen Zwiespalt: Soll sie für 100.000 USD Blatter an die USA ausliefern oder für 5 Mio CHF die ermittelnde Staatsanwältin in New York liquidieren?

Doch diesmal zögert sie nicht lang.

Nach einem Hinweis von Carmen wird Sepp Blatter in Zürich verhaftet und in den Kerker geworfen. „Nur Wasser und Brot für den schmutzigen alten Mann!“ befiehlt unsere strenge Gefängnisdirektorin.

Die Blattern seien endlich ausgestorben, verkündet WHO-Präsidentin Carmen später stolz.

Vorher hatte sie den FIFA-Chef bei der peinlichen Befragung etwas zu lange mit dem Kopf unter Wasser gedrückt.

Carmens Feindschaft mit Sepp B. hat eine lange Geschichte, die hier nachzulesen ist Carmen und FIFA (Juli 2013): http://www.rinderwahn.eu/?m=201307

Carmen lässt die Osterglocken läuten (April 2015)

01. April 2015   Hai-Kuh (inspiriert durch Carmen)
mit freundlicher Genehmigung von Walter D.-Z. aus S.

Wie eine Blume
Auf der Nase ein Pickel
Im Frühling er blüht

 

05. April 2015   Teufelsaustreibung

Exorzistin Carmen de Ronda behandelt eine besessene Artgenossin.

„Nikolausi!“ fiept die Besessene.

„Ooooosterhasi!“ muht Carmen beschwichtigend.

Exorzistin Carmen und die Besessene
Exorzistin Carmen und die Besessene

 

07. April 2015   Jahresplanung

Nach dem Frühstück steht Carmen auf dem Balkon und guckt dem Osterhasen hinterher, der gerade auf der Straße seinen Trolley in den Porsche Panamera verlädt. „Also dann, bis nächstes Jahr!“ ruft unsere romantische Superheldin. Der Osterhase wirft ihr ein Kusspfötchen zu und gibt Gas.

Die eierlegende Hasenkuh
Die eierlegende Hasenkuh

 

Carmen steigt jetzt in die Werbebranche ein! „Pflanzen Sie potenziellen Kunden Ihre Produktbotschaften direkt ins Hirn – als wertbeständige Gravur auf meinen Projektilen!“ erklärt sie ihre Unique Selling Proposition.

 

09. April 2015   Paradoxe Intervention

Auf der Kölner Fitness-Messe FIBO präsentiert Reha-Trainerin Carmen heute ihr neues verhaltenstherapeutisches Sportkonzept für die Wiedereingliederung von Suizid-Patienten: „Ich schieße, Ihr rennt“, erklärt sie die einfachen Regeln.

Als beim Startschuss alle auf sie zulaufen, stellt sie selbstkritisch fest, dass einfache Konzepte in der Behandlung komplexer Erkrankungen fehl am Platz sein können.

 

11. April 2015   Vorhersehbar

Durch eine geschickte Manipulation des Ziehungsgerätes knackt Carmen de Ronda-Schindler heute den Lotto-Jackpot. Mit den gewonnenen 13 Millionen Euro kauft sie in China Tausende Zwangsarbeiter aus einer Apple-Fabrik frei. Die dankbaren Chinesen schenken ihr ein goldenes iPhone mit der Gravur: „Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt.“

Apple verklagt daraufhin die befreiten Chinesen wegen eines Vergleichs mit dem Holocaust auf Unterlassung und Schadenersatz. „Sie waren schon immer schlechte Verlierer“, kommentiert die Erfinderin des Q-Phone.

 

13. April 2015   Überbewertet

Zum Tod des Literatur-Nobelpreisträgers Günter Grass beschließt Carmen, auch in Zukunft nichts von ihm zu lesen.  Der Butt sei schon lange heillos überfischt, erklärt unsere Literaturkritikerin. Dann zieht sie trommelnd davon.

 

14. April 2015   Es hätte schlimmer kommen können

Als Carmen am Morgen im Feuilleton liest, Günter Grass sei „Die Stimme Deutschlands“ gewesen, ist sie ebenso verwirrt wie erleichtert. „Ich hatte schon befürchtet, das wäre Helene Fischer“, schreibt sie in einer E-Mail an den Kulturchef der Zeitung.

 

17. April 2015   Nachfolgeregelung

Nach dem Rücktritt von Bayern-Mannschaftsarzt Müller-Wohlfahrt bewirbt sich Transplantationsmedizinerin Carmen de Ronda um die Nachfolge: „Carmen amputiert, Carmen tauscht aus!“ singt sie Trainer Gladiola ins Ohr. „Ich besorge jedes Ersatzteil in bester Qualität in Rekordzeit. Und ich Dir mache gute Preise“, verspricht unsere korrupte Medizinerin mit den finsteren Verbindungen zu nordafrikanischen Schlepperbanden.

 

20. April 2015   Doppeldeutig

Psychiaterin Carmen zu einem kiffenden Patienten: „Und Ihr Ärger vom letzten Mal ist wieder verraucht?“

 

22. April 2015   Öko-Puff

In ihrem Stundenhotel erhebt Carmen ab heute pauschal einen Zuschlag von 0,25 € auf alle Leistungen. „Dosenpfand“, lautet ihre knappe Erklärung.

 

29. April 2015   Tina streikt

„Nächste Woche musst Du Dir Urlaub nehmen“, fordert Carmen ihren Kumpel Jorge auf. „Meine Kuhta streikt.“

„Ungünstig. Bin die ganze nächste Woche durchgehend in Terminen. Ich muss den Kardinälen die Beichte abnehmen. Einer nach dem andern, Du weißt schon. Und das dauert bei den meisten… Kannst Du Dich nicht mal ein paar Tage selbst beschäftigen?“ fragt der Heilige Vater zurück.

„Du willst doch nicht, dass ich auf die schiefe Bahn gerate, oder?“ lautet die drohende Antwort unserer manipulativen schwer Erziehbaren. Jorge seufzt und schweigt zunächst.

„A propos“, sagt er nach einer Pause. „Deine Erzieherin hat mir berichtet, Du hättest den andern in der Gruppe Tütchen mit weißen Kristallen verkauft.“ Carmen zuckt nicht mit der Wimper. „Vitamin C. Wegen der Erkältungswelle“, ist die ziemlich durchsichtige Ausrede unserer Drogenbeauftragten.

„Aber ich hab‘ noch eine bessere Idee“, nimmt Carmen nach ein paar Minuten das Gespräch wieder auf. „Die meisten anderen aus der Kuhta dürfen ausnahmsweise mit ihren Eltern zur Arbeit gehen und dann im Büro ruhig in einer Ecke spielen. Können wir das nicht auch so machen?“ – „Wie stellst Du Dir das denn vor? Willst Du etwa mit in den Beichtstuhl?“ fragt der oberste Pontifex mit weit aufgerissenen Augen erschrocken. „Cool!“ strahlt unsere neugierige Geheimagentin. „Ich gebe auch keinen Muhcks von mir!“ verspricht sie bettelnd.

 

Segue mais uma eventura da nossa superheroína em português!

Como Carmen passou a festa de Páscoa

Na Sexta-feira Santa, Carmen dormiu bastante. Depois de acordar, estava com vontade de fazer um pouco de esporte. Bebeu um cafezinho, calçou seus novos tênis de corrida e foi para fora. No parque inspirou profundamente o ar da primavera. Gostou do cheiro das flores e das árvores. Um momento mais tarde, Carmen começou a espirrar, uma, duas, muitas vezes: „Atchim! Atchim!! Atchim!!! Caralho! Com certeza, eu sou a única vaca com rinite alérgica no mundo inteiro!“ nossa super-heroína pragejou.

Enquanto estava correndo, se sentia leve como uma pluma e refletia sobre seus planos para este fim de semana prolongado. „Poderia visitar meu amigo Jorge no Vaticano“, pensou. „Nesses dias sempre tem que trabalhar quase 24 horas por dia. Acho que terá saudade de se encontrar com amigos após tanto trabalho… Atchim!“

Quando voltou à casa, tomou um comprimido contra a alérgia, tirou a roupa molhada de suor, tomou uma ducha, limou e pintou seus cascos e se maquiou discretemente como o achava apropriado por um fim de semana no Vaticano. Mandou um SMS para o Papa: „Querido Jorge, o que você acha de jantar comigo hoje? Sei que ainda é quaresma, mas pesquisei na internet e encontrei um pequeno restaurante tão modesto quanto mágico. Lhe convido. A que horas tem tempo?“ Demorou pouco para Jorge responder: „Olá, coração, que alegria! Ainda estou trabalhando. Venha me buscar às sete horas da noite na saída de trás da Basílica de São Pedro. Estou farto da comida vegetariana e estou ansioso para ver você. Boa viagem!“ Carmen sorriu, fez sua mala e saiu da casa.

Em Roma, Carmen e Jorge passaram uma noite agradável. O restaurante foi excelente. Como era um restaurante kosher cujos donos e clientes eram judeus, ninguém reconheceu o Papa. Assim foi uma noite totalmente relaxada. „Que ideia esperta!“ Jorge elogiou sua pequena amiga.

No Sábado Santo, Jorge teve que trabalhar todo o dia. Por isso, Carmen fez um passeio pela cidade. „Aquí os sapatos de Gucci e de Prada também não são baratos, mas têm sortimento muito mais variado e, por fim, é mais divertido comprá-los na Itália“, Carmen constatou contentemente quando estava pagando com seu cartão Vacacard Ouro. De noite, Carmen – calçada com um par de seus novos sapatos – assistiu à missa de Páscoa. Ficou impresionada pelo sermão de seu modelo Jorge, que falou sobre a pobreza e a desigualdade no mundo de modo que Carmen se decidiu espontaneamente a doar um par de seus sapatos velhos aos pobres.

A missa durou até de madrugada e no Domingo de Páscoa já tiveram que levantar-se com as galinhas. Mais uma vez Jorge rezou a missa na Basílica de São Pedro. Após a missa, foi à varanda para dar a benção aos fieis que se estavam reunidos em frente da catedral. „Venha comigo“, Carmen disse a Jorge quando ele tinha completado seus deveres. „Preparei um café da manhã de Páscoa muito gostoso para você!“ Mudo de espanto Jorge admirou tudo o que Carmen tinha posto sobre a mesa.

„Isso é um pequeno presente de Páscoa para você!“ Carmen declarou entregando um pacote a seu amigo. „Para mim?“ Jorge ficou boquiaberto. „Vá lá! Desembrulhe!“ Carmen lhe encorajou. „Nossa!“ Jorge exclamou. „Que belíssimos sapatos!“ – „Espero que combinem bem com sua nova batina“, Carmen estava radiante. „Espero que não tenham sido caro demais? Por causa de minha credibilidade quanto à probreza, sabe…“ – „Não é a hora de pensar nisso. Ninguém vai notar. Vamos desfrutar do café da manhã!“ Carmen respondeu.

Quando Jorge bateu com uma colherzinha contra a casca de um ovo cozido, explica a Carmen: „No cristianismo o ovo é considerado um símbolo do renascimento.“ – „Então, os ovos de chocolate simbolizam aos negros que eles também vão participar nisso?“ perguntou com olhar cândido.

Depois de todo o trabalho fatigante, Jorge quis fazer a sesta enquanto nossa agente dupla cheia de vida quis sair um pouco. Ela chamou um taxi e se foi ao bairro de Trastevere onde ficavam os bares mais interessantes. No bar mais na moda ficou no balcão onde conheceu um tipo muito atraente com orelhas impressionantes. „Sou o coelhinho da Páscoa“, ele se apresentou com um olhar provocante. „Que legal! Eu me chamo Carmen. Muito prazer em conhecer você!“ nossa diva respondeu. Tomaram uns copos de espumante e demorou pouco até que foram para seu hotel onde passaram a tarde fazendo coisas indizíveis.

Quando Carmen voltou para a Cidade do Vaticano, Jorge já se tinha levantado. „Não sei por quê todas as minhas amigas deliram com esse coelhinho da Páscoa”, Carmen disse.

“Quando vi suas orelhas, em qualquer caso esperei que também seu rabo fosse maior…“, nossa diva decepcionada concluiu seu relatório – enquanto Jorge estava tapando suas orelhas.

 

 

Frühlingsanfang und andere Katastrophen (März 2015)

01. März 2015   Selbstfürsorge

Zum meteorologischen Frühlingsanfang steht Carmen heute früh mit einem Strauß Narzissen vor dem Spiegel und wünscht sich alles Gute.

Später sitzt unsere kleine Doppelagentin mit dem Killersmile entspannt auf dem Sofa und liest die Zeitung. Mit dem Honorar, das sie für das Attentat auf Boris Nemzow kassiert hat, macht sie erst mal ein paar Tage frei.

 

03. März 2015   Grobe Scherze

Carmen blickt melancholisch in den grauen Himmel. Dann wirft sie einen Molotow-Cocktail in das Mehrfamilienhaus gegenüber. „Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet, die erste Kerze brennt!“ singt sie leise vor sich hin, während draußen zwei Löschzüge anrücken.

Wegen einer Flaute im Puff startet Bordellchefin Carmen de Ronda eine große Rabattaktion: „Zwischen 12 und 15 Uhr bekommen Rentner 30% Rabatt auf alles!“ raunt sie ein paar älteren Passanten zu. „Aber nur heute und morgen. Ist nämlich ein Einführungsangebot“, ergänzt sie mit schelmischem Augenzwinkern.

 

05. März 2015   Der Frühling naht

Für das Wochenende sind in Köln Höchsttemperaturen bis 16 Grad vorhergesagt. „Nach vier kalten Monaten kann ich endlich meinen Angora-Schlüpfer in die Reinigung bringen!“ freut sich Carmen und blättert in einem Katalog für erotische Dessous.

 

06. März 2015   Ein Wochenende im Pott

Auf dem Flug nach Recklinghausen, wo Carmen zusammen mit zwei Kollegen ein Seminar für angehende Auftragskiller leiten wird, stimmt sie sich mit Grönemeyer im Drohnenradio auf das Wochenende am Rande des Ruhrgebiets ein. „Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt, ist es besser, viel besser ahals man glahaubt, tief im Wähästöhön…“

Während ihre Kollegen im Burghotel beim Frühstück sitzen, landet Carmen mit der Drohne im Burghof. Dann betritt sie mit ihrem Schrankkoffer das Hotel und setzt sich zu ihnen an den Frühstückstisch. „Also, ich weiß ja nicht, wie Sie das hier aushalten, aber ich hätte lieber in Düsseldorf übernachtet“, erklärt ihnen unsere ebenso gestresste wie verspannte Diva mit der Abneigung gegen Kleinstädte.

„Bei Ihnen alles in Ordnung?“ erkundigt sich die freundliche Bedienung. Carmen zieht drohend die Augenbrauen hoch. „Alles in Ordnung? Ich muss das erste Frühlingswochenende in diesem gottverlassenen Kaff verbringen, weil meine Geschäftspartner es hinter meinem Rücken so entschieden haben. Meine Periode ist sei drei Tagen überfällig, mein PSA-Wert ist erhöht und SIE FRAGEN MICH, OB ALLES IN ORDNUNG IST? Na, sie machen mir Spaß, junge Frau!“ – „Können Sie sich bitte mal wieder einkriegen?“ bitten die Kollegen unsere gereizte Superheldin inständig.

Da ihre Partner wissen, wie man Carmens wandernden Uterus zum Stillstand bringt, schieben sie ihr ein Heftchen des örtlichen Fremdenverkehrsbüros hin: „Einkaufen im Ruhrgebiet.“ „Was’n das?“ fragt sie skeptisch, blättert es dann aber durch. Plötzlich hellt sich ihre Miene auf. „Die haben tatsächlich zwei Goldschmiedeateliers hier“, stellt sie erfreut fest. „Könnt Ihr das Seminar bitte heute früh ohne mich anfangen?“ bittet sie mit einem liebenswürdigen Lächeln.

Am Abend versuchen Carmens Tischnachbarn im Restaurant mit der Fremden ins Gespräch zu kommen. Sie sind sehr freundlich. Als Carmen die Eingeborenen irgendwann fragt, ob sie eigentlich dankbar dafür seien, das Grubenunglück überstanden zu haben, kommt die Konversation merkwürdigerweise ins Stocken. Wieder einmal staunt Carmen über die Rätsel fremder Kulturen.

Ob sie denn auch so lange gebraucht hätten wie Michael Schuhmacher, um sich einigermaßen von ihren Kopfverletzungen zu erholen, fragt Carmen dennoch unverdrossen weiter. „Also, wenn man es nicht wüsste, würde es fast kaum auffallen…“ fügt unsere Heldin tröstend hinzu.

Das Lokal leert sich daraufhin. Und wieder sitzt Carmen allein. Was mache ich nur falsch, fragt sich unsere selbstkritische Großstädterin.

Am nächsten Morgen sitzt Carmen in dem fast vollständig leeren Frühstücksbereich des Hotels, als ein Paar mit einem möppernden Baby und einem hyperaktiven Einjährigen direkt neben ihr Platz nimmt. „Offenbar wirke ich kinderfreundlich“, denkt unsere kinderlose Heldin. Als beide Eltern zum Buffet gehen, betrachtet Carmen angewidert die Plastikschale mit dem prustenden und rotzenden Neugeborenen. Kurzerhand verkauft sie beides an ein rumänisches Ehepaar, das gerade auschecken will. Dann genießt sie erst einmal die himmlische Ruhe. Wenig später kommen die Rumänen allerdings zurück und machen Gewährleistungsansprüche geltend: Die Windel sei voll. So ist das Kind zurück und mit der Ruhe ist es vorbei.

Dann kehrt der Vater vom Buffet zurück. Obwohl er sich rührend um das ältere Kind kümmert, steht das nur auf dem Sitz, guckt in die Ferne und fragt: „Mama!?!“Carmen beugt sich verständnisvoll hinüber und stellt augenzwinkernd fest: „Ist wohl nicht von Ihnen, gell?“ Als auch die Mutter zurückkehrt, will das Gespräch zwischen den Eltern nicht wieder so recht in Gang kommen. „The truth shall set you free!“ raunt Carmen der Mutter im Gehen ermutigend zu.

 

09. März 2015   Carmen in der Automobilentwicklung

„Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen“, denkt Carmen, während sie ihrer Freundin liebevoll mit dem Huf im Schritt spielt.

Bei ersten Versuchen mit den innovativen pyrotechnischen Gurtstraffern erdrosselt Entwicklungsingenieurin Carmen versehentlich zwei Testfahrer in den Sportsitzen des neuen Mercedes GLA. Das neue Fahrzeug sei eben einfach atemberaubend, meint Carmen in ihrer Stellungnahme für die Konzernleitung.

 

11. März 2015   Zuviel des Guten

Zur „Aufklärung“ des Mordes an Boris Nemzow foltert Carmen im Auftrag des russischen Präsidenten so lange einige zufällig ausgewählte Tschetschenen, bis schließlich zwei von ihnen ein umfassendes Geständnis ablegen. Anschließend berichtet Carmen Präsident Putin bei einem Glas Wodka über ihren Erfolg. „Sie haben unterschrieben, eigenhändig die Schüsse auf Erzherzog Franz Ferdinand abgegeben zu haben“, fasst Carmen das Ergebnis ihrer Ermittlungen stolz zusammen.

Putin zweifelt daraufhin einmal mehr am Geschichtsbewusstsein der Spanier.

 

18. März 2015   Blockupy

Was sie denn am liebsten essen möge, wird unsere bisexuelle Superheldin bei einem Besuch in Bangkok gefragt. „Thai Futt!“ antwortet Carmen mit ihrem etwas harten südeuropäischen Akzent spontan und fährt sich mit der großen feuchten Zunge lasziv über die wie immer grell geschminkten Lippen.

"Thai Futt!"
„Thai Futt!“

 

„Blockupy“ steht auf Carmens Kampfanzug in dem sie sich vom Giebel der Stadtsparkasse Recklinghausen abseilt. Dann klingelt das Q-Phone und ihre Freundinnen fragen aus Frankfurt an, wo sie denn bleibe.

Bevor sie in die Drohne steigt und an den Main fliegt, schießt Carmen noch schnell ein Selfie, um ihre heroische Einzelaktion zu dokumentieren, die bisher leider völlig unbemerkt geblieben war.

Am späten Nachmittag ist Carmen wieder in Köln und sitzt mit Jorge auf einer Bank am Clarenbachkanal. Jorge liest in seinem Brevier und Carmen ist langweilig. Daher hüpft sie nackt zu den den beiden Schwänen Pyramus und Thisbe ins Wasser und ruft übermütig: „I’m a swan! I’m a swan!!“

Carmens Freunde Pyramus und Thisbe
Carmens Freunde Pyramus und Thisbe

 

Jorge blickt kurz von seinem Brevier auf und lächelt milde: „La primavera te há vuelto loca…“ („Der Frühling hat Dich verrückt gemacht.“) Dann vertieft er sich wieder in sein Gebetbuch.

Ohne zunächst etwas zu erwidern entsteigt Carmen dem Wasser und geht hinüber zum Heiligen Vater. Ihrer Louis-Vuitton-Badetasche entnimmt sie ein flauschiges Frottiertuch von Hermès und zwei Eintrittskarten. Die wirft sie Jorge lässig auf sein Brevier. „Heute Abend, Wir zwei. Atlético gegen Leverkusen. Oder hast du schon was Besseres vor?“ Jorge nimmt die Karten, wischt mit einem Zipfel von Carmens Badetuch sein Brevier trocken und sagt: „Na, dann werd‘ ich mal dem Gänswein appen, dass er morgen die Frühmesse übernimmt.“ – „Er kann sich ja ein paar hübsche Ministranten aussuchen“, legt Carmen den Huf in die Wunde.

 

20. März 2015   Sonnenfinsternis

Mit ihrer Spezialfotoausrüstung steht Carmen schon am frühen Morgen auf dem Kölner Herkulesberg, um später alle Phasen der Sonnenfinsternis zu dokumentieren. „Heute wird erstmals ein Foto vom Mann im Mond geschossen!“ freut sich unsere Paparazza.

„Und wenn ich Sonnenflecken entdecke, wird die Putzfrau entlassen!“ fügt unsere investigative Journalistin entschlossen hinzu.

 

25. März 2015   Schwarzer Peter

Nach dem Absturz von 4U9525 in den französischen Alpen am Vortag hat Lufthansa-Sprecherin und Quotenfrau Carmen de Ronda   heute den Flugdatenschreiber ausgewertet.

Danach erhebt sie in einer Pressekonferenz  schwere Vorwürfe gegen die Pilotenvereinigung Cockpit: „Mit der gestrigen Aktion haben sie im Arbeitskampf eindeutig eine rote Linie überschritten!“ stellt das Aufsichtsratsmitglied mit ernster Stimme fest.

Daraufhin bricht in den sozialen Medien ein Shitstorm los. Carmens Patenonkel Juan Carlos twittert: „Oye, ¿porqué no te callas?“ (Hör mal, warum bist Du nicht einfach still?)

 

31. März 2015   Ein Orkantief zieht über Deutschland

Mit ihrer Drohne übt Carmen heute den Segelflug. „Huiiiiiii!“ quietscht sie vergnügt, als gerade wieder eine Orkanböe das Flugzeug herumwirbelt.

Im Bergischen Land wird die magersüchtige Kuh Annika beim Joggen vom Sturm erfasst und kilometerweit mitgeschleift. „Begreifst Du jetzt endlich, dass Du mehr essen musst?“ schnauzt Carmen ihre kleine Schwester an, nachdem diese krachend gegen eine Stalltür geprallt ist.

 

Cave Carmen! (Februar 2015)

01. Februar 2015   Wettervorhersage

„Wer Rind isst, wird Sturm ernten,“ droht unsere Vegetarierin.

Die Glücks-Diät
Carmen genießt ihre Glücks-Diät – dank Palmöl-Monokulturen und Kinderarbeit in türkischen Haselnussplantagen!

 

02. Februar 2015   Aufrüstungspläne

Mitte des Jahres wird der Leasing-Vertrag für Carmens Drohne auslaufen. Carmen meditiert nun über die Anschaffung eines „Dream Chaser“, eines weltraumtauglichen Mini-Space-Shuttles. „Die Welt ist nicht genug!“ findet unsere Kolonialistin.

 

03. Februar 2015    Confutatis maledictis 

„Lausche dem Mozart-Requiem und freue Dich, dass es heute noch nicht für Dich gespielt wird!“ empfiehlt unsere Musikliebhaberin mit dem Interesse für existenzielle Fragestellungen.

 

05. Februar 2015   „Hallo!!!“

Bei der Trauerfeier für Udo Lattek defiliert Carmen in einer Werbepause am Sarg vorbei und singt: „Carmen repariert, Carmen tauscht aus…“ Dann geht es stramm und knackig weiter:  „Hallo!!! Ich bin Carmen vom Sargdeckel-Center Melaten. Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit kann aus einer kleinen Macke im Deckel schnell ein gefährlicher Sprung in der Schüssel werden. Kommen Sie zu Carmen, bevor es zu spät ist! Mit unserem patentierten Spezialverfahren reparieren wir Steinschläge, bevor es zu einem Riss kommt. Für Sterbegeldempfänger meist kostenlos! Sprechen Sie uns an!“

 

06. Februar 2015   Not zur Tugend

Als Carmen anlässlich der Berlinale ein graues Schamhaar bei sich entdeckt, stellt sie sich spontan für die Verleihung des Silbernen Bären zur Verfügung.

 

07. Februar 2015   A banda (1)

Während Carmen heute früh einen frischen Obstsalat zubereitet, hat sie ein beschwingtes Liedchen auf den Lippen:

„Zwei Apfelsinen im Haar
Und an der Hüfte Bananen
Trägt die Carmen seit heut‘
zu einem Kokosnusskleid.
Ja, sicher noch dieses Jahr
Das kann man heute schon ahnen
Trägt die modische Welt
das was der Carmen gefällt…“

(1) Das Lied „A banda“ von Chico Buarque hat die gleiche Melodie aber dafür einen intelligenten Text 

Mit einem geschmackvollen Schmucktelegramm gratuliert Carmen ihrem Vorbild Juliette Gréco zum 85. Geburtstag. „Sie war die Muse des Existenzialismus und hat all ihre Männer überlebt“, stellt Carmen bewundernd fest.

 

08. Februar 2015   Mahlzeit!

Eine Stunde nachdem sie im Blumenladen eine Schale mit zehn duftenden Hyazinthen erworben hat, steht Carmen empört vor dem Geschäft und reklamiert die Ware: „Auf dem Etikett steht: Nicht zum Verzehr geeignet!“ schimpft unsere hungrige Vegetarierin.

 

09. Februar 2015   Selbstwertgefühl

Müde, aber glücklich kehrt Carmen aus Los Angeles zurück. Aus ihrem Trolley holt sie stolz einen Grammy. „Weiß auch nicht wofür. Der stand da neben dem Büffet herum, da hab ich ihn mir selbst verliehen“, lautet ihre knappe Erklärung, bevor sie sich mit einem glückseligen Lächeln auf den Lippen schlafen legt.

 

12. Februar 2015   Entre dos tierras (2)

Zu Weiberfastnacht geht Teilzeitlesbe Carmen als transidenter Ziegenbock mit Bienenkostüm in eine Schwulenkneipe und genießt sichtlich die Verwirrung. „Alles, was wir sehen, könnte auch anders sein,“ zitiert Carmen den Filosofen Wittgenstein.

(2) Zwischen zwei Welten. Lied der Héroes del Silencio

 

13. Februar 2015   Geprüfte Qualität  

Nach Abschluss des Friedensvertrags beim Ukraine-Gipfel in Minsk wird Carmen mit der Einrichtung einer Pufferzone beauftragt. „Die ausgehungerten Soldaten nehmen das Angebot sehr gern an“, berichtet die Bordellchefin.

Carmen gratuliert dem Regisseur Wim Wenders zum Goldenen Bären für sein Lebenswerk. „Insbesondere seine Fist-und Fetischfilme sind von unübertroffener erotischer Qualität!“ lobt unsere Branchenkennern. Dann macht man sie darauf aufmerksam, dass die Venus-Messe in einem anderen Gebäude stattfindet. Carmen bedauert die Verwechslung und zieht weiter.

Die kosovarischen Foltergefängnisse seien von der EU erst kürzlich nach ISO 9000 zertifiziert worden. Außerdem hätten sie den Ehrenpreis des TÜV Rheinland für vorbildliches Qualitätsmanagement erhalten. Daher seien die Anträge kosovarischer Asylbewerber grundsätzlich abzuweisen, verfügt Innenministerin Carmen de Ronda am rußigen Freitag.

Wie denn so etwas passieren könne, wird Klempnerin Carmen von einem Kunden gefragt, als sie dessen verstopftes Klo wieder frei macht. „Wir leben nun mal in einer Ãœberflussgesellschaft“, antwortet unsere Filosofin achselzuckend.

Läuft wieder!
Läuft wieder!

 

14. Februar 2015   Würdelos

„Ich hab keine Aaaaaaangst…“ grölt Carmen mit schwerer Zunge, als sie nach dem 17. Kölsch in ihrem Mohammed-Kostüm am Kölner Neumarkt langsam zu Boden sinkt.

Dann erbricht sie eine Bratwurst.

Als sich wenige Minuten später der zu Hilfe gerufene Notarzt über sie beugt, greift sie ihm ebenso beherzt wie unvorhersehbar in den Schritt und lallt: „Komm, Süßer, lass es uns gleich hier auf dem Boden tun…“ – „Ooooops“, entfährt es dem erschrockenen Samariter, dessen Wangen daraufhin rot anlaufen.

 

15. Februar 2015   Die Flucht vor dem Gewissen   

Nach ihrer Ausnüchterung ergreift Carmen aus lauter Scham über den gestrigen Kontrollverlust die Flucht vor weiteren Karnevalsaktivitäten. Kurz entschlossen bucht sie ein paar Tage Last-Minute-Urlaub auf den Kanaren.

Erstmals geht Carmen bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen durch einen Nacktscanner. Hinter der Kontrolle erwarten sie Karl Lagerfeld und Anna Wintour und bieten ihr einen Vertrag an.

Spieglein 2
Spieglein,. Spieglein an der Wand…

 

17. Februar 2015   Carmen besucht die Hauptstadt

Carmen beendet Gewaltenteilung: „Bei mir kriegen Sie alles aus einer Hand!“ beschreibt sie den entscheidenden Vorteil ihres Systems.

Bundestag
Carmen kommt aus dem Schacht

 

„Je länger ich hier stehe, umso mehr bekomme ich Lust auf Germknödel mit Vanillesoße!“ denkt Carmen.

Reichstag
Rieseneuter oder Süßspeise?

 

20. Februar 2015   Kleine Aster

Bevor sie aus Berlin abreist, besucht Carmen auf dem Waldfriedhof Dahlem noch das Grab ihres Lieblingsdichters und Medizinerkollegen Gottfried Benn, wo sie in stillem Gedenken eines seiner schönsten frühen Gedichte rezitiert:

Kleine Aster
Ein ersoffener Bierfahrer
wurde auf den Tisch gestemmt.
Irgendeiner hatte ihm eine dunkelhelllila Aster
zwischen die Zähne geklemmt.
Als ich von der Brust aus
unter der Haut
mit einem langen Messer
Zunge und Gaumen herausschnitt,
muss ich sie angestoßen haben, denn sie glitt
in das nebenliegende Gehirn.
Ich packte sie ihm in die Bauchhöhle
zwischen die Holzwolle,
als man zunähte.
Trinke dich satt in deiner Vase!
Ruhe sanft,
kleine Aster!
Gottfried Benn
Stilles Gedenken

Carmen legt eine dunkelhelllila Aster nieder und macht sich auf den Heimweg.

 

24. Februar 2015   Krankenbesuche

Innenminister de Maizière verbietet den Rockerclub Satudarah. Carmen lobt ihn sehr für diese Entscheidung: „Es kann schließlich nicht angehen, dass uns die niederländische Konkurrenz das Geschäft kaputt macht!“ stellt unsere Rockerbraut fest.

Während der Chef des MC Satudarah von schwer bewaffneten Polizisten abgeführt wird, steht Carmen als Zaungast daneben und schwingt ihre Mofakette: „Pass auf, sonst gibt’s gleich Kette am schmecken!“ brüllt sie dem Verbrecher hinterher. Dann steigt sie auf ihr von Udo Walz frisiertes Mofa und braust mit überhöhter Geschwindigkeit durch eine Tempo-30-Zone davon.

Rockerbraut
Hang zu bedrohlicher Symbolik: Rockerbraut Carmen de Ronda

 

Carmen besucht Fernando Alonso nach seinem Unfall am Krankenbett. „Wie oft hab‘ ich Dir schon gesagt, dass Du endlich den Führerschein machen sollst!“ schimpft unser besorgtes Boxenluder.

Dann schaut Carmen bei Manuel Neuer vorbei, den ein heftiger Infekt niedergestreckt hat. „Mit deiner Grippe hast du dich bereits für die übernächste Fußball-WM qualifiziert“, tröstet Carmen ihren kranken Liebling. „Die findet nämlich in Katarrh statt!“

 

25. Februar 2015   Wegen Geringfügigkeit

Nach dem Überfall auf eine Kölner Postfiliale wird Carmen von der ermittelnden Staatsanwaltschaft als Beraterin hinzugezogen. Carmen sammelt die Fakten: Der flüchtige Räuber hatte 200 € in bar erbeutet. Auf bewaffneten Raub stehen mindestens 5 Jahre Gefängnis. Carmen rechnet: das macht 3,33 € pro Monat Haft. Fazit: Bankräuber verdienen unter dem gesetzlichen Mindestlohn. Unsere christliche Soziallehrerin ist empört und rät zur Einstellung des Verfahrens.

 

26. Februar 2015   Einfach so

„Because I’m happy!“ trällert Carmen beschwingt und fährt an einem Fußgängerüberweg mit ihrem Cabrio ungebremst in eine Gruppe niederländischer Touristen.

 

28. Februar 2015   SM-Spiele

Im Rahmen ihrer täglichen Demutsübungen tritt Carmen vor Jorge und bittet mit gesenktem Blick: „Heiliger Vater, sag mir, dass ich ein böööses Mädchen bin!“ – „Kein Christenmensch kann ermessen, WIE böse du bist!“ lässt sich Jorge gut gelaunt auf das laszive Spiel unserer durchtriebenen Diva ein.

Carmen ist empört über den brutalen Mord an dem russischen Regierungskritiker Boris Nemzow, der gestern Abend im Moskauer Zentrum von vier Kugeln getroffen wurde. „Diese Amateure!“ zischt unsere Profi-Killerin voller Abscheu. „Bei mir hätte der erste Schuss gesessen.“

 

 

¡No pasarán! (Januar 2015)

Je suis Charlie

 

05. Januar 2015   Carmen ist verwirrt

Köln am Abend: Etwa 150 bleichgraue AfD-Wähler und ungefähr ebensoviele Journalisten versammeln sich unter dem Namen „Kögida“ (Kölner gegen die Islamisierung des Abendlandes), einer Untergruppierung der „Pegida“, auf der Schäl Sick. Sie haben festgestellt, dass ihre Rente nicht zum Leben reichen wird und machen dafür irrtümlich die muslimischen Zuwanderer verantwortlich. Daher wollen sie heute durch die Kölner Innenstadt ziehen, um gegen Dönerbuden und Minarette zu demonstrieren.

Die Einsatzleiterin der Bundespolizei, Carmen-Ayshe de Ronda y Córdoba, rät den Demonstranten aufgrund von Sicherheitsbedenken, den geplanten Zug durch die Innenstadt abzusagen. „Bereits Kleinigkeiten könnten zum Zündfunken einer gefährlichen Eskalation werden“, warnt die Beamtin angesichts der zahlreichen hochemotionalisierten Gegendemonstranten, die sich an strategisch bedeutsamen Positionen auf dem geplanten Demonstrationsweg zusammengerottet haben.

Nach diesen warnenden Worten steigt Gutkuh Carmen klammheimlich in ihre Drohne und überfliegt mit ausgeschalteten Scheinwerfern die Deutzer Brücke. Auf dem Rückweg wirft sie unbemerkt durch das geöffnete Panorama-Glasschiebedach einen Pflasterstein mitten in die versammelte Hundertschaft der Bereitschaftspolizei, die daraufhin mit Gummiknüppeln und Tränengas gegen die Demonstranten losbricht.

„Soll keiner sagen, ich hätte sie nicht gewarnt“, kommentiert Carmen später in den Tagesthemen seufzend das Geschehen.

Angesichts der parteiübergreifenden Empörung zahlreicher Politiker unterschiedlichster Couleur gegen Pegida verspürt Carmen auf dem Heimweg zunehmende Verwirrung und Skepsis. Weiß sie doch, dass viele Politiker nicht das tun, wovon sie überzeugt sind, sondern vielmehr das, wovon sie sich einen Vorteil versprechen.

Andererseits ist unsere katholische Migrantin schon ganz froh, nicht in Dresden zu leben.

 

Eat, Pray, Love: Carmen besucht die Mezquita von Córdoba
Eat, Pray, Love: Carmen besucht die Mezquita von Córdoba

 

08. Januar 2015   ¡No pasarán!*

Nach dem Terroranschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ sitzt Freiheitskämpferin Carmen die ganze Nacht über am Schreibtisch und arbeitet fieberhaft weiter an ihren neuesten Karikaturen. „¡No pasarán!“ murmelt sie dabei immer wieder. „¡No pasarán!“

(* „Sie werden nicht durchkommen!“, Schlachtruf der spanischen Freiheitskämpferin Dolores Ibárruri, 1895-1989)

 

Ohne Worte
Ohne Worte

 

12. Januar 2014   La vida continua

In Anerkennung ihres ebenso unermüdlichen wie effizienten Einsatzes auf dem Spielfeld und in der Kabine bei der Fußball-WM 2014 erhält Ballkünstlerin Carmen de Ronda-Ronaldo beim FIFA-Ball in Zürich heute die begehrte Auszeichnung als Spielerfrau des Jahres.

„Und ich danke dem Manuel… und dem Jogi… und dem Philipp… und dem Oli, ach ja, dem Oli… und…“ bringt Carmen in ihrer Dankesrede unter gerührtem Schluchzen hervor.

Die Auszeichnung sei jedoch gerechtfertigt, denn keine andere könne so viele Bälle gleichzeitig in der Luft halten, teilt sie nach der Veranstaltung augenzwinkernd einem befreundeten Sportjournalisten im Vertrauen mit.

Am Rande der Veranstaltung begegnet Carmen ihrem Erzfeind Blatter. „Wer hat dich denn aus dem Wasser gefischt, schmutziger alter Mann?“ zischt sie ihm im Vorübergehen zu.

(Siehe hierzu die Dokumentation von Carmens letzter Begegnung mit dem FIFA-Funktionär http://www.rinderwahn.eu/?p=634)

 

13. Januar 2014   Unwort des Jahres: „Lügenpresse“

In ihrem Kölner Zentrum für Informationsgewinnung und erweiterte Befragungstechniken freut sich Carmen heute über das Eintreffen eines ebenso innovativen wie nützlichen Gerätes zur Ermittlung der Wahrheit.

„Bisher lügen noch viele unserer Gäste, dass sich die Balken biegen. Mit der neuen ‚Lügenpresse‘ fördern wir die Wahrheit schneller zu Tage als uns dies mit den bisherigen konventionellen Methoden möglich war“, erklärt Carmen den Zweck der neuen Maschine.

Dabei sei die Funktion recht einfach: „Je mehr einer lügt, umso schwerer kriegt er Luft“, fasst Carmen das Prinzip des Gerätes zusammen.

Nach der Installation hängt Carmen ein kleines, aber für die Gäste gut sichtbares Schild mit einem ihrer liebsten Bibelzitate an die Wand des Befragungsraumes:

Joh 8,32
Joh 8,32

 

15. Januar 2014   Wer seid Ihr denn?

Da sie das verspannte Herumgezicke beim Kaffeekauf im Nespresso-Laden gründlich satt hat, kauft sich Carmen heute eine Maschine, die mit Pads funktioniert. „Schmeckt mindestens genauso gut und ist außerdem noch umweltverträglicher. Das ist wichtig für eine konservative Kuh wie mich, für die Werte, Moral und Tradition einen hohen Stellenwert besitzen“, findet Carmen Gräfin von Pfuel und tanzt mit ihren sechs Kälbchen (von sieben verschiedenen Bullen) fröhlich im Kreis.

 

18. Januar 2014   Alaaf!

Carmen sitzt an der Nähmaschine und freut sich auf die bevorstehenden Karnevalstage. „Mein Muh-hammed-Kostüm ist fast fertig!“ freut sich unsere todesmutige Jecke.

 

19. Januar 2014   Demonstrationsverbot

Nach einer aktuellen Studie ist der Reichtum auf der Welt äußerst ungleich verteilt. „Ein Prozent der Weltbevölkerung besitzt die Hälfte des Planeten!“ prangert Jorge an.

Carmen holt ihr Sparbuch unter dem Kopfkissen hervor und versteckt es in ihrer Handtasche. Dann geht sie in den Garten zum Froschteich, wo sie sich schützend vor die Tiere stellt: „Ich geb meine Kröten nicht her!“ lautet der Schlachtruf unserer Naturschützerin.

Per einstweiliger Verfügung verbietet Verwaltungsrichterin Carmen de Ronda – Antipegida später den Kröten im Froschteich den Mund. „Wir haben Hinweise auf eine akute Gefährdung“, begründet sie in einer Rechtsgüterabwägung diese Einschränkung der Versammlungsfreiheit. „Ist außerdem sowieso alles nur Quaak“, fügt sie im vertrauten Kollegenkreis hinzu.

 

20. Januar 2015   Es wird eng für Carmen

Nach einem Bericht von amnesty international hatte die CIA Unterstützung in Europa. Es gebe Hinweise auf geheime Foltergefängnisse auf europäischem Boden.

„Sie sind mir auf den Fersen“, stellt Carmen nervös fest und jagt erst einmal alle Akten durch den Reißwolf.

Im Rahmen einer Mahnwache lässt sich Carmen heute in der Kölner Keupstraße von einem türkischen Bullen nageln. „So macht politisches Engagement Freude!“ stellt unsere Aktivistin zufrieden fest.

 

21. Januar 2015  

Eilmeldung am Abend: Pegida-Chef Bachmann tritt zurück.

„Zurück in den Knast?“ fragt Carmen.

Dann überlegt sie einen Augenblick lang, ob sie seine Nachfolge übernehmen soll. Als erstes würde sie die Dresdner Montagsdemonstrationen verlegen. „Dienstags in Recklinghausen passt mir persönlich besser“, begründet sie diesen gewagten Bruch mit der Tradition.

 

22. Januar 2015   Nachfolgestreit

Zur Nachfolgediskussion innerhalb der Pegida zitiert Carmen ein portugiesisches Sprichwort: „Die Fliegen werden ausgewechselt. Die Scheiße bleibt.“

 

23. Januar 2015   Altersvorsorge

Am Morgen nimmt Carmen ein anhaltendes tiefes Geräusch wahr und macht sich auf die Suche nach der Ursache. Nach einer halben Stunde wird sie in der Kneipe um die Ecke fündig: „Die Wirtschaft brummt“, erklärt sie ihrem Kumpel Jorge.

Im Lauf des Tages sieht sich Carmen auf Kuhadvisor, einem Internetportal für die Vermittlung von Altersheimplätzen für Kühe, um. Ein wenig störend findet sie die zahlreichen, während ihrer Suche auf dem Bildschirm erscheinenden Pop-Up-Fenster:

  • „Nur noch 1 Heimplatz in Ihrem Wunschzeitraum verfügbar!“
  • „12.000 Kühe sehen sich gerade dieses Heim an“
  • „Die letzte Buchung für dieses Heim erfolgte vor einer Minute aus Gütersloh“
  • „Die Lebenserwartung der Kühe in diesem Heim ist in den letzten Tagen gestiegen“

Genervt klappt Carmen ihr Notebook zu und entscheidet sich vorläufig für das betreute Wohnen um die Ecke.

 

23. Januar 2015   Le Roi se meurt

Carmen fliegt zur Beerdigung des Saudi-Arabischen Königs Abdullah nach Riad. Am Rand der Zeremonie informiert sie sich ausführlich über die Prügelstrafe. der Nachfolger des verstorbenen Königs, Kronprinz Salman, schenkt ihr eine Auswahl von Peitschen und Stöcken. „Damit könnten wir in Deutschland das Pegida-Problem gewissermaßen im Handumdrehen lösen“, hofft unsere scharfe Richterin.

Auf dem Rückweg zum Flughafen lenkt sie, als westliche Sexbombe aufgebrezelt, das Wachpersonal im Gefängnis ab und befreit den Blogger Raif Badawi. „Schau mal, hab‘ Dir Bepanthen-Salbe mitgebracht“, hilft sie ihm behutsam in die Drohne.

 

24. Januar 2015

Auf QVC vertickt Carmen Glööckler ihre neue Schmuckkollektion. „Am besten verkaufen sich im Osten die Halsketten mit Pegida-Anhänger“, stellt unser Marketing-Genie seufzend fest.

 

25. Januar 2015   Fremdwörter

In einem Vortrag beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos fordert Jorge, es sei höchste Zeit für einen Paradigmenwechsel. Unser gelangweiltes Fashion-Victim Carmen schleicht sich daraufhin in die Haupteinkaufsstraße des Ortes. Bei Gucci lässt sie sich in einen Ledersessel fallen, streift ihre Pumps ab und sagt zum Verkäufer: „Hören Sie, der Heilige Vater sagt, ich brauche dringend neue Paradigmen. Also bitte. Und am besten zeigen Sie mir auch gleich noch die passende Handtasche dazu!“

 

27. Januar 2015   Permanenter Seitenwechsel

Bei der Handball-WM in Katar wirft Carmen ein unhaltbares Eigentor. „Brille: Fielmann.“ bringt sie zu ihrer Entschuldigung vor.

Mit einem Blizzard ungekannter Heftigkeit legt Carmen de Ronda – Holle die amerikanische Ostküste lahm. „Kleiner Vorgeschmack auf meinen Dschihad!“ frohlockt unsere Teilzeit-Muslima.

Am Jahrestag der Befreiung von Auschwitz blättert Carmen voller Nostalgie in einem Fotoalbum, in dem sie als blutjunge russische Soldatin zwischen zahlreichen ebenso ungläubig strahlenden wie abgemagerten Häftlingen zu sehen ist. „War bis heute einer meiner bewegendsten Einsätze“, erzählt unsere Superheldin, die sich weiterhin beharrlich weigert, ihr wahres Alter zu preiszugeben.

In seiner Gedenkrede vor dem Parlament mahnt Bundespräsident Gauck wider das Vergessen. „Wo hab‘ ich nur meine Brille gelassen?“ grübelt der alternde Staatsmann auf dem Heimweg.

Beim Skispringen in Oberstdorf holt Carmen in ihrer knallengen Funktionsburka die Goldmedaille für Afghanistan. „Mein ganz persönlicher Ski-had!“ freut sich unsere friedliebende Sportskanone.

Such Dir ’nen Stern aus (Dezember 2014)

03. Dezember 2014   Recht und Gerechtigkeit

Heute beginnt vor dem Amtsgericht Köln der Prozess gegen Femen-Aktivistin Carmen de Ronda. Sie hatte sich im vergangenen Jahr während einer Messe im Kölner Dom plötzlich auf den Altar gesetzt und blank gezogen. Der Anblick ihres jugendlich prallen Euters hatte den damaligen Erzbischof so erregt, dass er kurz darauf wegen einer Traumafolgestörung früh berentet werden musste.

Entscheidend für das Strafmaß wird sein, ob die Ronda Reue zeigt, meint ein Prozessbeobachter.

Carmen fährt mit ihrem Anwalt in einer Oberklasselimousine mit abgedunkelten Scheiben vor. Als der Fahrer die Türen öffnet, dringt aus dem Fahrzeuginneren laute Musik nach draußen.

Bettina

 

Auf Anraten ihres Anwalts erscheint Carmen zur Verhandlung  in einem sehr schlichten, hochgeschlossenen, schwarz-weißen Kleid und ungewöhnlich dezent geschminkt.

Zu Beginn der Verhandlung wird Carmen zur Person befragt. „Familienstand?“ will der Vorsitzende Richter wissen. „Jungfrau“, haucht Carmen und schlägt die Augen nieder.

Als der Richter den Beginn der Beweisaufnahme ankündigt, springt Carmen auf die Richterbank und hebt ihr Kleid hoch. Ein Raunen geht durch den Saal. Carmens Anwalt schlägt die Hände vor’s Gesicht.

„War das jetzt Beweis genug?“ fragt ihn Carmen halblaut, nachdem zwei Gerichtsdiener sie wieder zu ihrem Platz geführt haben. Der Anwalt verbirgt weiter das Gesicht hinter seinen Händen.  „Ich hab’s geahnt“, murmelt er verzweifelt.

Als der Anwalt gar nicht mehr aufschauen will, legt ihm Carmen begütigend den Huf auf die Schulter und sagt: „Hey! Kopf hoch! Alles ok! ist doch heutzutage kein Problem mehr, schwul zu sein!“

Nach der Beweisaufnahme zieht sich der Vorsitzende mit Carmen „zur Beratung“ in sein Richterzimmer zurück.

Im Anschluss an die Verhandlungspause verkündet der Richter mit kölscher Weisheit das Urteil: „De Carmen werd freijesproche! Dat es nur e lecker Mädsche, wat sisch mit de Örtlischkeit von de Karnevalssitzung verdonn hat. Un dat kann schließlisch jede emol passiere! De Sitzung es jeschlosse!“

 

08. Dezember 2014    Ein Liebeslied für Carmen

Unsere Superheldin ist zutiefst gerührt.

(https://www.youtube.com/watch?v=4wtFWlI83ek)

 

10. Dezember 2014   Erste Geschenke

Da gerade in der Vorweihnachtszeit viele Menschen mit heftigen Stimmungseinbrüchen zu kämpfen haben und die Klagsamkeit vielleicht auch infolge des Lichtmangels enorm ansteigt, hat sich Carmen ein ebenso praktisches wie einfühlsames Weihnachtsgeschenk überlegt. Sie kauft einige Knäuel dunkelgrauer und kratziger Wolle. Nachmittags setzt sie sich hin und fängt an, die Stricknadeln zu schwingen. „Dieses Jahr verschenke ich zu Weihnachten selbst gestrickte Jammerlappen!“ erklärt unsere Handarbeiterin. „Etwas Selbstgemachtes kommt immer am besten an!“ fügt sie stolz hinzu.

 

13. Dezember 2014   ¡Nena, me haces vibrar! 

In Erwartung der kalorienreichen Weihnachtszeit überarbeitet unsere engagierte Hobbysportlerin heute ihren Trainingsplan. Auf dem Programm steht ab sofort auch das revolutionäre Konzept der „vibrator-enhanced calisthenics for the elderly“, das Carmen von ihrem neuen Personal Trainer wärmstens ans Herz gelegt wird. „Kommt direkt aus Amerika!“ schwärmt er seiner Elevin vor. „Genauso wie der ganze andere Schwachsinn in diesem Studio“, denkt unsere Südeuropäerin im Stillen. Die Ãœbungen, die überwiegend im Sitzen auf dem mit einem Vibrator armierten Bosu-Ball ausgeführt würden, förderten unter anderem Koordination und Rumpfstabilität, erklärt er unserer neugierigen Heldin.

Carmen bei der Seniorengymnastik auf dem Bosu-Ball
Carmen bei der Seniorengymnastik auf dem Bosu-Ball

 

14. Dezember 2014   Dritter Apfent

Auf dem UN-Klimagipfel einigt sich Treibhauskuh Carmen mit den anderen Teilnehmern endlich auf einen Minimalkonsens. Auf Basis einer freiwilligen Übergangsregelung kündigt sie die Verringerung ihrer Emissionen um 3 Prozent bis zum Jahr 2030 an. Dies werde zwar das Weltklima nicht retten, sei aber insbesondere von den Schwellenländern als total nette Geste gewertet worden, so die Umweltaktivistin in der abschließenden Pressekonferenz. 

Dann steigt sie in ihre Drohne und fliegt mit Vollgas nach Hause. Die Strecke Lima – Cologne schafft sie heute in 8 Stunden. Genügend Zeit, um sich unterwegs noch einmal Gedanken über den Klimaschutz zu machen. Seit längerem arbeitet Carmen an einem Hybrid-Antrieb für ihre Drohne, der eine Mischung aus Kernenergie und Kuhpups nutzt. Die Entwicklung erfolgt im Rahmen eines Joint Venture mit einem arbeitslosen Ingenieur aus Fukushima. Carmen hat ihm neulich ein paar Baumstämme aus dem Wald und eine Axt in sein Labor gebracht. „Du hattest mich doch um spaltbares Material gebeten“, tätschelte sie ihm gönnerhaft den kahlen Kopf.

Bei der Deutschen Bahn gilt ab heute der Winterfahrplan. Das bedeutet, ab heute wird unabhängig vom Wetter das gesamte Streckennetz gestreut. Bis zum nächsten Fahrplanwechsel. „Vorschrift ist Vorschrift!“ erklärt Technikvorstand Carmen de Ronda. Salzstreuer Wolf ist ab heute im Großeinsatz.

Nachdem alle Pflichten erledigt sind, kann sich Carmen endlich ihren privaten Weihnachtsvorbereitungen widmen. Sie setzt die Nikolausmütze auf und besucht ihren Freund Jorge. Wie im letzten Jahr wollen sie auch diesmal wieder das Fest gemeinsam verbringen.

Den Gedanken an seine vielen Verpflichtungen während der bevorstehenden Feiertage könne er nüchtern nur schwer ertragen, sagt er. „Magste am ersten Feiertag einen Tempranillo oder lieber einen Bardolino zum Tofu?“ versucht ihn Carmen aufzumuntern.

Messweinprobe
Messweinprobe

 

Woraufhin Gaucho Jorge noch etwas unglücklicher guckt. „Nicht mal ein klitzekleines Steak?“ fragt er unsere Vegetarierin kleinlaut.

Carmen schaut ihn nur nachsichtig an. Weiß sie doch längst, dass er in der Sakristei des Petersdoms heimlich ein Versteck mit Jamón Iberico und Trüffelsalami angelegt hat.

„Man muss lernen, die Schwächen seiner Freunde zu akzeptieren“, befindet unsere kluge Beziehungstheoretikerin.

 

15. Dezember 2014   Mehr Transparenz

Finanzministerin Carmen unterstützt die Forderung nach transparenten Steuerbescheiden. „Ab 2015 wird alles auf Klarsichtfolie gedruckt!“ verspricht die bürgernahe Politikerin.

 

21. Dezember 2014   Udo Jürgens stirbt überraschend

Carmens Künstlerkollege Udo Jürgens ist tot! Carmen muss sich erst einmal setzen. Noch vor wenigen Wochen standen sie gemeinsam auf der Bühne des Weihnachtsmarktes in Rheda-Wiedenbrück.

Am Abend zeigt das Fernsehen eine Gedenksendung.  Die gucken Carmen und Jorge bei einer Flasche Griechischen Weines gemeinsam auf dem Sofa. Irgendwann schunkeln sie zu „Buenos días, Argentina“.

„Eindeutig besser als ‚Last Christmas'“, findet Weihnachtsmuffel Carmen und verdrückt ein Tränchen.

 

22. Dezember 2014   Terrorwarnung

Von welcher Seite denn die größte Gefahr für die Demokratie drohe, wird Terrorismus-Expertin Carmen de Ronda in einem Fernsehinterview gefragt.

Die größte Gefahr drohe gegenwärtig weder von links, noch von rechts. Auch nicht von fundamentalistischen Islamisten. Sie drohe eindeutig von Galeria Kaufhof, so die Konsumkritikerin.

Akute Terrorgefahr
Akute Terrorgefahr

 

29. Dezember 2014   Steuersparmodell

Kurz vor dem Jahresende bewirbt Bankerin Carmen ein innovatives Anlagemodell. „In Zeiten der Niedrigzinspolitik ein todsicheres Geschäft!“ verspricht unsere Krämerseele.

Innovatives Anlagemodell für Nicht-Vegetarier
Innovatives Anlagemodell für Nicht-Vegetarier